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Enerige & Management > Klimaschutz - Initiative für den Industriestandort Nord-Ostdeutschland
Bild: Fotolia, bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Initiative für den Industriestandort Nord-Ostdeutschland
50 Hertz will gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) den Nordosten Deutschlands zum führenden Standort der Industrie- und Klima-Transformation machen.
 
Die vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz und der IG BCE angestoßenen Initiative trägt den Titel "Mit neuer Energie für starke Industriearbeitsplätze". Unterstützung bekommt sie von den Landesregierungen aus dem Netzgebiet von 50 Hertz − Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. 

Wie 50 Hertz und IG BCE mitteilen, fanden am 11. Februar Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zum Auftakt einer Round-Table-Reihe zusammen, darunter neben den Regierungschefs und Landesministern auch die Branchenverbände: der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), der Deutsche Industrie-Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Deutsche Industrie (BDI). Dem Auftakttreffen sollen, wie es heißt, weitere Round-Tables mit Wirtschaft, Verbänden und der Wissenschaft im Jahresverlauf folgen.

Ausgesprochenes Ziel ist es laut 50 Hertz, "gemeinsam konkrete und konstruktive Vorschläge für die spezifischen Erfordernisse einzelner Branchen zu entwickeln". Durch koordiniertes gemeinschaftliches Vorgehen soll der Transformationsprozess beschleunigt werden. Anvisiert sind eine zielgerichtete Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte, eine leistungsfähige Verwaltung sowie Planungssicherheit für Investitionen und Projekte der Sektorkopplung in großem industriellen Maßstab. Um diese Ziele zu erreichen, vereinbarten die Beteiligten bei der digital abgehaltenen Auftaktveranstaltungen eine "vertrauensvolle Kooperation".

Industriestandort und Energieversorgung für Zukunft sichern

Politik und Wirtschaft seien sich einig gewesen, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung 2038 einen "entschlossenen Einstieg in eine klimaneutrale Produktion von Industrie und Wirtschaft notwendig" mache. Als Stellschrauben sehen die Partner Dreierlei: den intensivierten Erneuerbaren-Ausbau, schnellere und effizientere Prozesse und die Sektorkopplung.

"Wichtig ist, dass Energiewende und Netzausbau noch mehr Hand in Hand gehen", sagte Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg. Die Rahmenbedingungen für die Sektorkopplung zwischen Verkehr, Wärme und Strom müssten verbessert werden. Die zeitweise Speicherung von erneuerbarem Strom oder dessen Umwandlung in Wasserstoff dürfe nicht länger mit Abgaben und Umlagen belastet und dadurch ausgebremst werden.

Industriestandort und Energieversorgung für Zukunft sichern

Die Zweischneidigkeit der Energiewende betonte Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE: "Die Transformation des Energiesektors ist für die Beschäftigten im Osten eine gewaltige Herausforderung. Sie birgt aber auch die Chance, den Standort zum Vorreiter einer Zukunftstechnologie zu machen und neue, gute Arbeitsplätze zu schaffen." Rainer Haseloff, Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, ergänzt: "Die Bundesländer im Osten haben in den letzten Jahrzehnten einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet. Dies wird auch so bleiben, denn der Kohleausstieg betrifft Mitteldeutschland und Brandenburg in besonderem Maße. Uns steht ein schwieriger Strukturwandel bevor. Es geht darum, den Industriestandort und die Energieversorgung für die Zukunft zu sichern."

Der zentrale Baustein für die Dekarbonisierung in Industrie und Wirtschaft seien leistungsfähige, zuverlässige Stromnetze, die auf die Integration immer größerer Mengen volatiler erneuerbarer Energieträger ausgerichtet sind, sagte Stefan Kapferer, CEO von 50 Hertz. Das Höchstspannungsnetz des Netzbetreibers umfasst eine Stromkreislänge von etwa 10.490 Kilometern. Über 60 % des verbrauchten Stroms stammen in dessen Netzgebiet bereits aus regenerativer Erzeugung, heißt es vonseiten des Übertragungsnetzbetreibers. Bis 2032 will das Unternehmen eigenen Angaben zufolge übers Jahr gerechnet 100 % erneuerbare Energien sicher in Netz und System integriert haben.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 15.02.2021, 11:51 Uhr

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