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Enerige & Management > Klimaschutz - Norddeutsche zeigen mehr Interesse an Energiefragen
Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger
KLIMASCHUTZ:
Norddeutsche zeigen mehr Interesse an Energiefragen
Auch wenn Windenergieanlagen für die Menschen in Norddeutschland inzwischen zum Landschaftsbild gehören, sind sie mit der Umsetzung der Energiewende nur zum Teil zufrieden.
 
Die Windenergie wird oft als Barriere für die Akzeptanz der Energiewende gewertet. Zumindest für Norddeutschland wird diese Einschätzung nun durch eine neue Studie widerlegt. Dort ist die Stromerzeugung aus Windenergie bereits zur Normalität geworden. 52 % der Menschen in Schleswig-Holstein und Hamburg empfinden Windenergieanlagen nicht als störend, sondern als zur Landschaft zugehörig. Damit liegt der Zuspruch der Anlagen deutlich vor Kraftwerken, Fabriken und Industrieanlagen. Das ergab eine zweite Akzeptanzstudie im Rahmen des Sinteg-Projektes „Norddeutsche Energiewende 4.0 (NEW 4.0)“ für die 1 024 Menschen aus Schleswig-Holstein und Hamburg durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Public Affairs befragt wurden.

Verglichen mit einer ersten Befragung im Januar 2018 zeigt sich nun deutlich, dass das Thema „Umwelt-, Klimaschutz- und Energiefragen“ in den vergangenen Monaten deutlich stärker in den Fokus der Bevölkerung gerückt ist. Lag es in der ersten Akzeptanzumfrage noch auf Rang 5 der wichtigsten Themen für Deutschland, ist es inzwischen auf den 3. Platz vorgerückt. Gleichbleibend hoch ist die Beunruhigung über den Klimawandel: 86 % der Befragten empfinden den Klimawandel als eher große oder sehr große Bedrohung.

Zugleich belegt die neue Studie aber auch, dass das Interesse an erneuerbaren Energien und Klimapolitik unmittelbar zu einem höheren Wissensstand führt: Drei Viertel der Befragten, die in ihrem persönlichen Umfeld häufig über diese Themen sprechen, trauen sich zu, den Begriff „Energiewende“ erklären zu können. Diese gefühlte Informiertheit sinkt allerdings rapide, wenn erneuerbare Energien und Klimapolitik kein Gesprächsthema sind: In dieser Gruppe sind es nur noch 23 %, die den Begriff erklären könnten. Es bleibt also wichtig, die Menschen bei der Energiewende mitzunehmen, sie zu informieren und über die erforderlichen Technologien aufzuklären. Nur so ließen sich Dialoge anstoßen und die Auseinandersetzung mit dem Thema fördern.

Zu gemischten Ergebnissen kommt die Akzeptanzstudie hinsichtlich der Zufriedenheit der Befragten mit der derzeitigen Umsetzung der Energiewende. Kritik wird von den Menschen vor allem an der Gerechtigkeit der Kostenverteilung geäußert. 26 % der Norddeutschen sind eher nicht und 27 % der Befragten explizit gar nicht zufrieden. Auch das mangelnde Engagement der politischen und wirtschaftlichen Akteure sowie die Geschwindigkeit des Umbaus der Energiesysteme wird kritisiert. So sind 23 % nicht bzw. 18 % der Befragten gar nicht zufrieden mit den politischen/wirtschaftlichen Aktivitäten . 22 % wünschen sich mehr Tempo bei der Umsetzung der Energiewende.

Laut der Akzeptanzstudie wird das Potenzial, das in der Aktivierung der Bürger liegt, derzeit noch nicht ausgeschöpft. Hier müsse eine wirksame Akzeptanzförderung ansetzen und die Bewertung des Vorankommens der Energiewende und die Wirksamkeit des eigenen Handels stärker in den Fokus rücken. Bislang herrsche bei den Befragten in Bezug auf die Einschätzung des eigenen Beitrags zur Energiewende noch große Unsicherheit, weshalb die Bürger eher passive Befürworter der Energiewende bleiben, so das Fazit der Studie.

Für den Herbst in eine dritte Befragungsrunde geplant, um die Veränderungen der Einstellungen der Bevölkerung zur Energiewende über die gesamte Projektlaufzeit von NEW 4.0 verfolgen zu können. Die Ergebnisse der bisherigen Akzeptanzstudien sind abrufbar unter www.new4-0.de/downloads   .
 

Kai Eckert
Redakteur
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Freitag, 26.04.2019, 12:17 Uhr

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