Tankwwagen. Quelle: Fotolia / Bernd Leitner
Der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler e.V. sieht den Einsatz strombasierter erneuerbarer Kraftstoffer nicht nur im Flugverkehr.
Eine breitere Förderung erneuerbarer Kraftstoffe über die Luftfahrt hinaus befürwortet der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (BFT). Hintergrund ist eine vom Bundesverkehrsministerium gestartete Marktkonsultation zur Förderung von strombasiertem erneuerbarem Kerosin, sogenanntem electricity-based Sustainable Aviation Fuel (E-SAF).
In einer Mitteilung begrüßt der Verband die geplanten Investitionen von bis zu 2 Milliarden Euro in klimafreundliche Flugkraftstoffe. Er kritisiert jedoch, dass synthetische Kraftstoffe für den Straßenverkehr bislang offenbar nicht in der Marktkonsultation berücksichtigt werden.
Der BFT verweist darauf, dass in Deutschland rund 44 Millionen Pkw mit Verbrennungsmotor unterwegs seien. Deshalb brauche es technologieoffene Ansätze für den Klimaschutz im Verkehr. Dazu gehörten ausdrücklich auch E-Fuels für Pkw und Nutzfahrzeuge. „Wenn die Politik den Markthochlauf von E-SAF fördert, darf sie E-Fuels für Pkw und Nutzfahrzeuge nicht ausblenden“, heißt es in der Mitteilung.
Die Diskussion um erneuerbare Kraftstoffe nimmt derzeit zu. Hintergrund sind die europäischen Vorgaben zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs. Die Bundesregierung setzt verstärkt auf den Aufbau einer heimischen Produktionsstruktur für Sustainable Aviation Fuels (SAF), um Versorgungssicherheit und Klimaschutzziele miteinander zu verbinden. Die Branche verweist jedoch seit längerem auf hohe Produktionskosten, fehlende Mengen und unklare Investitionsbedingungen.
Laut BFT sollte der bestehende Fahrzeugbestand stärker berücksichtigt werden. Der Verband verweist dabei auf HVO 100 als Beispiel für alternative Kraftstoffe im Straßenverkehr. Nach Angaben des BFT hätten mittelständische Tankstellenunternehmen eine Vorreiterrolle bei der Einführung des Dieselersatzes übernommen. HVO 100 verursache bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen als fossiler Diesel.
In der politischen Diskussion bleibt die Rolle synthetischer Kraftstoffe umstritten. Während Umweltverbände deren hohen Energiebedarf kritisieren, verweisen Teile der Industrie auf notwendige Lösungen für Bestandsfahrzeuge und schwer elektrifizierbare Bereiche. Vor allem die Luftfahrt gilt kurzfristig als zentraler Anwendungsbereich für E-SAF.
Mittwoch, 27.05.2026, 16:45 Uhr
Stefan Sagmeister
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