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Knapp die Hälfte der Deutschen ist laut einer Yougov-Umfrage bereit, den Stromverbrauch an schwankende Preise anzupassen. Dynamische Tarife nutzen aber aktuell nur sechs Prozent.
Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland kann sich vorstellen, den Betrieb größerer Stromverbraucher an den Börsenstrompreisen auszurichten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Yougov im Auftrag von Einskommafünfgrad unter 2.074 Menschen ab 18 Jahren.
Die Umfrage wurde vom 9. bis 11.
Juni 2026 durchgeführt.
Demnach sind zwölf Prozent der Befragten sehr bereit, ihren Stromverbrauch aktiv in Zeiten niedriger Preise zu verlagern. Weitere 37
Prozent würden dies mit einzelnen Geräten tun, wenn sich daraus ein finanzieller Vorteil ergibt. 20
Prozent stehen einer solchen Verschiebung eher ablehnend gegenüber. Für 18
Prozent kommt sie überhaupt nicht infrage, 13
Prozent machten keine Angabe.
Als Beispiele für flexible Verbraucher nannte die Befragung unter anderem Elektroautos, Wärmepumpen, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Für die Energiewirtschaft kann die zeitliche Verschiebung solcher Verbräuche dazu beitragen, Stromnachfrage und Erzeugung stärker aufeinander abzustimmen.
Bereitschaft scheitert am fehlenden Smart MeterTrotz der grundsätzlichen Bereitschaft nutzen bislang wenige Haushalte dynamische Stromtarife. Laut der Umfrage beziehen lediglich sechs Prozent der Befragten Strom zu einem Tarif, bei dem sich der Preis regelmäßig an den Börsenstrompreisen orientiert.
Als häufigstes Hindernis nannten 36
Prozent die Zufriedenheit mit ihrem bestehenden Stromtarif. Weitere 22
Prozent verwiesen auf fehlende technische Voraussetzungen wie einen intelligenten Stromzähler, einen Smart Meter. 20
Prozent sorgen sich, mit einem dynamischen Tarif höhere Kosten als mit einem Festpreistarif zu haben. 18
Prozent wollen den eigenen Verbrauch nicht manuell an schwankende Preise anpassen.
Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von Einskommafünfgrad, sieht deshalb vor allem bei der automatisierten Steuerung Potenzial. Preissignale sollten seiner Ansicht nach automatisch an Haushalte weitergegeben werden. Das könne Verbrauchern den Zugang zu günstigen Strompreisen erleichtern und zugleich das Stromnetz entlasten.
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Umfrageergebnisse zu dynamischem Stromtarif (Für Vollbild auf die Grafik klicken) Quelle: Einskommafünfgrad |
Halbierung der Stromkosten möglichWie stark eine Steuerung die Kosten beeinflussen kann, zeigt laut Einskommafünfgrad das Beispiel eines eigenen Kunden. Das Unternehmen verglich den Strombezug eines Haushalts mit Elektroauto oder Wärmepumpe über den 18. und 19. Dezember 2025. Ohne Steuerung wäre der Verbrauch demnach überwiegend am späten Nachmittag oder Abend angefallen. An den ausgewählten Tagen hätte der Strombezug mehr als zehn Cent/kWh vor Steuern und Abgaben gekostet.
Mit der von Einskommafünfgrad angebotenen Steuerung Heartbeat AI verlagerte der Kunde den Strombezug dagegen automatisch in die Nacht. In der ersten Nacht lag der Preis laut Unternehmen bei knapp fünf Cent/kWh, in der folgenden bei weniger als zwei Cent/kWh. Ohne Steuerung wären die reinen Strombezugskosten damit in diesem Beispiel mindestens doppelt so hoch gewesen.
Schall räumt zugleich ein, dass die Sorge vor höheren Kosten bei einem dynamischen Tarif ohne intelligente Steuerung berechtigt sein kann. Besonders für Haushalte mit hohen flexiblen Verbräuchen, etwa durch Wärmepumpe oder Elektroauto, sei die Kombination aus dynamischem Tarif und automatisierter Steuerung relevant.
(sh)
Freitag, 28.08.2026, 11:23 Uhr
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