Quelle: Fotolia / Ralf Kalytta
Eine Umfrage des Dena-Kompetenzzentrums Kedi zeigt, dass digitale Heizungsoptimierung stark wächst. Dennoch sei sie erst in gut vier Prozent der Mehrfamilienhäuser im Einsatz.
Digitale Lösungen zur Überwachung und Optimierung von Heizungsanlagen gewinnen in Deutschland an Bedeutung, bleiben bislang jedoch ein Randphänomen. Das geht aus der Umfrage „Digitales Heizungsmonitoring in deutschen Mehrfamilienhäusern“ hervor, die das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung (Kedi) durchgeführt hat. Kedi ist ein Projekt der Deutschen Energie-Agentur (Dena).
Laut der Umfrage verzeichneten die befragten Anbieter digitaler Heizungsmonitoring- und -optimierungslösungen in den vergangenen drei Jahren jährliche Wachstumsraten von jeweils mehr als 50 Prozent. Gleichzeitig bleibe die Marktdurchdringung gering. Nach Angaben der Unternehmen kommen digitale Lösungen derzeit nur in etwas mehr als vier Prozent der Mehrfamilienhäuser in Deutschland zum Einsatz.
Energieeinsparungen verschenktDabei sehen die Befragten ein deutlich höheres Potenzial. Mit digitaler Heizungsoptimierung lassen sich nach Angaben der Anbieter 10 bis 20 Prozent Energie einsparen. Dies senke nicht nur den Energieverbrauch im Gebäudebereich, sondern wirkt sich auch auf die Kosten für Mietende und Vermietende aus.
Heike Marcinek, Arbeitsgebietsleiterin klimaneutrale Gebäude bei der Dena, sieht in der Technik einen Hebel für die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor. „Ein konsequenter Rollout digitaler Lösungen könnte einen wichtigen Beitrag leisten, um die Klimaziele 2030 zu unterstützen“, sagt sie. Marcinek verweist darauf, dass sich Energieverbrauch und Kosten mit vergleichsweise geringem Aufwand senken ließen. Zudem nehme die Umlagefähigkeit der Kosten der Gebäudewirtschaft die Sorge vor zusätzlichen finanziellen Belastungen und schaffe damit einen Anreiz für eine breitere Anwendung.
Vorausschauende Wartung möglichNeben der Energieeinsparung nennen die Anbieter weitere Vorteile der digitalen Systeme. Dazu zählen eine vorausschauende Wartung von Heizungsanlagen, die kontinuierliche Erhebung von Betriebsdaten sowie eine bessere Datengrundlage für die Planung passgenauer Sanierungsmaßnahmen. Außerdem erleichtern die digitalen Anwendungen nach Angaben der Unternehmen die Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Heizungsprüfung und -optimierung.
Für Vermietende eröffnen sich laut Umfrage auch neue Geschäftsmodelle. Da sich die Kosten für digitale Heizungsoptimierung häufig über die Nebenkosten abrechnen lassen, entstünden servicebasierte Angebote, die den laufenden Betrieb der Anlagen einschließen. Mietende profitieren gleichzeitig von einem effizienteren Anlagenbetrieb, der den Energieverbrauch senkt. Trotz der Umlage der Kosten könnten dadurch unter dem Strich Einsparungen entstehen.
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Anzahl der Heizungsanlagen mit Monitoring in Deutschland - Für Vollbild auf die Grafik klicken Quelle: Kedi / Dena |
Hintergrund der UmfrageDie Ergebnisse der Umfrage basieren auf einer Online-Befragung von 41 Anbietern digitaler Heizungsmonitoring- und -optimierungslösungen. Der Erhebungszeitraum lief vom 5. August bis zum 30. November. Nach Angaben von Kedi spiegeln die Ergebnisse den aktuellen Marktstand aus Sicht der Technologieanbieter wider.
Das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung unterstützt bundesweit kleine und mittlere Unternehmen sowie die Gebäudewirtschaft dabei, Energieeffizienzpotenziale mithilfe digitaler Technologien zu erschließen.
Informationen zur
Dena-Umfrage Heizungsoptimierung stehen im Internet bereit.
Montag, 2.02.2026, 11:57 Uhr
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