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Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Mastiaux fordert mehr Effizienz für Energiewende
EnBW-Chef Frank Mastiaux skizzierte in Berlin klare Vorstellungen darüber, wie die Energiewende voran gebracht werden kann.
 
„Die Dekarbonisierung geht weit über die Schließung von Kohlekraftwerken hinaus, sie bedeutet einen gesamtgesellschaftlichen Umbau“, betonte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux. Gelingen könne dieser nur, wenn sich die Dekarbonisierung auch wirtschaftlich lohne, sagte der EnBW-Chef auf einer von der Tageszeitung „Die Welt“ veranstalteten Energiekonferenz. „Dafür ist eine umfassende CO2-Bepreisung als Ergänzung zum Europäischen Emissionshandel notwendig“, bekräftigte der Manager.

Und auch einen Mindestpreis müsse es geben, und zwar Sektor- und Branchen übergreifend. Dieser würde Investitionssicherheit für Investitionen in CO2-arme Technologien geben wie etwa den Switch von Kohle zu Gas, also den Kohleausstieg beschleunigen. Der Erneuerbaren-Ausbau würde durch einen CO2-Mindestpreis gefördert, weil die Anlagen im Markt wirtschaftlicher würden, so Mastiaux. „Überfällig“ sei zudem auch, den Strom „von Preisbestandteilen zu befreien, die nichts mit der Dekarbonisierung zu tun haben“.

Der EnBW-Chef fordert insgesamt mehr Effizienz bei der Energiewende. „Marktwirtschaftliche Lösungen müssen deutlich in den Vordergrund rücken. Zur Kosteneffizienz gehört für ihn auch, Förderungen zu dynamisieren und schneller zu adjustieren. Zudem mahnte Mastiaux an, die zukünftigen Lösungen „zusammen zu denken“. Dabei werde man viel Infrastruktur koordinieren müssen.

Pfad-Entscheidungen für bestimmen Infrastruktur

So habe etwa die Entscheidung, mit welchem Energieträger LKW betrieben werden sollen (Strom aus Oberleitungen oder synthetische Gase) massive Auswirkungen auf den notwendigen Erneuerbaren-Ausbau. Zu klären sei auch die Frage, ob Wasserstoff zentral oder dezentral produziert werden soll. Der Manager ist überzeugt: „Wir müssen aus der Energiewende auch eine Infrastrukturwende machen.“

Auch die Rolle der Stakeholder – Unternehmen, Staat, Bürger - müsse überdacht werden. Energieversorger sollten sich zukünftig als Plattformanbieter betrachten und mit den anderen Sektoren zusammenarbeiten. „Die Kooperations- und Partnerschaftsfähigkeit ist eine Schlüsselkompetenz“, betonte Mastiaux.
 
Von der Politik verlangt er, Entscheidungen zu den beabsichtigen Pfaden zu treffen. „Verschieben geht nicht“, warnt er wegen der Vorlaufzeiten. Was passiere sei wie „ein Meteoriteneinschlag in Super-Zeitlupe“, so Mastiaux. Die Politik solle ihre „Scheinkämpfe auf ein Minimum reduzieren“ und Verlangsamung nicht mehr zulassen, fordert er. Obwohl der EnBW-Chef davon ausgeht, dass die „Phase der großregulatorischen Eingriffe“ zu Ende geht, wünscht er sich an diesem Punkt klare Fristsetzungen der Politik für die technische Umsetzung der Vorgaben.
 
 
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 12.11.2018, 16:49 Uhr

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