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Enerige & Management > Stromnetz - Ampel zeigt Ungleichgewichte im Netz an
Quelle: Shutterstock, Penofoto
STROMNETZ:
Ampel zeigt Ungleichgewichte im Netz an
Mit einer neuen Netzsaldo-Ampel wollen die vier Übertragungsnetzbetreiber Ungleichgewichte im Stromnetz den Marktteilnehmern schneller kommunizieren.
 
Am 23. September startet im deutschen Netzregelverbund (NRV) die neue Netzsaldo-Ampel für Marktteilnehmer. Die Ampel zeigt in jeder Viertelstunde Ungleichgewichte der Regelzonen der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW an. Ziel der NRV-Saldo-Ampel ist, den Marktteilnehmern die Gelegenheit zu geben, Unausgeglichenheiten ihrer Bilanzkreise sofort zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die vier Regelzonen sind im deutschen Netzregelverbund zusammengefasst. In diesem Verbund optimieren die vier ÜNB die Vorhaltung und den Einsatz von Regelenergie. Somit sorgen sie dafür, dass dieser Beitrag zur Systemstabilität möglichst kosteneffizient gestaltet ist.

Mit dem neuen Ampelsystem auf der Internetseite www.netztransparenz.de   stellen die ÜNB den Marktteilnehmern nun ein neues Informationsinstrument zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Marktteilnehmer ihre Erzeugungs- und Verbrauchsportfolien noch effizienter bewirtschaften können, so die Hoffnung.

Die neue NRV-Netzsaldo-Ampel zeigt dabei die Situation in der Systembilanz in drei Stufen an: Bei unkritischen NRV-Saldi wird ein grünes Ampelsignal übermittelt. Bei erhöhten oder angespannten Saldi wird ein gelbes oder rotes Ampelsignal gesendet. Dabei wird auch angezeigt, ob zu viel Strom im System ist (Überdeckung) oder Strom fehlt (Unterdeckung). Die Marktteilnehmer können somit ihre eigenen Positionen oder Ungleichgewichte schneller erkennen und am Markt ausgleichen. Damit können Kosten für Ausgleichsenergie vermieden werden.

Bislang veröffentlichten die Übertragungsnetzbetreiber den NRV-Saldo wenige Minuten nach einer Viertelstunde. Händler können jedoch kurzfristige Stromkäufe innerhalb einer Viertelstunde abschließen. Mit dem neuen Ampelsystem wird die Transparenz über den Zustand des deutschen Netzregelverbundes erhöht und den Marktteilnehmern die Möglichkeit gegeben, direkt darauf zu reagieren.
 

Peter Koller
Redakteur
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