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Energie & Management > Technik - 35-MW-Elektrodenkessel in Leuna in Betrieb
v.li.: Stefan Kapferer, CEO 50 Hertz, Christof Günther, CEO InfraLeuna und Jürgen Ude, Staatssekretär für industrielle Großprojekte Sachsen-Anhalt, bei der Inbetriebnahme des 35-Megawatt-Elektrodenkessels. Quelle: Infraleun
Technik

35-MW-Elektrodenkessel in Leuna in Betrieb

Infraleuna hat am Chemiestandort Leuna einen 35-MW-Elektrodenkessel in Betrieb genommen. Die Anlage soll Erdgas ersetzen und bis zu 52.000 Tonnen CO2 jährlich vermeiden.
Die „InfraLeuna GmbH“, Betreiberin der Energie- und Infrastruktursysteme am Chemiestandort Leuna in Sachsen-Anhalt, hat gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz am 26. August eine Power-to-Heat-Anlage (PtH) am Standort in Betrieb genommen. Der Kessel wandelt Strom in Prozessdampf um und soll insbesondere dann eingesetzt werden, wenn hohe Mengen erneuerbarer Energie im Stromnetz verfügbar sind.

Die Anlage kann bis zu 45 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen. Dabei erreicht sie laut Infraleuna Dampfparameter von 47 bar(ü) und 320 Grad. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den ersten großtechnischen Elektrodenkessel auf diesem Druckniveau in einem europäischen Chemiepark.

Strom ersetzt Erdgas

Der Elektrodenkessel ist in die bestehende Energieversorgung des Chemiestandorts integriert. Wenn er Strom aufnimmt und daraus Wärme beziehungsweise Prozessdampf erzeugt, können die Kraftwerke der Infraleuna ihre Leistung reduzieren. Dadurch sinkt der Bedarf an Erdgas für die Dampferzeugung.

Unter den zugrunde gelegten Betriebsannahmen erwartet Infraleuna ein Einsparpotenzial von bis zu 52.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt unter anderem vom Betrieb der Anlage und der Verfügbarkeit geeigneter Strommengen ab.

Die PtH-Anlage kann ihre Leistung flexibel anpassen. Technisch sind laut Unternehmen Änderungen von bis zu 11 MW pro Minute möglich. Im regulären Betrieb ist die Leistungsänderung jedoch auf maximal 7 MW pro Minute begrenzt, damit die angeschlossenen Dampfnetze die Schwankungen ausgleichen können.

50 Hertz sieht Beitrag zum Netzmanagement

50 Hertz als Übertragungsnetzbetreiber hat das Projekt gemeinsam mit Infraleuna umgesetzt und beteiligt sich an der Finanzierung beziehungsweise Realisierung der Anlage. 50 Hertz-Geschäftsführer Stefan Kapferer verwies auf einen möglichen Beitrag von PtH-Anlagen zum Engpassmanagement.

„Werden sie entsprechend in die Systemführung eingebunden, können sie zusätzlichen Strom aufnehmen und damit zur Entschärfung von Netzengpässen beitragen“, erläuterte er. Gleichzeitig sinkt durch die geringere Kraftwerksleistung am Standort die Strom- und Wärmeproduktion aus konventionellen Anlagen.

Nach Kapferers Einschätzung bietet der mitteldeutsche Raum für dieses Anlagenkonzept geeignete Voraussetzungen. Dort stehen sowohl Windstrom als auch große Freiflächen-Solaranlagen zur Verfügung. Den Ausbau der Stromübertragungsnetze bezeichnete er zugleich als wichtigste Maßnahme zur Beherrschung künftiger Netzengpässe. PtH-Anlagen könnten diesen Netzausbau ergänzen.

Umsetzung seit Oktober 2024

Die Umsetzung des Projekts begann im Oktober 2024. Als Generalunternehmer beauftragte Infraleuna die ETABO Energietechnik und Anlagenservice GmbH. Ende 2025 hob das Unternehmen den Kessel in das dafür vorgesehene Gebäude ein. Nach Angaben des Auftraggebers verlief die anschließende Inbetriebnahme planmäßig. Jan Friedemann, Projektleiter bei Infraleuna, bezeichnete diese als eine der unkompliziertesten, die er bislang begleitet habe.

Infraleuna-Geschäftsführer Christof Günther sieht in dem Elektrodenkessel einen Baustein für die Weiterentwicklung der Energieversorgung am Chemiestandort. Die Anlage ermögliche es, Erdgas einzusparen, überschüssigen Strom zu nutzen und zugleich die Versorgung mit Prozessdampf abzusichern.

