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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Wind Europe appelliert an Altmaier, Hemmschuhe zu entfernen
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT ONSHORE:
Wind Europe appelliert an Altmaier, Hemmschuhe zu entfernen
Vor dem Hintergrund der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ab 1. Juli appellierte der CEO des europäischen Verbandes an die Bundesregierung, den Windkraftausbau wieder in Gang zu bringen.
 
Giles Dickson, CEO von Wind Europe appellierte am 6. Mai eindringlich an den deutschen Wirtschaftsminister, Peter Altmaier (CDU): „Am 1. Juli werden Sie Präsident der 27 EU-Energieminister. 23 von ihnen haben einen Nationalen Energie- und Klimaplan für 2030. Sie nicht“, sagte Dickson. Ohne den Plan könne Deutschland nicht glaubwürdig den Green Deal vertreten, mahnte er. Spanien und Frankreich hätten jüngst ihre Klimaschutzpläne deutlich nachgeschärft und klare Zeichen für den Ausbau von erneuerbaren Energien gesetzt. „Das wünschen wir uns jetzt auch von Deutschland“, betonte der gebürtige Brite.

Dickson forderte von Altmaier, endlich den 18-Punkte-Plan des Bundeswirtschaftsministeriums abzuarbeiten, der den Windkraftausbau an Land wieder anschieben soll, keine neuen Einschränkungen für das Repowering bestehender Windparks festzulegen und die Ausbauziele für die Windenergie auf See zu erhöhen. Dies werde Investitionen in Wind freisetzen, Arbeitsplätze unterstützen und die Erholung nach der Corona-Krise vorantreiben. Das sei ein gutes Geschäft für Deutschland, schloss Dickson.
 
Giles Dickson, CEO WindEurope
Bild: WindEurope

Auch deutscher Windverband drängt Altmaier

Beim Petersberger Klimadialog hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Verknüpfung zwischen Klimapolitik und Konjunkturprogrammen für die Zeit nach der Corona-Pandemie betont. „Gestern haben die Landesenergieminister mehr Tempo für die Energiewende gefordert und unterstrichen, dass dieses Wachstum, Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung schafft“, erinnerte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE). Jetzt gelte es daraus die richtigen Maßnahmen abzuleiten. Die Windenergie werde als Masseträger des künftigen Energiesystems gebraucht. Zusätzlich muss insbesondere die Solarenergie angetrieben werden. „Deshalb unterstützen wir die Bestrebungen der Energieminister für eine sofortige Aufhebung des solaren Förderdeckels“, sagte Albers.

Windkraft ist verlässlicher Stromlieferant

Allein in den ersten vier Monaten des Jahres haben Windkraftanlagen an Land und auf See laut einer Auswertung des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme 61,5 Mrd. kWh sauberen Strom ins Netz eingespeist. Das entspricht einem Anteil von 34,9 % an der Nettostromerzeugung für das laufende Jahr. Gut ein Sechstel der Windstromerzeugung entfiel dabei auf den Offshore-Bereich. Insgesamt lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix bislang bei 56 %.

BWE-Präsident Albers sieht angesichts dieser potiven Entwicklung einen dringenden Handlungsbedarf bei der Politik: „Unsere Branche kann einen wichtigen Beitrag für den Neustart nach der Corona-Pandemie leisten", sagte er. Es gelte über einen Wiederanzug des Zubaus gute Arbeitsplätze im deutschen Maschinen- und Anlagenbau zu stabilisieren, den Kommunen sichere Steuererträge zu gewährleisten und nicht zuletzt im Bereich Service und Wartung langfristige regionale wirksame Beschäftigung und Wertschöpfung zu gewährleisten. "Unsere Branche will zupacken. In der Politik braucht es jetzt den nötigen Ruck, um uns die Möglichkeiten dafür zu geben“, appellierte Albers.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 06.05.2020, 11:08 Uhr

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