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In der bayerischen Marktgemeinde Falkenstein startet der Bau eines Nahwärmenetzes. Verantwortlich für den Bau und späteren Betrieb ist die ehemalige Contracting-Tochter der Baywa.
Im März startet die EGC-Tochergesellschaft „Baywa Dienstleistungs GmbH“ (EDL) den Bau eines Nahwärmenetzes in der bayerischen Marktgemeinde Falkenstein, teilte EGC mit. Das Energiekonzept kommt ohne fossile Energieträger aus. Die EDL gehörte viele Jahre zur Baywa AG und wurde Ende 2025 im Zuge der strategischen Neuaufstellung des Konzerns an den Düsseldorfer Energiedienstleister EGC verkauft.
Im Zentrum des neuen Wärmesystems stehen zwei Biomassekessel auf Hackschnitzelbasis mit jeweils 450 kW Leistung, schreibt der Energiedienstleister. Die Anlage werde vollständig regenerativ betrieben – bewusst ohne fossile Spitzenlastkessel. Ergänzend soll die bestehende Wärmeproduktion eines lokalen Forstbetriebs, der Fries Strom- und Wärme GbR, in das Netz integriert werden. Der Betrieb nutzt bereits einen Holzvergaser sowie einen weiteren Biomassekessel.
In der ersten Ausbaustufe sollen mehr als 20 Gebäude an das neue Wärmenetz angeschlossen werden. Darunter Privathaushalte, Gewerbebetriebe sowie kommunale Einrichtungen wie Schule und Rathaus. Über ein intelligentes Leitsystem werden Wärmeerzeugung und -verteilung kontinuierlich an den tatsächlichen Bedarf angepasst.
EGC investiert als Kapitalgeber in die kommunale Wärmewende
„Für Falkenstein ist dieses Projekt ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und regional verankerten Energieversorgung“, sagte Heike Fries, 1. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Falkenstein. „Die Nutzung regionaler Biomasse stärkt nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die lokale Wertschöpfung.“
Nach Ansicht der Projektpartner braucht es für erfolgreiche Wärmeprojekte nicht nur politische Unterstützung vor Ort und gezielte Förderung durch den Bund, sondern auch kapitalstarke Partner. Gefördert wird das Projekt über die Bundesförderung effizienter Wärmenetze (BEW).
EGC hat mit dem Erwerb der Baywa EDL ihre Aktivitäten in Bayern erweitert und ist laut eigener Auskunft damit bundesweit in fast allen Regionen vertreten. Das Unternehmen stärkt zugleich sein Angebot im Bereich der Biomasse und ergänzt die bisherigen Schwerpunkte auf Wärmepumpen und Photovoltaik. Besonders die starke Verankerung von Baywa EDL im kommunalen Sektor eröffnet EGC neue Wachstumsperspektiven und Referenzprojekte für weitere Regionen.
EGC ist ein Anbieter von Energiedienstleistungen. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, energie- und gebäudetechnische Systeme zu planen und umzusetzen − sowohl im Bestand als auch im Neubau. Auch die Finanzierung, Unterhaltung und der Betrieb von Heizzentralen und Stromversorgungsnetzen bis zur Energielieferung ist Teil des Portfolios. Das Unternehmen betreut bundesweit derzeit mehr als 100 Kunden und rund 1.000 installierte Heizzentralen. Zu den Kunden der EGC zählen private und öffentliche Wohnungsgesellschaften, Immobilieninvestoren wie Versicherungen, Banken und Fondsgesellschaften.
Freitag, 27.03.2026, 10:57 Uhr
Heidi Roider
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