Auch Sachsen-Anhalt bewertet das Projekt als Beitrag zur Verbindung von industrieller Entwicklung und Klimaschutz. Staatssekretär Jürgen Ude verwies auf die Bedeutung des Chemiestandorts für die Industrie des Landes. (sh)

Donnerstag, 27.08.2026, 13:35 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Technik - 35-MW-Elektrodenkessel in Leuna in Betrieb
v.li.: Stefan Kapferer, CEO 50 Hertz, Christof Günther, CEO InfraLeuna und Jürgen Ude, Staatssekretär für industrielle Großprojekte Sachsen-Anhalt, bei der Inbetriebnahme des 35-Megawatt-Elektrodenkessels. Quelle: Infraleun
Technik
35-MW-Elektrodenkessel in Leuna in Betrieb
Infraleuna hat am Chemiestandort Leuna einen 35-MW-Elektrodenkessel in Betrieb genommen. Die Anlage soll Erdgas ersetzen und bis zu 52.000 Tonnen CO2 jährlich vermeiden.
Die „InfraLeuna GmbH“, Betreiberin der Energie- und Infrastruktursysteme am Chemiestandort Leuna in Sachsen-Anhalt, hat gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz am 26. August eine Power-to-Heat-Anlage (PtH) am Standort in Betrieb genommen. Der Kessel wandelt Strom in Prozessdampf um und soll insbesondere dann eingesetzt werden, wenn hohe Mengen erneuerbarer Energie im Stromnetz verfügbar sind.

Die Anlage kann bis zu 45 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugen. Dabei erreicht sie laut Infraleuna Dampfparameter von 47 bar(ü) und 320 Grad. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den ersten großtechnischen Elektrodenkessel auf diesem Druckniveau in einem europäischen Chemiepark.

Strom ersetzt Erdgas

Der Elektrodenkessel ist in die bestehende Energieversorgung des Chemiestandorts integriert. Wenn er Strom aufnimmt und daraus Wärme beziehungsweise Prozessdampf erzeugt, können die Kraftwerke der Infraleuna ihre Leistung reduzieren. Dadurch sinkt der Bedarf an Erdgas für die Dampferzeugung.

Unter den zugrunde gelegten Betriebsannahmen erwartet Infraleuna ein Einsparpotenzial von bis zu 52.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Wie hoch die tatsächliche Einsparung ausfällt, hängt unter anderem vom Betrieb der Anlage und der Verfügbarkeit geeigneter Strommengen ab.

Die PtH-Anlage kann ihre Leistung flexibel anpassen. Technisch sind laut Unternehmen Änderungen von bis zu 11 MW pro Minute möglich. Im regulären Betrieb ist die Leistungsänderung jedoch auf maximal 7 MW pro Minute begrenzt, damit die angeschlossenen Dampfnetze die Schwankungen ausgleichen können.

50 Hertz sieht Beitrag zum Netzmanagement

50 Hertz als Übertragungsnetzbetreiber hat das Projekt gemeinsam mit Infraleuna umgesetzt und beteiligt sich an der Finanzierung beziehungsweise Realisierung der Anlage. 50 Hertz-Geschäftsführer Stefan Kapferer verwies auf einen möglichen Beitrag von PtH-Anlagen zum Engpassmanagement.

„Werden sie entsprechend in die Systemführung eingebunden, können sie zusätzlichen Strom aufnehmen und damit zur Entschärfung von Netzengpässen beitragen“, erläuterte er. Gleichzeitig sinkt durch die geringere Kraftwerksleistung am Standort die Strom- und Wärmeproduktion aus konventionellen Anlagen.

Nach Kapferers Einschätzung bietet der mitteldeutsche Raum für dieses Anlagenkonzept geeignete Voraussetzungen. Dort stehen sowohl Windstrom als auch große Freiflächen-Solaranlagen zur Verfügung. Den Ausbau der Stromübertragungsnetze bezeichnete er zugleich als wichtigste Maßnahme zur Beherrschung künftiger Netzengpässe. PtH-Anlagen könnten diesen Netzausbau ergänzen.

Umsetzung seit Oktober 2024

Die Umsetzung des Projekts begann im Oktober 2024. Als Generalunternehmer beauftragte Infraleuna die ETABO Energietechnik und Anlagenservice GmbH. Ende 2025 hob das Unternehmen den Kessel in das dafür vorgesehene Gebäude ein. Nach Angaben des Auftraggebers verlief die anschließende Inbetriebnahme planmäßig. Jan Friedemann, Projektleiter bei Infraleuna, bezeichnete diese als eine der unkompliziertesten, die er bislang begleitet habe.

Infraleuna-Geschäftsführer Christof Günther sieht in dem Elektrodenkessel einen Baustein für die Weiterentwicklung der Energieversorgung am Chemiestandort. Die Anlage ermögliche es, Erdgas einzusparen, überschüssigen Strom zu nutzen und zugleich die Versorgung mit Prozessdampf abzusichern.

Auch Sachsen-Anhalt bewertet das Projekt als Beitrag zur Verbindung von industrieller Entwicklung und Klimaschutz. Staatssekretär Jürgen Ude verwies auf die Bedeutung des Chemiestandorts für die Industrie des Landes. (sh)

Donnerstag, 27.08.2026, 13:35 Uhr
Susanne Harmsen

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