• Strom: Korrektur beim Kalenderjahr
  • Gas: Seitwärts-Tendenzen
  • Globaler Klimaschutz unzureichend
  • Fehlende Richter könnten Windkraftausbau bremsen
  • "An den heutigen Strukturen festzuhalten, würde uns viel Geld kosten"
  • Sicherungssysteme haben Blackout verhindert
  • In neun Schritten zur treibhausgasneutralen Verwaltung
  • Wie sage ich es meinem Kunden
  • Thüringer Versorger beteiligt sich an Internetdienstleister
  • Bundeswirtschaftsministerium nimmt Wärmewende ins Visier
Enerige & Management > Stromnetz - Kochen, wenn die Sonne scheint
Bild: Shutterstock, peopleandmore
STROMNETZ:
Kochen, wenn die Sonne scheint
Den Strom im Haushalt zur richtigen Zeit verbrauchen – und damit CO2 einsparen. Das ist sicher nicht die schlechteste Idee. Eine App, die dabei hilft, entwickeln Studierende in Coburg.
 
Wenn die Sonne im Zenit steht, wird besonders viel Solarstrom erzeugt. "Bei schönem Wetter mittags kochen – und abends kalt essen und CO2 sparen. Eigentlich ganz leicht", sagt der Student Sascha Greilinger, Student an der Hochschule Coburg, der das Thema schon vor Jahren für sich entdeckt hat und es jetzt konsequent weiterverfolgt. Schließlich können so nicht nur die Treibhausgase reduziert, sondern auch die Stromnetze entlastet werden.

Natürlich ist das Ganze nicht immer so einfach wie in diesem Beispiel. Da braucht es meist noch mehr Informationen. Wer etwa weiß, dass am Wochenende in der Nacht starker Wind weht, kann seine Waschmaschine entsprechend programmieren. Auch das Laden des E-Bikes oder des E-Autos kann angepasst werden. Und wenn die Solarfelder im Winter mit Schnee bedeckt sind, ist das mit dem Mittagsmahl vielleicht auch nicht mehr unbedingt sinnvoll.

Helfen kann die jetzt von den Studierenden entwickelte App "Peak Pick". Sie wertet Jahreszeit und Wetter, den europaweiten Strommarkt und den Gesamtverbrauch aus. An der Entwicklung beteiligt sind auch die Professoren Michael Markert und Thomas Wieland, der die App als Projektarbeit bei seinen Informatik-Studenten ausgeschrieben hat. In einem Semester haben sie Greilingers Idee umgesetzt, sodass sie jetzt – zumindest im Entwicklungsstadium – zur Verfügung steht.

Viele wollen ihren Stromkonsum anpassen

Greilinger beschäftigt sich jetzt damit, wie er sie weiterentwickeln kann. Er denkt auch darüber nach, ein gemeinnütziges Start-up zu gründen. Zusätzlich plant der Student Features wie CO2-Spar-Wettbewerbe für Teams oder Unternehmen. "Mir ist wichtig, dass das Thema verstanden wird", sagt er. Die Stromerzeugung verursache in Deutschland immer noch am meisten CO2-Emissionen, habe aber großes Verbesserungspotenzial.

Bei einer Umfrage unter den Studierenden gaben übrigens drei Viertel der Befragten an, ihren Stromkonsum anzupassen, wenn der Energieversorger einen flexiblen Tarif anbieten würde, der Nachfrage zur richtigen Zeit mit günstigeren Preisen belohnt. Von denen wiederum erklärten mehr als 80 %, dass sie ihren Stromverbrauch grundsätzlich gerne an die Produktion der erneuerbaren Energien anpassen würden − nur der Umwelt zuliebe, auch ohne finanziellen Vorteil.
 

Günter Drewnitzky
© 2021 Energie & Management GmbH
Freitag, 19.02.2021, 16:04 Uhr

Mehr zum Thema