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Energie & Management > Brandenburg - Agri-PV-Anlage in Schönefeld gestartet
Eröffnung des Agri-PV-Parks Selchow (v.li.): Heiko Lübke (Commerz Real), Katrin Stary (Berliner Stadtgüter), Stefan Spork, (Goldbeck Solar) und Dominique Candrian (Elysium). Quelle: Goldbeck Solar
Brandenburg

Agri-PV-Anlage in Schönefeld gestartet

Deutschlands größtes Agri-PV-Projekt mit Ackerbau ist in Schönefeld in Betrieb gegangen. Auf 76 Hektar erzeugen 74.064 Module Strom, während die Fläche weiter bewirtschaftet wird.
Auf Flächen der Berliner Stadtgüter GmbH (BSG) ist im Ortsteil Selchow der Gemeinde Schönefeld (Brandenburg) eine großflächige Agri-Photovoltaikanlage (Agri-PV) in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das bislang größte Agri-PV-Projekt mit Ackerbau in Deutschland. Die Anlage verbindet Stromerzeugung, ökologische Landwirtschaft, Biodiversitätsmaßnahmen und wissenschaftliche Begleitforschung.

Auf rund 76 Hektar stehen 74.064 Solarmodule. Sie sollen jährlich Strom für rund 16.500 Haushalte erzeugen und nach Angaben der Betreiber etwa 21.500 Tonnen CO2 einsparen. Mindestens 90 Prozent der Fläche sollen ökologisch bewirtschaftet werden. Die landwirtschaftliche Nutzung übernimmt das Landgut Geelhaar aus Chorin, ein nach Bioland-Richtlinien arbeitender Familienbetrieb.

Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, sieht in dem Projekt einen Beitrag zum Ausbau der Photovoltaik und zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel. „Agri-PV kann landwirtschaftliche Flächen und Kulturen vor Hitze und Trockenheit schützen und gleichzeitig Strom erzeugen“, erklärte Fischer.

Für die Berliner Stadtgüter ist die Anlage das erste Agri-PV-Projekt auf eigenen Flächen. Geschäftsführerin Katrin Stary betonte, Boden sei eine knappe Ressource. Das Projekt solle zeigen, wie sich Landwirtschaft, Energiewende und Biodiversitätsförderung auf einer Fläche verbinden lassen.

Module folgen der Sonne

Die Elysium Solar GmbH hat die Anlage gemeinsam mit der Goldbeck Solar GmbH innerhalb von elf Monaten errichtet. Elysium Solar entwickelt großflächige Agri-PV-Projekte mit landwirtschaftlicher Nutzung. Goldbeck Solar mit Sitz in Hirschberg an der Bergstraße ist auf den schlüsselfertigen Bau großer Photovoltaikanlagen sowie deren technischen Betrieb spezialisiert.

Die Module stehen auf einer Höhe von 3,50 Metern. Ihre Reihen verlaufen in Nord-Süd-Richtung, sodass die Module dem Sonnenstand folgen können. Nach Angaben der Projektpartner soll diese Ausrichtung einen um 25 bis 30 Prozent höheren Stromertrag gegenüber fest installierten Modulen ermöglichen. Zudem sollen die beweglichen Module die Stromproduktion insbesondere an den Tagesrandzeiten erhöhen.

Auch die Konstruktion berücksichtigt die landwirtschaftliche Nutzung. Die Reihen liegen elf Meter auseinander, davon stehen rund neun Meter für die Bewirtschaftung zur Verfügung. Damit können landwirtschaftliche Maschinen zwischen den Modulreihen eingesetzt werden.

Direkt unter den Modultischen sollen artenreiche Wildblumenstreifen entstehen. Dafür kommt regional erzeugtes Saatgut zum Einsatz. Die Streifen sollen Lebens- und Rückzugsräume für Insekten und Kleintiere schaffen. Zusätzlich stellen die Berliner Stadtgüter außerhalb der eigentlichen Anlagenfläche 17 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen bereit. Die Flächen nahe Ragow und Deutsch Wusterhausen sollen speziell Brutvögeln wie der Feldlerche zugutekommen.

Forschung begleitet das Projekt

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Beteiligt sind nach Angaben der Projektpartner unter anderem das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und die Technische Universität Dresden. Unterstützt wird die Begleitforschung vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen der Agri-PV auf Landwirtschaft, Biodiversität und Flächennutzung.

Richard Härtel, Chief Operating Officer (COO) von Elysium Solar, verweist auf die Verbindung von Solarenergie, ökologischer Landwirtschaft, Biodiversitätsmaßnahmen und Forschung. Das Projekt solle zudem die regionale Teilhabe und Akzeptanz der Energie- und Agrarwende stärken.

Sven Geelhaar vom Landgut Geelhaar sieht darin eine Möglichkeit, die Landwirtschaft an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen. Ein „Weiter-So“ auf den Brandenburger Böden sei künftig kaum möglich, erklärte der Biolandwirt. Die Agri-PV-Anlage biete ihm die Möglichkeit, eine neue Form der Bewirtschaftung zu erproben.

