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Enerige & Management > Wärmenetz - Orientierungshilfe für die kommunale Wärmeplanung
Bild: E&M, Stefan Sagmeister
WÄRMENETZ:
Orientierungshilfe für die kommunale Wärmeplanung
Einen Leitfaden für die kommunale Wärmeplanung für Baden-Württemberg haben das Landesumweltministerium und die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg nun vorgelegt.
 
Eine "herausragende Bedeutung" schreibt das Umweltministerium Baden-Württemberg dem Wärmesektor beim Klimaschutz zu. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gibt die Schlagrichtung vor: "Wenn wir den globalen Temperaturanstieg erfolgreich eingrenzen wollen, müssen wir unseren Wärmebedarf drastisch reduzieren, die Energie zur Deckung dieses Bedarfs effizienter einsetzen und möglichst klimaneutral erzeugen." 

Der am 11. Januar vom Landesministerium und der KEA Klimaschutz und Energieagentur Baden-Württemberg veröffentliche "Handlungsleitfaden Kommunale Wärmeplanung" versteht sich als Orientierungshilfe und Informationsquelle für die an der Wärmeplanung beteiligten Akteure: den Mitarbeitern der Kommunen und der Unternehmen sowie den Bürgern. 

Wie Untersteller in einer Online-Veranstaltung gemeinsam mit dem baden-württembergischen Städtetag betonte, liege das Potenzial bei der kommunalen Wärmeplanung im privaten und unternehmerischen Gebäudesektor. Er rief die Städte und Gemeinden dazu auf, mithilfe des Leitfadens die Wärmewende vor Ort strategischen zu koordinieren.

Wärmeversorgung als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge

Zum Hintergrund: Mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg (KSG BW) gibt das Bundesland allen Gemeinden die Chance, einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen und fortzuschreiben. Bis zum 31. Dezember 2023 müssen die großen Kreisstädte einen Wärmeplan vorlegen. "Mit der Wärmeplanung macht sich die Gemeinde die Wärmeversorgung als Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge zu eigen", heißt es in dem nun vorgelegten Leitfaden. Der Plan: Die kommunale Entscheidungsebene und die Verwaltung entwerfen einen "strategischen Fahrplan", der ihrer Arbeit in den kommenden Jahrzehnten Orientierung verleihen soll. 

Der Leitfaden geht in einzelnen Kapiteln ausführlich auf die zentralen Schritte ein, die zur Erstellung eines kommunalen Wärmeplans nach Paragraph 7c Absatz 2 des KSG BW nötig sind:
  • Die Bestandsanalyse: Erhebung des derzeitigen Wärmebedarfs und -verbrauchs und der daraus resultierenden CO2-Emissionen, einschließlich Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen und den Baualtersklassen, der Versorgungsstruktur aus Gas- und Wärmenetzen, Heizzentralen und Speichern sowie Ermittlung der Beheizungsstruktur der Wohn- und Nichtwohngebäude.
  • Die Potenzialanalyse: Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme in den Sektoren Haushalte, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen, Industrie und öffentlichen Liegenschaften sowie Erhebung der lokal verfügbaren Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärme-Potenziale.
  • Die Aufstellung eines Zielszenarios: Entwicklung eines Szenarios zur Deckung des künftigen Wärmebedarfs mit Erneuerbaren, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Dazu gehört eine räumlich aufgelöste Beschreibung der dafür nötigen zukünftigen Versorgungsstruktur im Jahr 2050 mit einem Zwischenziel für 2030. 
  • Die Wärmewende-Strategie: Formulierung eines Transformationspfades zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans, mit ausgearbeiteten Maßnahmen, Umsetzungsprioritäten und Zeitplan für die kommenden Jahre und einer Beschreibung möglicher Maßnahmen für die Erreichung der erforderlichen Energieeinsparung und den Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur 
Neben der inhaltlichen Unterstützung durch den Leitfaden kündigte Umweltminister Untersteller auch eine finanzielle Unterstützung an: Für die Stadtkreise und großen Kreisstädte, die gesetzlich zu einer Wärmeplanung bis Ende 2023 verpflichtet sind, werde ein finanzieller Ausgleich geschaffen, heißt es aus Stuttgart. Zudem sollen in den zwölf Regionen des Landes sogenannte "Beratungsstellen kommunale Wärmeplanung" entstehen, die als Ansprechpartner für die Kommunen agieren.

Der 100-seitige "Handlungsleitfaden Kommunale Wärmeplanung"   stellt das Umweltministerium auf seiner Internetpräsenz zum Download bereit. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 11.01.2021, 13:46 Uhr

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