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Bild: Fotolia.com, 3Dmask
STATISTIK:
Grüne Nettostromerzeugung erstmals über 40 Prozent
2018 profitierte der Ausbau der Ökoenergien von den heißen Sommermonaten, wie die "Energy Charts" des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in ihrer Jahresbilanz zeigen.
 
Erstmals haben die erneuerbaren Energien 2018 einen Anteil von mehr als 40 Prozent an der Nettostromerzeugung in Deutschland erreicht. Das zeigt die von Professor Bruno Burger vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) betreute Energiedatenplattform „Energy Charts“, die seit Jahren online Transparenz über die regenerative Stromeinspeisung im Stundenrhythmus schafft. 

Im Gegensatz zu den Statistiken des Branchenverbands BDEW oder der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen berücksichtigt der ISE-Solarforscher für seine Netto-Berechnungen nicht den Eigenverbrauch der Kraftwerke oder die industrielle Eigenstromerzeugung – sprich: Burgers Zahlen bilden den Strommix ab, „der tatsächlich zu Hause aus der Steckdose kommt und der im Haushalt verbraucht wird.“

Mit zusammen rund 219 Mrd. kWh konnten die erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr ihren Anteil an der Netto-Stromerzeugung von 38,2 auf 40,4 % ausbauen. Den größten Zuwachs unter den grünen Energien verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr dank des letztjährigen lang anhaltenden Sommers die Photovoltaik mit einem Plus von gut 16 % auf gut 45,7 Mrd. kWh. Wie sehr die „Heißzeit“ im vergangenen Jahr die Energieversorgung beeinflusst hat, zeigte sich vor allem in der ersten Juliwoche: Während einzelner Stunden deckte der Sonnenstrom knapp 40 % der bundesweiten Netto-Stromerzeugung.

Im Gegensatz zur Photovolatik fiel der Zuwachs bei der Windenergie mit einem Plus von 5,4 % im Vergleich zum Vorjahr eher bescheiden aus. Von den gut 111 Mrd. kWh sind nach Burgers Berechnungen rund 18,8 Mrd. kWh auf See erzeugt worden (= 16,9 %). Insgesamt konnte die Windenergie ihre Position als zweitwichtigste Stromquelle hierzulande ausbauen.
 
Die Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung im Jahr 2018
Grafik: Fraunhofer ISE



Die Pole Position hält nach wie vor die Braunkohle, die im vergangenen Jahr mit 131,3 Mrd. kWh nur rund 2 % weniger zur Stromerzeugung beigesteuert hat als 2017. Nach wie vor ist die Stromproduktion aus Braunkohle trotz gestiegener Preise für CO2-Zertifikate preiswerter als aus anderen fossilen Energieträgern. Betroffen davon waren wieder einmal insbesondere Gaskraftwerke, die mit einer Produktion von rund 40 Mrd. kWh ein Minus von 18,5 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen hatten.

Noch eine interessante Zahl aus den Fraunhofer-ISE-Berechnungen: Im vergangenen Jahr exportierten die deutschen Stromerzeuger netto mehr als 45 Mrd. kWh ins Ausland – nach 52,5 Mrd. kWh im Jahr 2017. Das Gros der Exporte floss dabei in die Niederlande (19,2 Mrd. kWh), die den Großteil dieses Stroms nach Belgien und Großbritannien weitergeleitet haben. Weitere wichtige Exportländer waren Österreich (11,6 Mrd. kWh) und die Schweiz (11,5 Mrd. kWh), die vor allem als Transitland nach Italien diente.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 03.01.2019, 13:01 Uhr

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