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Enerige & Management > F&E - Schlaue Pakete fahren Bus und Bahn
Quelle: Shutterstock
F&E:
Schlaue Pakete fahren Bus und Bahn
Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist gerade im ländlichen Raum oft nicht ausgelastet und dadurch defizitär. Seine zusätzliche Nutzung für den Gütertransport könnte das ändern.
 
Im Forschungsvorhaben „CargoSurfer“ entwickelt die Kühne Logistics University (KLU) im Verbund mit sieben weiteren Partnern eine IT-Lösung, mit der Pakete abseits von Städten mithilfe öffentlicher Verkehrsmittel ihren Weg finden.

Die Idee des Projekts: „CargoSurfer“ nutzt freie Kapazitäten des ÖPNV für den Transport von Gütern. Das könnte gleich zwei Strukturprobleme im ländlichen Raum lösen: Einerseits bleiben viele Sitzreihen in Bussen und Regionalbahnen oft leer, sodass immer wieder Linien eingestellt werden. Andererseits besteht gerade abseits der Städte Bedarf für funktionierende Lieferketten, zum Beispiel für Bestellungen aus dem Online-Handel.

Im Idealfall reduziert das Verkehr und Emissionen, spart Kosten und steigert die Effizienz des Transportverkehrs. „Fracht im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen funktioniert aber nur, wenn alles lückenlos überwacht wird und zuverlässig ankommt“, erklärt Andre Ludwig, Professor für Informatik in der Logistik an der Kühne Logistics University in Hamburg.

„Wir nutzen Techniken der künstlichen Intelligenz, um Fracht ‚intelligent‘ zu machen“, beschreibt Ludwig die Aufgabe der KLU im Projektverbund. Treten während der Fahrt Probleme auf, wie zum Beispiel ein Stau oder Verspätungen der Bahn, werden diese eigenständig von der Fracht erkannt und die passende Reaktion ausgelöst. „Unsere Software fährt quasi als virtueller Paketkurier mit. Durch künstliche Intelligenz erkennt sie, ob der Anschluss erreicht wird. Wenn nicht, werden alle Beteiligten rechtzeitig informiert und ein neuer Transportplan erstellt“, erklärt Ludwig.

Bis sich die ersten Güter auf die Reise machen, ist eine umfassende Analyse notwendig. Wie wahrscheinlich tritt an einem bestimmten Tag eine Störung auf? Welche Faktoren haben Einfluss auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit? Welche Transportalternativen gibt es? Rund ein Jahr wird die Entwicklung der Software voraussichtlich in Anspruch nehmen, ehe das System in der Praxis erprobt werden kann.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr fördert das Vorhaben über eine Dauer von drei Jahren im Rahmen der Forschungsinitiative „mFUND“ mit insgesamt rund 2,7 Mio. Euro.
 

Peter Koller
Redakteur
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Mittwoch, 19.01.2022, 11:36 Uhr

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