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Enerige & Management > Photovoltaik - Stromerzeugung und Agraranbau in einem
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
PHOTOVOLTAIK:
Stromerzeugung und Agraranbau in einem
400.000 Euro für eine innovative Agro-Photovoltaikanlage des Unternehmens Steinicke steuert das Bundesumweltministerium bei. 
 
Die Photovoltaik-Anlage des rund 50-Mitarbeiter zählenden Familienunternehmens in Lüchow (Niedersachsen) soll beides ermöglichen: sowohl den landwirtschaftlichen Anbau als auch die Stromgewinnung durch Photovoltaik darüber. 756.000 kWh Strom soll die Anlage pro Jahr erzeugen und damit über 10 % mehr als eine konventionelle Anlage mit gleicher Leistung.

Den Förderbescheid für das Pilotprojekt überreichte Jochen Flasbarth, der Staatssekretär im Bundesumweltministeriums (BMU), bei einem Vor-Ort-Besuch des Unternehmens persönlich. Das Geld stammt aus dem BMU-Umweltinnovationsprogramm, mit dem der Bund erstmalige, großtechnische Anwendungen einer innovativen Technologie fördert. "Beim Ausbau der erneuerbaren Energien brauchen wir viel mehr Kreativität, wie wir Nutzungskonflikte bei den verfügbaren Flächen auflösen können", so Flasbarth in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Erprobung von Mehrfachnutzung von landwirtschaftlicher Produktion und darüberliegender Photovoltaik seine eine "innovative Lösung mit viel Zukunftspotenzial". 

Die Entwicklung der Agro-Photovoltaik (Agro-PV) steht in Deutschland noch am Anfang. Bei dem Vorhaben der Steinicke GmbH wird sie laut BMU erstmals in großtechnischem Maßstab umgesetzt. 

​Bifaziale Solarmodule im Einsatz 
 
Zum Hintergrund: Konventionelle Freiflächen-Photovoltaikanlagen werden bodennah errichtet. Für eine landwirtschaftliche Nutzung ist die bebaute Fläche dann in der Regel nicht mehr geeignet. Bei einer Agro-PV-Anlage sind die Solarmodule höher aufgeständert und es gibt größere Reihenabstände zwischen den Modulen. So lässt sich die Fläche darunter zusätzlich für die landwirtschaftliche Bestellung auch mit landwirtschaftlichen Maschinen nutzen. 

Zum Einsatz kommen bifaziale Solarmodule. Sie können die Sonneneinstrahlung sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite verwerten und erzeugen so im Vergleich zu konventionellen Photovoltaikanlagen einen höheren Stromertrag. Wie das Ministerium mitteilt, soll der Strom in Lüchow für den Eigenbedarf, wie etwa den Trocknungsprozess, eingesetzt werden. Ein weiterer positiver Effekt der Anlage liegt in der Verschattung des Untergrunds: Unterhalb der PV-Anlage entsteht ein günstiges Mikroklima für den Anbau. Die Pflanzen zehren länger von einer Bewässerung, da der Boden durch den Schatten länger feucht bleibt. Ein geringerer Wasserverbrauch ist die Folge.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Freitag, 11.06.2021, 16:24 Uhr

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