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Enerige & Management > Stromnetz - Tennet und 50 Hertz drücken beim Südostlink aufs Tempo
Südostlink-Kabel des Herstellers Prysmian im Regensburger Hafen, Quelle: E&M / Drewnitzky
STROMNETZ:
Tennet und 50 Hertz drücken beim Südostlink aufs Tempo
Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und 50 Hertz haben die Produktion eines zweiten Kabelpaares für die Gleichstromverbindung Südostlink in Auftrag gegeben.
 
Während die Kabel für das erste Erdkabelsystem der Gleichstromverbindung Südostlink zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern bereits produziert und ausgeliefert werden, haben Tennet und 50 Hertz jetzt Nachschub geordert: Die Erdkabelhersteller NKT aus Dänemark und Prysmian aus Italien wurden mit der Herstellung eines zweiten Kabelpaares beauftragt. Durch die jetzt in Auftrag gegebene Produktion, Lieferung und Montage der Erdkabel ab 2024/2025 soll der Einzug der beiden Erdkabelsysteme aufeinander abgestimmt erfolgen, wie die Übertragungsnetzbetreiber mitteilten. 

Tim Meyerjürgens, COO von TenneT, erklärte: „Die Sicherung der Kabelproduktion und -lieferung ist auch vor dem Hintergrund der aktuell sehr angespannten Märkte ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung des Südostlinks. Der Südostlink ist eine der wichtigsten künftigen Stromversorgungsleitungen Deutschlands auf dem Weg hin zur Klimaneutralität. Im weiteren Planungsprozess streben wir an, die beiden parallel verlaufenden Kabelsysteme möglichst aufeinander abgestimmt zu verlegen.“

Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer von 50 Hertz: „Die aktuellen Entwicklungen zeigen einmal mehr die Wichtigkeit einer raschen und sicheren Umstellung auf erneuerbare Energien. In diesem Umfeld vorausschauend zu planen und rechtzeitig Produktionskapazitäten der wichtigen Gleichstrom-Erdkabel zu sichern, ist ein entscheidender Schritt hin zu mehr Energieautonomität in Deutschland und Europa.“

High-Tech-Kabel für 525 kV und 2.074 Ampere

Seit Beginn des Jahres 2022 werden bereits Kabelrollen für den Südostlink im Regensburger Hafen angeliefert und gelagert. Sie kommen per Schiff aus dem Prysmian-Werk bei Paris. Jede wiegt 80 Tonnen und enthält 1,74 Kilometer des High-Tech-Kabels, das für eine Spannung von 525 kV und Stromstärken bis 2.074 Ampere ausgelegt ist. Neben dem Kupferleiter und verschiedenen Isolierungen sind in dem 15 Zentimeter dicken Strang auch Glasfaserleitungen zur Überwachung des Betriebszustandes untergebracht.
 
15 Zentimeter Durchmesser haben die
Südostlink-Erdkabel. Im Hintergrund ein Leerrohr
Quelle: E&M / Drewnitzky

Der Südostlink verläuft von Wolmirstedt bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt zum Umspannwerk Isar bei Landshut in Bayern, wo bis zum Jahresende noch das Atomkraftwerk Isar Strom ins Netz einspeist. Die Trasse hat eine Länge von 540 Kilometern. Er besteht aus zwei Vorhaben und transportiert vornehmlich Strom aus Windenergie vom Norden und Osten Deutschlands in den Süden: Ein Erdkabelpaar verbindet Wolmirstedt mit Isar (Vorhaben 5). Es soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen und Bayern mit bis zu 2.000 MW aus nord- und ostdeutscher Windenergieproduktion versorgen. Jetzt kommt mit dem Vorhaben 5a gleich noch ein weiteres 2.000-MW-Erdkabelpaar dazu. Der südliche Teil von 5a, für den die neuen Kabel bestellt wurden, führt vom Landkreis Börde (Sachsen-Anhalt) zum niederbayerischen Umspannwerk.

Für die beiden Leitungsverbindungen werden in zwei separaten Kabelgräben jeweils zwei Erdkabelstränge verlegt. Dadurch ergibt sich eine Gesamtkabellänge von 2.100 Kilometern.

Der nördliche Teil des Vorhabens 5a zwischen Raum Klein Rogahn (Mecklenburg-Vorpommern) und dem Landkreis Börde ist in einem separaten Projekt mit Namen Südostlink+ enthalten. Während sich die anderen Südostlink-Abschnitte bereits in der Planfeststellung befinden, steht dieser Teil noch vor der Bundesfachplanung. Die Kabelproduktion für diesen Abschnitt wurde daher noch nicht vergeben. Das Vorhaben 5a soll 2030 in Betrieb gehen.

 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 02.08.2022, 14:51 Uhr

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