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Enerige & Management > IT - KI-"Spielplatz" für die deutsche Energiebranche
Quelle: iStock/agsandrew
IT:
KI-"Spielplatz" für die deutsche Energiebranche
KI-Technologien ohne viel Aufwand und Risiko erproben. Das ermöglicht Unternehmen ein KI-"Spielplatz", den das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung entwickelt hat.
 
Künstliche Intelligenz kommt besonders in der Energiewendebranche immer häufiger zum Einsatz. Selbstlernende Verfahren helfen etwa dabei, Wind- und Solareinspeisung besser vorherzusagen. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat nun eine Innovationsplattform entwickelt, auf der vor allem kleine und mittelständische Firmen selbst testen können, wie sie mit Künstlicher Intelligenz (KI) ihre Prozesse verbessern können. 

„Unsere KI-Plattform deckt ein breites Anwendungsspektrum ab: Ob neue Technologien für die Energiewende, ob klimaneutrale Produktionsprozesse oder Anwendungen – dafür steht unsere Innovationsplattform. Kleine und mittlere Unternehmen und vor allem Start-ups entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich der erneuerbaren Energien können davon profitieren“, erklärt Anton Kaifel, Teamleiter des Bereichs KI und Maschinelles Lernen am ZSW.

Die Nutzung des ZSW-Services ist einfach: Firmen registrieren sich auf der Website https://kilab-ee.zsw-bw.de   , laden ihre Daten in einem geschützten Datenraum hoch und können Software und Infrastruktur nutzen, um selbständig KI-Modelle mit ihren Daten zu trainieren. „Somit haben die Unternehmen eine sehr niedrige Einstiegsschwelle und können mit unserem KI-Playground-Tool testen, ob und wie Künstliche Intelligenz in ihr Unternehmen integrierbar ist und ob es sich für sie lohnt“, erläutert Frank Sehnke, Data-Scientist für KI am ZSW.

Die Anforderungen und Bedürfnisse der Unternehmen kennen er und das zehnköpfige KI-Forschungsteam am ZSW ganz genau. Erfahrungen sammelten sie im „KI-Lab für erneuerbare Energien (KILEE)“, bei dem Firmen mit KI-Methoden Produktionsprozesse optimieren sowie neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln konnten. Das Projekt startete im April 2020 und wurde jetzt erfolgreich beendet. „Durch das KI-Lab und andere Forschungsvorhaben ist der technologische Reifegrad unserer Plattform sehr hoch“, so Frank Sehnke.

Während beim KI-Lab der Fokus auf Unternehmen aus dem Südwesten lag, steht die Plattform mit ihrem Analysetool nun Firmen aus ganz Deutschland zur Verfügung.
Unternehmen, die sich auf der Plattform anmelden, durchlaufen einen Prozess. Zunächst können Einsatzgebiete von KI im jeweiligen Unternehmen bestimmt werden. Daraus wird ein KI-Readiness-Level festgelegt und die weiteren Schritte diskutiert. Anschließend werden in einer Proof-of-Concept (PoC)-Anwendung mit KI die Daten geprüft und erste KI-Modelle mithilfe der Plattform entwickelt. Tutorials geben Hinweise in der Handhabung der KI-Plattform.

Sollen KI-Modelle auf Basis eines PoC bei den Firmen zur Prozessoptimierung für die Überwachung und vorausschauende Wartung von Anlagen oder für neue Dienstleistungen und Produkte eingesetzt werden, unterstützt das ZSW die Unternehmen, um individuelle Anwendungen und Software zu entwickeln. Damit sind Firmen in der Lage, die Zeithorizonte für neue Entwicklungen wesentlich zu verkürzen sowie ihre Produkte und Dienstleistungen früher in den Markt einzuführen.

„Eine Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen, bei gleichem Umsatz einen höheren Gewinn erzielen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Durch KI sind Unternehmen eher in der Lage, Innovationen hervorzubringen und Meilensteine zu setzen“, so das Fazit von Anton Kaifel.
 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 20.09.2021, 14:56 Uhr

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