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Enerige & Management > Erdgasfahrzeuge - Erdgaslaster sollen weiter keine Maut bezahlen
Bild: Bild: ADAC
ERDGASFAHRZEUGE:
Erdgaslaster sollen weiter keine Maut bezahlen
Die Nutzer von Lastwagen mit Erdgasantrieb können mit einer Verlängerung ihrer Freistellung von der Straßenmaut rechnen – die Gaswirtschaft begrüßt entsprechende Pläne.
 
Die momentan bis Ende 2020 befristete Mautbefreiung für erdgasbetriebene Lastwagen soll bis Ende 2023 verlänger werden. Der Verkehrsausschuss des Bundestags sprach am 6. Mai eine entsprechende Empfehlung aus.

Das bestätigte gegenüber E&M Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die Verlängerung der Mautbefreiung soll über eine Änderung des Bundesfernstraßengesetzes erfolgen, über die der Bundestag in der nächsten Woche abstimmen soll. Auch der Bundesrat muss der Entscheidung zustimmen.

Die Gaswirtschaft begrüßte die Empfehlung des Verkehrssauschusses. Marktakteure, die auf den emissionsarmen Gasantrieb setzen, erhielten damit eine verlässliche Perspektive und Planungssicherheit, erklärte Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas.

Gasbetriebene Lastwagen stießen im Vergleich zu Euro-6-Dieselfahrzeugen bis zu 15 % weniger CO2 aus und könnten somit schnelle Klimaerfolge erzielen. Mit Biogas könnten sie sogar nahezu klimaneutral fahren.

Durch die Mautbefreiung und die ebenfalls seit 2019 geltende Förderung von energieeffizienten und CO2-armen Lastern habe die Politik den vom Diesel dominierten Markt für emissionsarme Antriebsalternativen geöffnet. Seitdem seien 1.421 Anträge zur Förderung von Lastwagen, die mit LNG (verflüssigtes Erdgas) betrieben werden, und über 430 Anträge für Laster, die CNG (komprimiertes Erdgas) nutzen, gestellt worden.

Auch die Logistikbranche begrüßte die geplante Verlängerung der Mautbefreiung als wichtigen Schritt hin zu mehr Planungssicherheit für Investitionen in alternative Antriebe. Der Einsatz von CNG/LNG liefere als derzeit einzige am Markt verfügbare Diesel-Alternative für schwere Nutzfahrzeuge bereits heute einen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrssektor, so die Bundesverbände Spedition und Logistik (DSLV), Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) und andere in einer gemeinsamen Presserklärung.

Kritik an der geplanten Verlängerung der Mautbefreiung übten die Grünen. Sie halten den Klimavorteil von Erdgas für zu gering und fürchten eine weitere Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße.

Die Freistellung von der Maut für Erdgaslaster war zum 1. Januar 2019 eingeführt worden, um Fahrzeuge mit klimaentlastenden Antrieben attraktiver zu machen und die Emissionen aus dem Verkehr zu verringern. Auch die Deutsche Energieagentur (Dena) und die von ihr koordinierte LNG-Taskforce fordern eine Verlängerung der Mautbefreiung. Erdgas und vor allem Biomethan, in Form von CNG und LNG, seien Alternativen für alle Anwendungsbereiche des Straßengüterverkehrs, um bereits heute Treibhausgas-Emissionen sowie Luftschadstoffe zu reduzieren, so die Dena.
 

Peter Focht
Redakteur
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Donnerstag, 07.05.2020, 16:47 Uhr

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