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Enerige & Management > Veranstaltung - Vattenfall registriert verstärkte Dynamik beim Klimaschutz
Bild: E&M
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Vattenfall registriert verstärkte Dynamik beim Klimaschutz
Die Vorstandsvorsitzende des schwedischen Vattenfallkonzerns, Anna Borg, sieht ein Umdenken. Sie sprach auf dem virtuellen „Handelsblatt Energiegipfel“.
 
Man brauche nur auf die Finanzwirtschaft zu schauen, sagte die Präsidentin und CEO des schwedischen Vattenfallkonzerns bei ihrer Eröffnungsrede auf der Handelsblatttagung Energie am 13. Januar. Die Veranstaltung findet in diesem Jahr digital im Netz statt. Auf den Finanzmärkten würden die Veränderungen in Sachen größeres Bewusstsein beim Klimaschutz deutlich sichtbar.

„Die Finanzwirtschaft sieht Investitionen in fossile Projekte immer mehr als Risiko“, sagte Borg. Daher würden immer mehr Geldgeber entsprechende Prämien fordern von Unternehmen, die nicht bereits seien, ihre CO2-Emissionen in einem entsprechenden Umfang zu senken. Aber das war nicht der einzige Treiber den Borg ausmacht. Es gebe noch weitere Punkte, die für eine zusätzliche Dynamik beim Klimaschutz sorgen würden.

Vattenfall unterstützt Green Deal der EU

Zu nennen sei dabei das Pariser Klimaschutzabkommen und vor allem der „European Green Deal“ der EU-Kommission, der mit verschärften Klimaschutzvorgaben in der Union einhergehe, sagte Borg. Die Pläne des Green Deals sehen vor, die CO2-Emissionen der EU im Vergleich zu 1990 bis 2030 nicht um 40  %, sondern um 50 %, besser 55 % zu reduzieren. Vattenfall unterstützt die EU-Position: „Die neuen Ziele der EU von 2030 gehen in die richtige Richtung.“

Ein anderer Treiber beim Klimaschutz sei der technische Fortschritt. Die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien würde immer günstiger und der Wandel setze sich fort. Borg nannte dabei das Beispiel Solarstrom. „Die Produktion ist hier deutlich günstiger geworden.“ Hinzu komme, dass die Besteuerung von Treibhausgasen die Produkte aus fossiler Erzeugung immer mehr verteuerten. Diese Industrien verlieren durch die Besteuerung einen Wettbewerbsvorteil.

Schlussendlich trügen auch die Nachfrager zu einer Dynamisierung des Klimaschutzes bei. Die Kunden wollten verstärkt klimaneutrale Produkte: „Der Kunde ist bereit, für Dekarbonisierung zu zahlen“, so die Vattenfall-CEO. Dabei gehe es nicht nur um Endverbraucher, auch die Industrie, die Betreiber von Rechenzentren und Energieversorger fragten verstärkt diese Produkte nach.

Vattenfall sei für die neuen Herausforderungen gut gerüstet. Über 70 % der Investitionen des Unternehmens fließen laut Borg in die Windkraft, vor allem auf dem Meer. Sie verwies dabei auf den Offshore-Windpark Hollandse Kust Zui mit einer installierten Leistung von 1.500 MW – der größte seiner Art weltweit, wenn er im Jahr 2023 in Betrieb geht.

Abschaltung von Moorburg eine Verschwendung?

Doch sei die Energiewende ein Puzzlespiel mit vielen Teilen. Ein wichtiges Teil werde dabei Erdgas sein. Für eine Übergangszeit werde Erdgas eine wichtige Übergangslösung darstellen. Weitere Puzzleteile seien die Sektorkopplung, Power-to-Heat, grünes Gas, Geothermie aber auch Wasserkraft und nicht zu vergessen die Rolle von Wasserstoff.

Was Deutschland betrifft, so werde sich Vattenfall um eine Dekarbonisierung auf dem Berliner Wärmemarkt kümmern. Ziel sei eine Energieversorgung von Vattenfall in Deutschland ohne Kohle. Dazu gehöre auch die Schließung des Kohlekraftwerks Moorburg in Hamburg. Das Steinkohlekraftwerk war zum Jahreswechsel 2021 vom Netz gegangen, obwohl es erst 2015 in Betrieb ging.

Ob die Abschaltung von Moorburg nicht eine Verschwendung sei, wollte Handelsblatt-Redakteur Klaus Stratmann von Borg wissen. Sie räumte ein, dass die Situation in Deutschland mit dem staatlich beschlossenen Kohleausstieg schon besonders sei. Gleichwohl gehe sie davon aus, dass auch woanders zunehmend über ein Verbot von Kohlekraftwerken nachgedacht werde.
 

Stefan Sagmeister
Chefredakteur
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Mittwoch, 13.01.2021, 15:54 Uhr

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