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Enerige & Management > Regenerative - Mehr grüne Hoffnungsschimmer
Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
Mehr grüne Hoffnungsschimmer
Der Ökostrommarkt scheint wieder anzuziehen. Darauf deuten die Ergebnisse der 13. E&M-Ökostromanalyse hin. Die Zahl der "Komplett-Umsteller" bei den Anbietern ist deutlich gestiegen.
 
Die heimische Ökostromstrombranche zeigt sich wieder optimistischer. Die führenden Anbieter rechnen für dieses und das kommende Jahr mit wachsenden Kunden- und Absatzzahlen. Das zeigen die Ergebnisse der 13. Ökostromerhebung der Fachzeitung Energie & Management (E&M)   , die mit dieser bundesweit nach wie vor einzigartigen Erhebung im Jahr 2005 begonnen hatte.

So erwarten beispielsweise gleich 63 Prozent der befragten Anbieter für im Privatkundensegment bessere Kundenzahlen als 2018, ein Jahr, das auch schon Aufwärtstendenzen zeigt. Von „Licht am Ende des Tunnels nach Jahren der Stagnation“ spricht deshalb Robert Werner, der mit einem Team vom Hamburg Institut auch dieses Mal die E&M-Erhebung betreut hat. Nach deren Recherchen gibt es hierzulande 867 Anbieter mit 1 211 Ökostromprodukten.

Ein sprunghaftes Wachstum wie nach der Atomkatastrophe im Fukushima im Frühjahr 2012 sei zwar nicht zu erwarten, aber „es gibt eine Reihe von Indizien, die dafür sprechen, dass der Markt wieder anzieht“, sagt Robert Werner, Geschäftsführer am Hamburg Institut.

Immer mehr Gewerbe- und Industriekunden stellen um auf Grünstrom

Dazu zählt unter anderem die Bereitschaft von immer mehr Gewerbe- und Industriekunden, ihre Stromversorgung auf Grünstrom umzustellen. Dass seit geraumer Zeit namhafte, aber branchenfremde Unternehmen wie DB Energie oder die Deutsche Telekom auch grünen Strom anbieten, sieht Ralf Köpke, der für die E&M-Redaktion die Umfrage koordiniert, positiv: „Teilweise haben diese Newcomer ambitionierte Pläne.“ So strebt beispielsweise DB Energie in fünf Jahren eine sechsstellige Zahl von Privatkunden an.

Dass die Entwicklung zu immer mehr Grünstrom anhält, zeigt noch eine weitere Zahl. Für die E&M-Erhebung hat das Hamburg Institut auf Basis der von den Versorgern ausgewiesenen Stromkennzeichnung erstmals ermittelt, dass im Herbst vergangenen Jahres bundesweit 154 Anbieter ihr Privatkundenportfolio komplett auf Grün umgestellt hatten. Das sind immerhin rund 20 Prozent aller Energieunternehmen hierzulande - eine Entwicklung, die so noch nicht bekannt gewesen ist. Mit Enercity (ehemals Stadtwerke Hannover), die seit Beginn dieses Jahres auf einen Schlag mehr als 250 000 Kunden erstmals mit einem grünen Produkt beliefern werden, und den Osterholzer Stadtwerken gibt es mittlerweile weitere „Komplett-Umsteller“. „Die reine Zahl sagt nichts über die Qualität der einzelnen Ökostromangebote aus, unterstreicht aber die Entwicklung, dass Grünstromprodukte für viele, insbesondere kleinere Versorger ein Teil ihrer Kundenbindungsstrategie sind“, ordnet E&M-Redakteur Köpke das Ergebnis der Erhebung ein. Längst seien nicht mehr nur die Pioniere auf Grün pur gepolt – was das Geschäft der etablierten (Premium)-Anbieter allerdings erschwert.
 
Eine Liste der reinen Ökostromanbieter 2018 von E&M
Quelle: E&M

Interessant ist auch eine weitere Zahl aus der Ökostromdatenbank: Obgleich die Einführung der Regionalstromkennzeichnung erst für ‚Anfang 2019 vorgesehen ist, bieten bereits 44 Anbieter explizit ein Regionalstromprodukt. 40 % der vom Hamburg Institut erfassten und ausgewerteten Regionalstrom-Tarife begründen die Regionalität nicht mit der regionalen Beschaffung des Grünstroms, sondern mit anderen Charakteristika. „Deshalb wird es bei der bevorstehenden Einführung des Regionalnachweisregisters spannend sein zu sehen, welche Produktmerkmale Regionalstromtarife wirklich aufweisen müssen“, sagt Robert Werner vom Hamburg Institut Das könnte manche der heutigen Werbeaussagen für Regionalstromtarife deutlich verändern.

Nach der E&M-Analyse versorgen hierzulande Lichtblick (470 000 Kunden), Entega (378 000), Eprimo (372 000), Lekker Energie (276 000) sowie nach der Komplettumstellung enercity in Hannover (270 000) die meisten Haushalte mit Ökostrom. Im vergangenen Jahr konnte die Berliner Gasag mit rund 51 000 privaten Neukunden den größten Vertriebserfolg im Grünstromsegment verzeichnen.

Weitere Einzelheiten zur Studie gibt es auf folgender Webseite:
https://www.energie-und-management.de/oekostrom  
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 16.07.2018, 08:51 Uhr

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