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Enerige & Management > Frankreich - Frankreich will die Energiewende weiter vorantreiben
Bild: Fotolia.com, daboost
FRANKREICH:
Frankreich will die Energiewende weiter vorantreiben
Der französische Energieminister Francois de Rugy hat sein Bekenntnis zur Entwicklung der erneuerbaren Energien bekräftigt. Allerdings müsse man auch die Kosten im Blick haben.  
 
„Wir wollen die erneuerbaren Energien in großem Maßstab entwickeln, um unsere Energieversorgung zu diversifizieren und unsere Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren“, betonte de Rugy beim Nationalen Kolloquium des französischen Erneuerbaren-Verbands SER Anfang Februar in Paris.

Das sei ein wirklicher „Schwenk“ in der französischen Energiepolitik, die seit den 1970er-Jahren voll auf die Atomenergie gesetzt hatte. Nicht nur beim Strom, auch in den anderen Sektoren gehe es um „eine tiefgreifende Veränderung des gesamten Energiesystems“, so der Minister. Diese sei natürlich „nicht in drei Jahren“ umsetzbar.

Zugleich gelte es, der Versuchung zu widerstehen, die Energiewende und die Erreichung der Ziele innerhalb der EU „auf später und auf andere“ zu verschieben. „Diese Versuchung ist immer groß“, sagt de Rugy, „aber jeder muss handeln.“

Erneuerbare Wärme soll verdoppelt werden

So habe etwa vor einem Jahr die Versuchung bestanden, die Entwicklung der Offshore-Windenergie, die in Frankreich gerade erst angelaufen war, wegen der vergleichsweise hohen Kosten zu stoppen. „Ich habe darum gekämpft, dass wir Offshore zusammen mit den französischen Unternehmen entwickeln“, berichtet der Minister und bekennt: „Ich glaube stark auch an die flottierende Offshore-Windkraft.“ Allerdings sind aus Sicht der Branche die Ausbauziele für die auf dem Meeresboden verankerte Offshore-Technologie mit 500 MW/a viel zu niedrig

De Rugy verweist darauf, dass laut dem Regierungsentwurf für die mehrjährige Energieplanung (Programmation Plurianuelle de l‘ Energie, PPE, E&M berichtete), die nun konsultiert wird, allein der Anteil der erneuerbaren Wärme fast verdoppelt werden soll: von heute 20 % auf 38 % bis 2030. Für die Förderung von Wärmenetzen werden aus dem stark aufgestockten „Fonds chaleur“ in diesem Jahr über 300 Mio. Euro bereitgestellt.

Fokus auf wettbewerbsfähige Technologien

Die Windenergie auszubauen, nennt de Rugy eine „Priorität“. Auch bei der Photovoltaik, die eine „phänomenale Kostensenkung“ geschafft habe und nun eine „verlässliche und wettbewerbsfähige“ Energiequelle geworden sei, wolle man wesentlich größere Kapazitäten aufbauen.

Allerdings, so betont der Minister, könne man aus dem breiten Spektrum der erneuerbaren Energien mit Blick auf die Kosten nicht alle gleichermaßen fördern. Denn man müsse die Kosten begrenzen − sowohl für den Staatshaushalt als auch mit Blick auf die Energiepreise.

Er nennt dazu die Biogassparte, in der man noch keine substanzielle Kostensenkung gesehen habe. Der Erneuerbaren-Verband sieht hingegen „eine große Dynamik“ beim Biogas, so SER-Präsident Jean-Louis Bal, der die geplante Herabsetzung der Ausbauziele bei der Bioenergie und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten hervor hebt.

Der Minister insistiert hingegen: „Wir wollen verlässliche und wettbewerbsfähige Technologien.“ Und er fügt hinzu: „Das gilt auch für die Nuklearenergie“, ohne dies näher zu erläutern. „Unser Engagement, die erneuerbaren Energien zu entwickeln, war nie zuvor so groß“, bekräftigt de Rugy. Man wolle die Chancen, die sich daraus für das Land ergeben, nutzen.
 
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Donnerstag, 07.02.2019, 12:08 Uhr

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