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Enerige & Management > Regenerative - Thüringen plant Innovationszentrum für Wasserstoff
Bild: stockWERK / Fotolia
REGENERATIVE:
Thüringen plant Innovationszentrum für Wasserstoff
Thüringen hat einen Sechs-Punkte-Plan für den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft und den Einsatz des Energieträgers in der Wärmeversorgung sowie im Verkehr vorgelegt.
 
Erneuerbarer Wasserstoff soll künftig in Thüringen Züge und Lastwagen antreiben sowie Gebäude mit Wärme und Kälte versorgen. Landesumweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sieht gute Möglichkeiten, erneuerbaren Strom durch Umwandlung in Wasserstoff für die Wärmeversorgung und die Mobilität nutzbar zu machen und so für beide Sektoren emissionsfreie Energie bereitzustellen.

Siegesmund strebt ein eigenes Innovationszentrum für Wasserstoff in Thüringen an. Dort sollen Forschung und Wirtschaft gemeinsam marktreife Produkte entwickeln, Startups eine optimale Wachstumschance bekommen. Dafür im Auge hat das Land das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Hermsdorf.

Der Sechs-Punkte-Plan für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft sieht außerdem den Einsatz von Brennstoffzellenzügen und -bussen vor, die Wasserstoff als Treibstoff nutzen. Zur Umsetzung klimaneutraler Mobilität sollen Ausschreibungsbedingungen entwickelt werden, die es möglich machen, dass neben Elektrofahrzeugen verstärkt auch Brennstoffzellenfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Wasserstoff soll aber auch in der Wärmeversorgung und in der Industrie zum Einsatz kommen und fossiles Erdgas ersetzen. Außerdem sieht der Plan Wasserstoffanwendungen in der Abfallwirtschaft oder Transportlösungen für die Logistikbranche auf Wasserstoffbasis vor.

Der Sechs-Punkte-Plan basiert auf einer Kurzstudie der Bauhaus-Universität Weimar, die Potenziale einer Wasserstoffversorgung aufzeigt. Als Basis der für die Produktion von Wasserstoff nötigen Stromerzeugung kommen laut der Studie „nennenswerte installierte Leistungen an Windkraft- und Biogasanlagen“ in Frage, die in den nächsten Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Demnach läuft bis 2026 für gut 450 MW Windkraftleistung in Thüringen die Förderung aus. Für diese Anlagen müssten, sofern kein Repowering vorgesehen sei, im Rahmen der technischen Restlaufzeiten Lösungen gefunden werden, so die Studie.
 
 

Peter Focht
Redakteur
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Freitag, 11.10.2019, 16:00 Uhr

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