• Strom: Zuwächse
  • Studie: Mobilfunk wird Festnetz nicht ersetzen
  • Gas: Weitere Unterstützung
  • Weiter Diskussionen um LNG-Terminal in Brunsbüttel
  • Vattenfall weiht größten Windpark Skandinaviens auf See ein
  • Förderung beflügelt Speichermarkt in Baden-Württemberg
  • Pro und Kontra zum Strukturhilfegesetz
  • Haushalte wollen mehr erneuerbare Energie nutzen
  • Merkel unterstützt Verschärfung des EU-Klimaziels
  • Mehr Dampf für die Energiewende
Enerige & Management > Effizienz - Bewegung für die Gebäudesanierung und Effizienz
Bild: Fotolia.com, Dario Sabljak
EFFIZIENZ:
Bewegung für die Gebäudesanierung und Effizienz
Das lange angekündigte Gebäudeenergiegesetz (GEG), das verschiedene Effizienzvorschriften zusammenführen soll, wird demnächst von der Bundesregierung vorgelegt.
 
An einem ersten Entwurf hatte es massive Kritik der Fachverbände gegeben. Er hoffe, dass die Neufassung „in zehn Tagen“ stehe, sagte der zuständige Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium Thorsten Herdan bei den Berliner Energietagen. Allerdings werde das Gesetz „nicht der große Wurf“ sein, „weil es im Koalitionsvertrag nun einmal so steht, wie es drin steht“.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass es keine Verschärfungen bei den Anforderungen an die Gebäude geben dürfe – ein Punkt, der in der Effizienzbranche scharf kritisiert wird und auch Probleme für die erforderlichen Emissionsminderungen im Gebäudesektor schafft. Und so wird das GEG es zunächst einmal für die Interessenten einfacher machen, an Fördergeld zu kommen, indem der Förderdschungel gelichtet und ein „One-Stop-Shop“ geschaffen wird, wie Herdan erläutert. 4 Mrd. Euro/a würden „aus einem Guß“ für Gebäude zur Verfügung gestellt.

Seehofer will schrittweise steuerliche Förderung

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagte, sie sei mit Blick auf den Klimaschutz „gespannt auf die Vorschläge aus dem Bauministerium“. Bauminister Horst Seehofer (CSU) hatte in einem Gastbeitrag für die Welt am Sonntag geschrieben, auch die Altbauten müssten saniert werden, weil hier das größte Potenzial zur CO2-Reduktion stecke. „Dem Klimakabinett werde ich als Bauminister deshalb eine schrittweise steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung vorschlagen“, kündigte Seehofer an.

Dem Argument, dass Effizienzmaßnahmen den Wohnungsbau zu sehr verteuern, widerspricht Herdan: Die Mehrkosten bewegen sich demnach im unteren einstelligen Prozentbereich und seien „langfristig vernünftige Kosten“.
Die allseits erhobene Einführung einer steuerlichen Förderung unterstützt Herdan. Er glaubt aber nicht, dass diese alleine ausreicht, um eine signifikante Erhöhung der Sanierungsraten zu erreichen.

CO2-Bepreisung wäre förderlich, ist aber schwierig

„Es wird am Ende nicht mit der steuerlichen Förderung alleine gehen.“ Eigentümer müssten vielmehr systematisch „anlassbezogen“ beraten werden. Seehofer, der erklärte, es müsse nachhaltig gebaut werden, meint, „ein „ausgewogener Mix aus Förderprogrammen, informatorischen Maßnahmen und Ordnungsrecht“ sei erforderlich.

Eine CO2-Bepreisung könnte aus Sicht von Herdan auch im Bereich Energieeffizienz viel bewirken. Im BMWi arbeitet man an einer Effizienzstrategie, in die nach seinen Worten auch die Nutzung der Abwärme aus der Industrie einbezogen werden soll. Diese sehe „mit CO2-Preis komplett anders aus“ als ohne, so der Ministeriale, der Szenarien dazu ankündigt.

Doch jetzt auf die CO2-Bepreisung zu warten, sei nicht die Option, betont Herdan. Die Effizienzstrategie werde Bestandteile enthalten, die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind, kündigte er an. Solche Bestandteile werden unter anderem die Wärme-Infrastruktur und die KWK sein.

Herdan wie auch Schulze betonten, man solle die Einführung der CO2-Bepreisung, die beide für unabdingbar halten, nicht überstürzen. Wenn man es zu schnell mache bestehe „die Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten“, so Herdan. „Ich bin auch ungeduldig, aber es entsteht Schaden für den Wirtschaftssstandort, wenn wir es falsch machen.“ Es sei „nicht ganz einfach“, sagte Umweltministerin Schulze. „Wir haben keine zwei Versuche.“ Sie hat drei Forschungsinstitute beauftragt, ein Modell zu erarbeiten. Das Klimakabinett werde sich dann mit der CO2-Bepreisung, die auf jeden Fall „fair“ gestaltet werden müsse, befassen. 
 
 

 
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
+49 (0) 170 / 2383219
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 20.05.2019, 15:17 Uhr

Mehr zum Thema