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Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger
KLIMASCHUTZ:
Bundesländer mit unterschiedlichen Klimaschutz-Erfolgen
Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) gibt in ihrem Portal „Föderal Erneuerbar“ jetzt einen Überblick über Stand und Entwicklung der CO2-Emissionen in den einzelnen Bundesländern.
 
Führend ist demnach Thüringen, wo bis 2014 ein Rückgang der Treibhausgasemissionen (THG) aus der Energieerzeugung um fast 65 % gegenüber 1990 erreicht wurde. Die Bundesländer haben je nach Wirtschaftsstruktur und Bevölkerung unterschiedliche Ausgangsbedingungen: Wo es viel konventionelle Energieerzeugung und Industrie gibt und dazu noch viele Einwohner, wie etwa in NRW, ist die Emissionsminderung naturgemäß schwieriger: NRW landet mit -13,2 % THG-Reduktion im Ländervergleich im Mittelfeld. Schlusslicht ist Hamburg mit nur -3 %.

Für einige Bundesländer liegen nur Werte bis 2013 vor. Demnach erreichte Berlin bis dahin eine Minderung um gut 30 %, was aber auch mit auf den starken Rückgang der industriellen Produktion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zusammenhängen dürfte. Bayern konnte seine energiebedingten Treibhausgase bis 2013 nur um 7 % gegenüber 1990 senken. Die Daten basieren auf den Angaben des Länderarbeitskreises Energiebilanzen.

Der Wegbruch stark emittierender Anlagen nach der Wiedervereinigung dürfte auch zu den sehr guten Werten Sachsens (-44,5 %) und Sachsen-Anhalts (-49,2 %) beigetragen haben. Betrachtet man die aktuellere Entwicklung bei den Emissionsminderungen steht Thüringen zwar immer noch recht gut da: 2014 sanken die CO2-Werte gegenüber dem Vorjahr um 5,9 %. Doch erreichte Rheinland-Pfalz, das bei der Gesamtminderung gegenüber 1990 auf einem der unteren Plätze liegt, mit -8,9 % in der jüngsten Vergangenheit noch mehr, ebenso wie Baden-Württemberg und Hessen mit je -6,9 %.

Länder-Klimapolitik als Vorbild für die Bundesebene

Angesichts des erwarteten Verfehlens des deutschen Klimaziels für 2020 sind die Klimaschutzanstrengungen auf Länderebene besonders wichtig. „Die föderale Ebene arbeitet aktiv am Klimaschutz mit, wie man allein schon daran sehen kann, dass sich alle Bundesländer eigene Klimaziele gegeben haben. Einige Länder haben ihre Minderungsziele zur Treibhausgasreduktion sogar mittels eigener Klimaschutzgesetze juristisch verankert oder sind gerade dabei, dies zu tun“, erläutert AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Angesichts der absehbaren Klimaschutzlücke bis 2020 könnten die Länder hier sogar Vorbildcharakter für die Bundesebene haben, meint er.

Beim energiebedingten Treibhausgasausstoß pro Kopf steht Thüringen mit 4,6 t CO2 je Einwohner ebenfalls ganz oben. Doch auch in Berlin und Rheinland-Pfalz leben die Einwohner besonders klimaschonend. Vohrer verweist jedoch darauf, dass die von der AEE genannten Werte nur für die Energieerzeugung gelten und dass für die Erreichung der globalen Klimaziele jeder Einwohner weltweit nur weniger als 1 t CO2 pro Jahr emittieren dürfte. „Daran wird deutlich, wie hoch der Handlungsbedarf ist, die Energieerzeugung komplett zu dekarbonisieren“, so Vohrer.

Dies betrifft vor allem den Stromsektor, der bisher noch durch einen hohen Kohleanteil gekennzeichnet ist. Der sauberste Strom wird laut den AEE-Daten bisher in Bayern und Schleswig-Holstein produziert – die Braunkohleländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen sowie Bremen und das Saarland weisen dagegen noch sehr hohe spezifische Klimaemissionen ihrer Stromerzeugung auf. Der Champion bei der Reduktion des Treibhausgasausstoßes in der Stromerzeugung ist mit fast 60 % Berlin.

Die einzelnen Datensätze finden sich im Portal „Föderal Erneuerbar“ unter www.unendlich-viel-energie.de  
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 19.12.2016, 17:20 Uhr

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