• Gas: Entspannt in die Feiertage
  • Strom: Sonne satt
  • Neuer freiwilliger Markt für CO2-Zertifikate ab Mai
  • Julian Wollscheidt (29) neuer Stadtwerke-Chef in Völklingen
  • Senvion hat 15 von 32 Turbinen für Borkum West fertig
  • Solarauschreibung war deutlich überzeichnet
  • Fernwärme-Urteil geht in Revision
  • EEX-Aufsichtsrat wählt Book zum neuen Vorsitzenden
  • Wintershall baut Gasförderung in Argentinien aus
  • Speicherinhalte Schweiz - Woche 16/2019
Bild: Tom Bayer, Fotolia
STROMNETZ:
Altmaier auf Netzausbaureise in Hessen
Seine dritte „Netzausbaureise“ führt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nach Hessen. Dort besichtigt er Teilprojekte der Hybridleitung „Ultranet“ und spricht mit Bürgern vor Ort.
 
Die Hybridleitung „Ultranet“, die zugleich Wechsel- und Gleichstrom transportieren soll und die HGÜ-Leitung „Südlink“ sollen durch Hessen führen. Südlink wird als Erdkabel realisiert. Für insgesamt elf Übertragungsnetz-Ausbauprojekte dazu wurde der Bedarf gesetzlich im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) beziehungsweise im Bundesbedarfsplangesetz bestätigt.

Hessen ist zwar Transitland für die großen Nord-Süd-Stromautobahnen, es kann aber auch selbst davon profitieren, indem die bestehenden Netze entlastet werden. Denn die eigene Stromerzeugung reicht bei weitem nicht aus, den Verbrauch zu decken: 55 % des Strombedarfs muss Hessen nach Angaben des Landeswirtschafts- und Energieministeriums aus anderen Bundesländern importieren.

Die bestehende Wechselstromfreileitung, die für Ultranet genutzt wird, verläuft unter anderem bei Idstein. Auf 8 km Länge gibt es dort 26 rund 60 m hohe Strommasten. Im Kernstadtgebiet läuft die Amprion-Leitung parallel zu einer Leitung eines Verteilnetzbetreibers. Wegen der nahen Wohnbebauung gibt es Bedenken der Anwohner gegen die zusätzliche Gleichstrom-Ausrüstung, obwohl dafür laut den Angaben weitestgehend nur die Isolierung ausgetauscht werden muss. Befürchtungen betreffen unter anderem die mögliche elektrische Aufladung von Schadstoffpartikeln.

Bedenken vor Ort wegen zusätzlicher Belastungen

Minister Altmaier, der zuvor in der Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) über den Netzausbau gesprochen hat, will sich vor Ort ein Bild von der Situation machen. Dem dient auch ein Besuch in der Gemeinde Niedernhausen, wo sich durch Ultranet eine ähnliche Situation ergibt. Hier trifft Altmaier unter anderem mit Lokalpolitikern zusammen. Danach soll ein Bürgerdialog stattfinden.

„Mit meinen Netzausbaureisen mache ich mir persönlich ein Bild vor Ort und versuche Lösungen zu finden. Mir ist wichtig zu wissen, was die Bürger davon halten. Ich will zuhören und gleichzeitig für den Netzausbau werben“, so Altmaier, der sich das Thema als Priorität gesetzt hat.

Der Minister wird begleitet vom neuen Energie-Staatssekretär Andreas Feicht, der seit Anfang Februar im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie für die beiden Energieabteilungen zuständig ist. Auch er betont, „ohne den Netzausbau werden wir die Klimaschutzziele nicht erreichen und die Versorgungssicherheit langfristig nicht gewährleisten.“ Umso wichtiger sei, „dass wir die Bürgerinnen und Bürger noch besser miteinbeziehen bei dem was wir tun und vorhaben“.
 
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
+49 (0) 170 / 2383219
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 08.02.2019, 12:32 Uhr

Mehr zum Thema