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Eines der ersten Geothermie-Projekte Schleswig-Holsteins nimmt Konturen an. Die Orte für zwei Probebohrungen haben die Stadtwerke Norderstedt nun ausgewählt, der Zeitplan steht fest.
Die Stadtwerke Norderstedt wollen auch das Potenzial der Geothermie nutzen, um ihr Wärmeangebot zu dekarbonisieren. In der nördlich von Hamburg gelegenen Kommune sollen die Probebohrungen noch vor Ablauf dieses Jahres erfolgen, um möglichst Anfang 2028 die erste Anlage in Betrieb nehmen zu können.
Wie ein Sprecher des städtischen Eigenbetriebs auf Anfrage dieser Redaktion erklärt, liefen aktuell die Genehmigungsverfahren für die Probebohrungen an dem ausgewählten Doppelstandort. Der befindet sich einerseits am Freizeitbad (Förderbrunnen) und andererseits in etwa einem Kilometer Entfernung in einem Grünbereich – für den Schluckbrunnen, der das erwärmte Tiefenwasser wieder rückführen soll.
Ende 2023 waren die Stadtwerke die ersten in Schleswig-Holstein, die die Genehmigung für das Aufsuchen von Geothermie erhalten hatten. Die daraufhin begonnene Potenzialermittlung ergab nun zunächst die beiden genannten Standorte. Norderstedt aber möchte mehr, bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs in der 84.000-Einwohner-Kommune über Geothermie decken.
Bisher verlässt der Versorger sich auf seine 13 Blockheizkraftwerke (BHKW), die Kraft-Wärme-Kopplung nutzen und als Primärenergieträger Erdgas verwenden. Die erste Geothermie-Anlage ist auf eine Leistung von 2 MW ausgelegt und soll genau eins der BHKW ersetzen. Die Investitionskosten schätzen die Stadtwerke laut ihres Sprechers auf bis zu 6 Millionen Euro, für die sie eine Förderung in Höhe von etwa 40 Prozent anpeilen.
Darüber hinaus setzt der Versorger auf Großwärmepumpen, die etwa – wie 2024 erstmals umgesetzt – Abwärme aus einem Rechenzentrum auf die erforderliche Temperatur bringen. In den BHKW, so der Stadtwerke-Sprecher, seien ferner aktuell drei Luft-Wärmepumpen installiert, eine vierte sei in Bau. Am unternehmerischen Horizont zeichne sich zudem ein Energiepark ab, der Geothermie, Solarkraftwerk, Batteriespeicher und Elektrolyseur zur grünen Wasserstoff-Produktion eine Heimat bieten könnte.
Dienstag, 17.02.2026, 16:55 Uhr
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