Quelle: ADAC
Die Stadtwerke Augsburg ziehen sich sukzessive aus dem Geschäft mit komprimiertem Erdgas zurück. Das gilt sowohl für die Antriebe der Busflotte als auch für die CNG-Tankstellen.
Die Stadtwerke Augsburg (SWA) glauben nicht, dass CNG in der Mobilität eine Zukunft hat. Das komprimierte Erdgas werde in 10 bis 15 Jahren keine Rolle mehr spielen, so ein Sprecher des bayerischen Versorgers auf Anfrage dieser Redaktion. Aufgrund dieser Entwicklung erneuert das kommunale Unternehmen eine Tankstelle im Stadtgebiet nicht mehr, sondern gibt den Standort Kobelweg auf.
Aktuell sind neben der besagten Zapfstelle, die sich an einer Aral-Station befindet und die zum 30. Juni den Betrieb einstellt, noch zwei weitere Tankmöglichkeiten für CNG unter der Regie der Stadtwerke. Eine ist ebenfalls Teil einer Aral-Anlage, die dritte ist am Busbetriebshof des Versorgers. Auch diese würden perspektivisch „verschwinden“, so der Stadtwerke-Sprecher, ohne einen konkreten Zeitplan für das Stilllegen zu nennen.
Die Absage an das CNG betrifft die SWA auch selbst in besonderem Maße. Noch im Frühjahr 2021 hatten die SWA letztmals eine große Charge an Gasbussen bestellt, 30 an der Zahl. Damit erreichte die Flotte eine Anzahl von rund 100 Gas-Fahrzeugen. Dies folgte einem Beschluss des Stadtrats von 1992, vollständig von Diesel- auf Gasmotoren umzustellen. Über die Jahrzehnte verbesserte sich die Ökobilanz des öffentlichen Nahverkehrs noch einmal durch den Einsatz von Bio-CNG.
Allerdings habe sich CNG dennoch „nicht als Alternative durchgesetzt“, so der Sprecher weiter. Die öffentliche Förderung konzentriert sich immer mehr auf elektrische Antriebe, sodass auch Augsburg im April 2025 den Schwenk vollzog. Bis 2039 ersetzen die Stadtwerke demnach alle Gasbusse durch Elektro-Versionen. Ende vergangenen Jahres kamen die ersten E-Busse in den Fuhrpark, um die Mitarbeitenden allmählich mit der Technik vertraut zu machen. Von 2027 bis 2030 soll der erste „Serienhochlauf“ mit weiteren 32 Elektro-Fahrzeugen erfolgen.
Die verschiedenen Antriebstechniken werden noch eine Weile parallel existieren. Nicht immer treten in Augsburg E-Busse sofort an die Stelle ausrangierter Gas-Fahrzeuge. So schaffen die SWA im laufenden Jahr 14 neue Biogasbusse für veraltete Modelle an.
Für Augsburg bedeutet dies, dass der Versorger die Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge ausbaut. Der Busbetriebshof hält dann spätestens ab Ende des kommenden Jahrzehnts keine CNG-Tankmöglichkeiten mehr vor. Schon jetzt scheuten die SWA die zu erwartenden Kosten, um die Gas-Zapfstelle am Kobelweg zu modernisieren und technisch neu aufzubauen.
Das Angebot an CNG-Tankstellen in der Region dünnt damit aus, ist aber noch vergleichsweise komfortabel. Neben den beiden verbleibenden Möglichkeiten in Augsburg finden sich zwei weitere CNG-Tankoptionen in den benachbarten Kommunen Diedorf und Gersthofen, jeweils rund 7 Kilometer von der nun aufzugebenden Station entfernt.
Dienstag, 26.05.2026, 14:49 Uhr
Volker Stephan
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