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Bild: Fotolia.com, oqopo
POLITIK:
Energiewende mit mehr oder weniger internationaler Wirkung
Wie wird die deutsche Energiewende im Ausland gesehen und was bewirkt sie dort? Der Weltenergierat hat dazu die vierte Umfrage bei Energieexperten in 42 Ländern durchgeführt.
 
Die internationale Aufmerksamkeit ist der Energiewende nach wie vor sicher: Eine große Mehrheit der Befragten (58 %) gibt an, dass in ihrem Land aufmerksam verfolgt wird, was im deutschen Energiesektor passiert und wie die Energiewende voran schreitet. Einen Einfluss auf energiepolitische Diskussionen oder Entscheidungen hat die Energiewende aber vor allem in Europa, das attestierten 25 % der Befragten bei der Umfrage des Weltenergierates. Außerhalb Europas hingegen hat die deutsche Energiewende kaum Einfluss auf die Energiepolitiken.

45 % der Befragten glauben, dass Deutschland seine Energiewendeziele erreichen kann, allerdings gehen die meisten (84 %) von einer Verspätung aus. 60 % glauben nicht, dass die Energiewende als weltweite Blaupause dienen könnte, doch meinen vier von fünf der Befragten, dass zumindest Teile des Konzepts in ihrem Land adaptiert werden könnten. 2015 sahen das nur gut die Hälfte der Befragten so.

CO2-Preis und Subventionsende für die Fossilen

Außerhalb Europas liegen die Motive für einen Umbau der Energieversorgung hin zu den erneuerbaren Energien vor allem in der steigenden Energienachfrage durch wirtschaftliches Wachstum (36 %), dem Zugang zu Energie (27 %) sowie dem Streben nach Versorgungssicherheit und weniger im Klimaschutz: Während 45 % der Europäer Klimaschutz als wichtigste Motivation für ihre Energiewende angaben, waren dies außerhalb Europas nur 5 %. „Um die Energiewende und neue Technologien wirklich exportieren zu können, müssen wir die Länder daher viel stärker bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Herausforderungen unterstützen", betont Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierates.

92 % der Befragten nannten als effektivste Instrumente für den Klimaschutz Energieeffizienzmaßnahmen. An zweiter Stelle liegt das Ende der Subventionen für fossile Energien, dies gaben gut zwei Drittel der Befragten an. Knapp zwei Drittel nannten den Kohleausstieg, 69 % finden die Nutzung von Erdgas anstelle anderer fossiler Energien zielführend. 52 % der Befragten halten die Förderung erneuerbarer Energien für ein gutes Klimaschutzinstrument, die Kernenergie kam auf 37 %.

Fast die Hälfte der Befragten (48 %) spricht sich auch für Maßnahmen zur CO2-Bepreisung aus, insbesondere wenn die G20 Staaten dabei geschlossen vorangehen (48 %).

Die detaillierten Umfrageergebnisse finden sich unter
www.weltenergierat.de/publikationen/studien/  
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 23.01.2017, 13:51 Uhr

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