• Strom und CO2 fester, Erdgas wenig verändert
  • Darf ein Grundversorger einfach so aufgeben?
  • Smart City House in Osnabrück ins Leben gerufen
  • Schnellladepark verbindet künftig Berlin und München
  • EU sucht Weg aus dem Energiepreisdilemma
  • Aus Creos und Enovos wird Encevo
  • Die Welt gewinnt Erneuerbaren-Jobs, Deutschland verliert sie
  • Impulse für den Glasfaserausbau
  • BGH fällt kein Urteil im Streit über Solarmodule als Anlageobjekte
  • Stromnetzbetreiber rüsten auf
Enerige & Management > Österreich - Energiepreise für Haushalte 12 % über dem Vorjahr
Quelle: Fotolia/YuI
ÖSTERREICH:
Energiepreise für Haushalte 12 % über dem Vorjahr
Die Energiepreise für österreichische Haushalte lagen im Juni um 12,3 % über dem Vorjahresniveau. Das trieb zugleich die Inflation an, die um 2,8 % zunahm.
 
Besonders Treibstoffe und Heizöl wurden deutlich teurer von Juni 2020 bis 2021, teilte die Österreichische Energieagentur mit. Im Jahresvergleich zeigte sich ein Plus von 20,4 % bei Diesel und von 22,8 % bei Superbenzin. Auch die Heizölpreise stiegen weiter und lagen gegenüber dem Juni 2020 um 22,5 % höher. Ausgehend vom relativ niedrigen Preisniveau des Vorjahres war der Anstieg dieser Erdölprodukte maßgeblich für die höhere Inflation und Steigerung beim Energiepreisindex verantwortlich.

Holzheizungen waren dagegen weiter günstig. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres waren Pellets um 0,8 % günstiger. Gegenüber dem Juni 2020 sind die Preise für Brennholz um 1,3 % gestiegen. Ein Blick auf die letzten fünf Jahre zeige hier nur sehr geringe Preisschwankungen, während die Heizölpreise durch starke Fluktuationen gekennzeichnet sind, schreibt die Energieagentur.

„Für die Konsumentinnen und Konsumenten, die auf ein Heizsystem mit einem erneuerbaren Energieträger umsteigen wollen und dafür eine Pelletheizung wählen, sind das gute Nachrichten“, analysierte Herbert Lechner, wissenschaftlicher Leiter der Österreichischen Energieagentur. „Ziel der österreichischen Klima- und Energiepolitik ist es ja, dass bis spätestens 2035 Heizen mit Öl der Vergangenheit angehört und alle Kessel ausgetauscht sind.
 
Jährlich installierte Kesselanlagen in Österreich nach Brennstoffen
Quelle: Energieagentur Austria - Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Das Verbot von Heizölkesseln in Neubauten und die Förderaktionen des Klimaministeriums zum Tausch bestehender Öl- und Erdgaskessel trügen ihren Teil dazu bei, dass der Trend in die richtige Richtung gehe, sagte Lechner. Das zeigten auch die Zahlen der im Jahr 2020 neu installierten Kesselanlagen: Pellets-, Scheitholz- und Hackgutheizungen konnten um fast 20 % zulegen, auch Wärmepumpenheizungen hätten generell sehr gute Wachstumsaussichten und verzeichneten ein Plus von 9 %.

Verkauf von Ölheizung geht deutlich zurück

Dagegen brachen die Verkaufszahlen der Ölkessel um mehr als ein Drittel ein. Die Gasheizungen wiesen dagegen mit minus 2 % einen vergleichsweise geringen Rückgang auf. Da aber auch der Ausstieg aus Erdgasheizungen geplant ist und finanziell unterstützt werde, scheint laut Lechner auch ihr Zenit überschritten zu sein. Für die Sanierungsoffensive und „raus aus Öl und Gas“ stehen in Österreich 2021/2022 insgesamt 650 Mio. Euro zur Verfügung, davon sind 400 Mio. Euro für den Kesseltausch reserviert.

Bis Juni 2021 seien bereits 3.230 Projekte zur Förderung eingereicht und darüber hinaus 8.600 Registrierungen vorgenommen worden. Derzeit stünden laut Energieagentur noch 583,4 Mio. Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Die Haushaltspreise für Fernwärme gingen im Jahresvergleich um 1 % zurück. Die Haushaltspreise für Gas stiegen im Jahresvergleich um 2,5 % gegenüber dem Wert von Juni 2020. Die Haushaltspreise für Strom stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 % an.

Auch deutsche Energiepreise stark gestiegen

In Deutschland betrug der Preisanstieg für Strom von 2020 bis Mitte 2021 laut Branchenverband BDEW durchschnittlich 3 %. Der Preis für je kWh Strom liegt in Deutschland bei 31,89 Cent, wobei drei Viertel Abgaben, Umlage und Steuern sind. Laut dem Vergleichsportal Verivox betrug die Preissteigerung für Energie insgesamt seit 2020 rund 18 %.

Auch hier bekamen Haushalte mit Ölheizungen mit 56,1 % die höchsten Preissteigerungen zu spüren. Hier greift auch schon die CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne fossilem Brennstoff, die seit 2021 zu zahlen ist. Bei Gas lag das Preisplus bei 12,9 %. An der Zapfsäule stiegen die Kosten für Benzin steigen um 23 %, für Diesel um 27 %.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 13.08.2021, 16:01 Uhr

Mehr zum Thema