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Enerige & Management > Effizienz - Wasserstoff ist nicht einzige, aber zentrale Speicherlösung
Bild: Fotolia.com, Photo-K
EFFIZIENZ:
Wasserstoff ist nicht einzige, aber zentrale Speicherlösung
Auf europäischer Ebene arbeiten die Fernleitungsnetzbetreiber an einem gemeinsamen Wasserstoffnetz. Thilo von der Grün von der Entso-G gab auf dem Energiemanagertag einen Überblick.
 
Während die Europäische Kommission an der rechtlichen Grundlage für eine künftige Wasserstoffinfrastruktur arbeitet, entwickeln die Fernleitungsnetzbetreiber Ideen für künftige Wasserstoffnetze, die aus umgestellten Erdgasleitungen bestehen. Darüber hat Thilo von der Grün von der Entso-G, dem Europäischen Verband der Fernleitungsnetzbetreiber für Gas mit Sitz in Brüssel, auf dem 2. Energiemanagertag in Kassel berichtet.

Der Verband habe sich im "2050 Roadmap Action Plan   " zu einem Dialog auf EU-Ebene mit der Industrie sowie den Betreibern von Strom- und Gasnetzen verpflichtet, heißt es in Brüssel. Dieser Aktionsplan enthält mehrere Vorhaben, die der Verband umsetzen will. Die Entso-G beteilige sich unter anderem an der europäischen Allianz für sauberen Wasserstoff. Diese habe die EU als Teil ihrer H2-Strategie ins Leben gerufen. Es gehe um Fragen nach künftigen Gasnetzen, einem gemeinsamen Netzentwicklungsplan sowie nach Gasqualitäten und Zertifikaten.

Vor etwa 100 Energiemanagern, die an dem Energiemanagertag teilnahmen, warb Peter Birkner, Geschäftsführer des Hessischen House of Energy in Kassel, ebenfalls für den Einsatz von Wasserstoff. Es gehe im Kern um die Reduktion des globalen CO2-Ausstoßes. Die Transformation des Energiesystems sei tiefgreifend. Sie erfordere viel Kapital und benötige Zeit.

„Die Energiewende ist auch eine Kapitalwende“, sagte er auf der Veranstaltung. Wir würden importierte fossile Rohstoffe gegen erzeugte erneuerbare Energien in Deutschland ersetzen. Die "folgenfreie" Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Treibhausgase sei nahezu erschöpft. „Es ist daher entscheidend, auch in kurzfristig wirkenden Übergangslösungen – wie beispielsweise türkisem oder blauem Wasserstoff – zu denken. Eine perfekte Lösung – wie grüner Wasserstoff – die zu spät kommt, hilft weder uns, noch dem Klima.“

Auf die Frage, ob Wasserstoff die ideale Lösung zur Speicherung von Energie sei, antwortete Birkner, die Energiewende benötige Flexibilitäten und Speicher zur Stabilisierung der volatil verfügbaren erneuerbaren Energien. Die Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse biete diese Flexibilitätsoptionen. Wasserstoff sei speicherbar und könne – unter deutlichen Verlusten – zur Stromerzeugung herangezogen werden. Dennoch werden im Energiesystem der Zukunft auch andere Optionen mit anderen Charakteristika benötigt wie Batterien, Wärmespeicher und Pumpspeicherkraftwerke.

„Allerdings findet Wasserstoff als Multitalent auch in den Bereichen Mobilität, Wärme, Chemie und Stahlerzeugung Anwendung“, sagte Birkner. „Wasserstoff ist nicht die einzige Speicherlösung, aber er ist ein notwendiges und zentrales Element eines nachhaltigen Energiekonzepts.“
 

Heidi Roider
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