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Enerige & Management > Mobilität - Landstrom soll Luft in deutschen Häfen verbessern
Bild: Schiff am Gate-Terminal in Rotterdam, 2015, Bild Zukunft Erdgas
MOBILITÄT:
Landstrom soll Luft in deutschen Häfen verbessern

Am 10. Oktober verabschiedeten Bund- und Ländervertreter ein Maßnahmenpaket, um Schiffe in den Seehäfen mit Strom von Land zu versorgen und so Dieselabgase zu vermeiden.

 
Umfangreiche Maßnahmen zur Förderung von Landstrom versprach Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) den Regierungschefs von Schleswig-Holstein und Hamburg sowie Vertretern der Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen.

In Kiel unterzeichneten sie eine Vereinbarung, die die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Landstrom und somit die Luft in deutschen Hafenstädten verbessern soll.

Altmaier sagte: „Mit den Maßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zur Reduzierung von CO2 und Lärm in den Hafenstädten an der Nord- und Ostseeküste. Zugleich geben wir Häfen und Reedern Planungssicherheit, um den Ausbau der Anlagen und die Ausrüstung der Schiffe voranzutreiben.“

Zugleich betonte er die Absicht, eine gemeinsame europäische Regelung zu finden: „Es muss klar sein, wer in Europa anlegt, muss Landstrom nutzen, auch in Polen oder Dänemark, auch damit es nicht zu Verkehrsverlagerungen kommt.“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) äußerte die Hoffnung, dass die Bundesregierung zügig die Wirtschaftlichkeit von Landstrom verbessern werde. So soll die EEG-Umlage für den Landstrom um 80 % Prozent gesenkt werden und auch Netzentgelte reduziert werden. „Bis Mitte 2020 sollen die notwendigen Gesetzesregelungen auf den Weg gebracht sein“, hofft Günther. Bislang scheitert die Nutzung von Landstrom oft an den Kosten, die bis zu dreimal so hoch sind wie die eigene Stromerzeugung der Schiffe aus ihren Dieselaggregaten.

Neue Stromanschlüsse in den Häfen

Gleichzeitig soll ein Förderprogramm im Umfang von 140 Mio. Euro bereits ab dem Jahr 2020 aufgelegt werden, um Länder und Häfen beim Ausbau der notwendigen Hafeninfrastruktur zu unterstützen. Die Maßnahmenvorschläge gehen auf die Arbeiten der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft „Landstrom“ zurück, die Altmaier bei seinem Besuch in Kiel im August 2018 gemeinsam mit Ministerpräsident Günther eingerichtet hatte. Die Regelungsvorschläge sollen nun zügig Bundestag und Bundesrat vorgelegt werden.

Die Seehäfen Hamburg, Kiel und Rostock planen bereits umfangreiche Ausbaumaßnahmen. Zuletzt wurde im Mai in Kiel eine Landstromanlage für den Fährverkehr in Betrieb genommen. Mit den angekündigten Maßnahmen sollen die Anlagen künftig auch wirtschaftlich betrieben werden können. In Kiel nutzen die Oslo-Fähren seit diesem Jahr bereits Landstrom. Der Bau einer Anlage am Kreuzfahrer-Terminal Ostseekai für 13,5 Mio. Euro beginne in wenigen Tagen und soll 2020 in Betrieb gehen, sagte Hafen-Sprecher Ulf Jahnke gegenüber dpa.
 

Susanne Harmsen
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Donnerstag, 10.10.2019, 13:51 Uhr

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