Die Berliner Stadtgüter engagieren sich seit mehr als 25 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien. Nach eigenen Angaben stellen sie mit knapp 50 Windenergie- und Photovoltaikanlagen auf eigenen Flächen rund 170 MW Leistung für die Erzeugung erneuerbaren Stroms bereit. Weitere 15 Anlagen befinden sich demnach in Planung oder Genehmigung. (sh)

Mittwoch, 9.09.2026, 10:53 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Brandenburg - Agri-PV-Anlage in Schönefeld gestartet
Eröffnung des Agri-PV-Parks Selchow (v.li.): Heiko Lübke (Commerz Real), Katrin Stary (Berliner Stadtgüter), Stefan Spork, (Goldbeck Solar) und Dominique Candrian (Elysium). Quelle: Goldbeck Solar
Brandenburg
Agri-PV-Anlage in Schönefeld gestartet
Deutschlands größtes Agri-PV-Projekt mit Ackerbau ist in Schönefeld in Betrieb gegangen. Auf 76 Hektar erzeugen 74.064 Module Strom, während die Fläche weiter bewirtschaftet wird.
Auf Flächen der Berliner Stadtgüter GmbH (BSG) ist im Ortsteil Selchow der Gemeinde Schönefeld (Brandenburg) eine großflächige Agri-Photovoltaikanlage (Agri-PV) in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das bislang größte Agri-PV-Projekt mit Ackerbau in Deutschland. Die Anlage verbindet Stromerzeugung, ökologische Landwirtschaft, Biodiversitätsmaßnahmen und wissenschaftliche Begleitforschung.

Auf rund 76 Hektar stehen 74.064 Solarmodule. Sie sollen jährlich Strom für rund 16.500 Haushalte erzeugen und nach Angaben der Betreiber etwa 21.500 Tonnen CO2 einsparen. Mindestens 90 Prozent der Fläche sollen ökologisch bewirtschaftet werden. Die landwirtschaftliche Nutzung übernimmt das Landgut Geelhaar aus Chorin, ein nach Bioland-Richtlinien arbeitender Familienbetrieb.

Severin Fischer, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin, sieht in dem Projekt einen Beitrag zum Ausbau der Photovoltaik und zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel. „Agri-PV kann landwirtschaftliche Flächen und Kulturen vor Hitze und Trockenheit schützen und gleichzeitig Strom erzeugen“, erklärte Fischer.

Für die Berliner Stadtgüter ist die Anlage das erste Agri-PV-Projekt auf eigenen Flächen. Geschäftsführerin Katrin Stary betonte, Boden sei eine knappe Ressource. Das Projekt solle zeigen, wie sich Landwirtschaft, Energiewende und Biodiversitätsförderung auf einer Fläche verbinden lassen.

Module folgen der Sonne

Die Elysium Solar GmbH hat die Anlage gemeinsam mit der Goldbeck Solar GmbH innerhalb von elf Monaten errichtet. Elysium Solar entwickelt großflächige Agri-PV-Projekte mit landwirtschaftlicher Nutzung. Goldbeck Solar mit Sitz in Hirschberg an der Bergstraße ist auf den schlüsselfertigen Bau großer Photovoltaikanlagen sowie deren technischen Betrieb spezialisiert.

Die Module stehen auf einer Höhe von 3,50 Metern. Ihre Reihen verlaufen in Nord-Süd-Richtung, sodass die Module dem Sonnenstand folgen können. Nach Angaben der Projektpartner soll diese Ausrichtung einen um 25 bis 30 Prozent höheren Stromertrag gegenüber fest installierten Modulen ermöglichen. Zudem sollen die beweglichen Module die Stromproduktion insbesondere an den Tagesrandzeiten erhöhen.

Auch die Konstruktion berücksichtigt die landwirtschaftliche Nutzung. Die Reihen liegen elf Meter auseinander, davon stehen rund neun Meter für die Bewirtschaftung zur Verfügung. Damit können landwirtschaftliche Maschinen zwischen den Modulreihen eingesetzt werden.

Direkt unter den Modultischen sollen artenreiche Wildblumenstreifen entstehen. Dafür kommt regional erzeugtes Saatgut zum Einsatz. Die Streifen sollen Lebens- und Rückzugsräume für Insekten und Kleintiere schaffen. Zusätzlich stellen die Berliner Stadtgüter außerhalb der eigentlichen Anlagenfläche 17 Hektar für Ausgleichsmaßnahmen bereit. Die Flächen nahe Ragow und Deutsch Wusterhausen sollen speziell Brutvögeln wie der Feldlerche zugutekommen.

Forschung begleitet das Projekt

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Beteiligt sind nach Angaben der Projektpartner unter anderem das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) und die Technische Universität Dresden. Unterstützt wird die Begleitforschung vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswirkungen der Agri-PV auf Landwirtschaft, Biodiversität und Flächennutzung.

Richard Härtel, Chief Operating Officer (COO) von Elysium Solar, verweist auf die Verbindung von Solarenergie, ökologischer Landwirtschaft, Biodiversitätsmaßnahmen und Forschung. Das Projekt solle zudem die regionale Teilhabe und Akzeptanz der Energie- und Agrarwende stärken.

Sven Geelhaar vom Landgut Geelhaar sieht darin eine Möglichkeit, die Landwirtschaft an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen. Ein „Weiter-So“ auf den Brandenburger Böden sei künftig kaum möglich, erklärte der Biolandwirt. Die Agri-PV-Anlage biete ihm die Möglichkeit, eine neue Form der Bewirtschaftung zu erproben.

Die Berliner Stadtgüter engagieren sich seit mehr als 25 Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien. Nach eigenen Angaben stellen sie mit knapp 50 Windenergie- und Photovoltaikanlagen auf eigenen Flächen rund 170 MW Leistung für die Erzeugung erneuerbaren Stroms bereit. Weitere 15 Anlagen befinden sich demnach in Planung oder Genehmigung. (sh)

Mittwoch, 9.09.2026, 10:53 Uhr
Susanne Harmsen

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