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Der Ausbau der Netzanbindungssysteme zum Anschluss von Offshore-Windparks in der Ostsee kommt voran.
Rund 40 Kilometer nordöstlich der Insel Rügen ist ein wichtiger Meilenstein beim 50-Hertz-Projekt Ostwind 3 erreicht worden: die Installation der Offshore-Plattform Jasmund. Sie soll ab Oktober 300
MW vom Windpark „Windanker“ den Strom einsammeln, auf die Spannungsebene 220 kV transformieren und ihn über eine See-Landkabelverbindung zum neuen Umspannwerk Stilow im Landkreis Vorpommern-Greifswald übertragen.
Stefan Kapferer, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50
Hertz, erklärte dazu in einer Unternehmensmitteilung: „Ostwind
3 ist nach Ostwind
1 und 2 das nächste Projekt im Seegebiet nordöstlich von Rügen, das wir pünktlich und im vorgegebenen Budgetrahmen fertigstellen. Auch beim nächsten Vorhaben OST-6-1 mit 927
MW Übertragungsleistung, das dem Anschluss des Windparks Gennaker nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst dient, sind wir auf Kurs.“
Auch bei „Gennaker“ ist 50 Hertz auf KursDas Verlegen von Schutzrohren hat hier bereits begonnen, zwei Offshore-Plattformen für Gennaker befinden sich in Bau, ebenso ein neues Umspannwerk bei Gnewitz. „Insgesamt trägt 50
Hertz maßgeblich dazu bei, das große Windenergiepotenzial der Ostsee zuverlässig zu erschließen − in deutschen Gewässern, aber auch darüber hinaus in Kooperation mit Energinet aus Dänemark und perspektivisch mit weiteren Partnern im baltischen Raum“, so Kapferer.
Die Offshore-Plattform Jasmund ist nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers die erste Offshore-Plattform in der Ostsee, bei der 50
Hertz vollständig für Errichtung und Betrieb verantwortlich ist. Bei den früheren Projekten hatten die Windparkbetreiber eine führende Rolle gespielt, ehe es zu einer gesetzlichen Änderung analog zu den Regelungen für die deutsche Nordsee kam.
Die Offshore-Plattform besteht aus zwei wesentlichen Elementen. Im Meeresboden wurde zunächst eine stählerne Unterkonstruktion mithilfe von Stahlpfeilern verankert. Das Jacket ist auf einer Werft im niederländischen Vlissingen hergestellt und Anfang Dezember auf die Reise in die Ostsee geschickt worden. Die Topside mit Transformatoren, Schaltanlagen und weiteren elektro- und kommunikationstechnischen Komponenten wurde ebenfalls auf einer niederländischen Werft in der Nähe von Rotterdam hergestellt und wenige Tage nach dem Jacket verschifft.
Von einem 200
Meter langen schwimmenden Arbeitsschiff aus sind sämtliche Installationsarbeiten vor Ort vor ausgeführt worden, sodass die Plattform schließlich am 17.
Dezember um 4 Uhr nachts von zwei riesigen Kränen auf die Unterkonstruktion gehoben werden konnte.
Von der Offshore-Plattform aus führt ein rund 100
Kilometer langes Kabel durch den Greifswalder Bodden zum neuen Netzverknüpfungspunkt Stilow. Das Legen der Kabel auf See und auf der rund vier Kilometer langen Strecke an Land ist bereits abgeschlossen, sodass in den kommenden Monaten der Einzug des Kabels in die Plattform, die Fertigstellung des Umspannwerkes an Land sowie der Testbetrieb im Fokus stehen.
Der voraussichtliche Fertigstellungstermin für das Netzanbindungssystem Ostwind
3 sowie den Windpark Windanker, der von Iberdrola gebaut und betrieben wird, ist der 30.
September 2026.
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| Schwerstarbeit auf hoher See: Vom Errichterschiff „Thialf“ aus wurden die stählerne Unterkonstruktion sowie die Offshore-Plattform Jasmund installiert Quelle: 50Hertz |
Dienstag, 13.01.2026, 11:01 Uhr
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