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Der Energiekonzern BP will sein Fördergeschäft in der Nordsee für Öl und Erdgas abgeben. Eine Abkehr von der fossilen Rohstoffexploration bedeutet das nicht.
Der britische Energiekonzern BP hat einen Verkaufsprozess für sein Nordsee-Geschäft eingeleitet. BP begründet in einer Mitteilung den geplanten Verkauf mit der „laufenden Überprüfung seines Portfolios und einer disziplinierten Kapitalallokation“. Ziel sei es, das Unternehmen einfacher, stärker und wertvoller aufzustellen. Konzernchefin Meg O'Neill erklärte zudem, BP wolle sein Portfolio stärker fokussieren und Kapital auf die aus Sicht des Unternehmens wertvollsten Geschäftsmöglichkeiten lenken.
„Das Vereinigte Königreich ist seit mehr als 100 Jahren unsere Heimat und wird auch künftig eine wichtige Rolle für BP spielen“, so O'Neill. Das Nordsee-Geschäft bleibe zwar ein wichtiger Bestandteil des britischen Energiesystems. Gleichzeitig sieht BP die Sparte nach eigenen Angaben bei einem anderen Eigentümer besser positioniert. Die Felder in der Nordsee verfügten über erfahrene Beschäftigte, belastbare Anlagen und hätten bereits eine lange Tradition. Während des Verkaufsprozesses solle der Betrieb unverändert fortgeführt werden.
Zum Geschäft gehören mehrere Förderzentren in der britischen Nordsee, darunter die Öl- und Gasfelder Andrew, ETAP, Glen Lyon sowie Clair und Clair Ridge westlich der Shetlandinseln. BP ist dort seit Jahrzehnten aktiv und zählt zu den größten Öl- und Gasproduzenten im britischen Teil der Nordsee.
Der Schritt reiht sich in die strategische Neuausrichtung des Konzerns ein. BP hatte bereits Anfang 2025 angekündigt, sich wieder stärker auf das Öl- und Gasgeschäft zu konzentrieren und gleichzeitig Vermögenswerte im Umfang von insgesamt 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern, um die Bilanz zu stärken und Kapital für besonders rentable Projekte freizusetzen. Sollte ein Käufer gefunden werden, würde dies zu den größten Transaktionen im britischen Nordsee-Sektor der vergangenen Jahre zählen. Die Region steht seit Längerem unter Druck. Sinkende Fördermengen, steigende Kosten und politische Diskussionen über die Zukunft der Öl- und Gasförderung erschweren Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig bleibt die Nordsee ein bedeutender Bestandteil der Energieversorgung Großbritanniens.
Auch Shell trennt sich von GasbeteiligungAuch der Konkurrent Shell hat zuletzt Vermögenswerte veräußert. Der Konzern verkauft seinen 35-Prozent-Anteil am zyprischen Erdgasfeld Aphrodite für bis zu 720
Millionen US-Dollar an den ungarischen Energiekonzern Mol. Shell will sich damit stärker auf sein Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG) konzentrieren. Mol erweitert mit dem Erwerb sein internationales Portfolio. Die erste Gasförderung aus Aphrodite wird derzeit für 2031 erwartet. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
(sag)
Montag, 3.08.2026, 13:55 Uhr
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