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Bild: Fotolia.com, ChaotiC PhotographY
POLITIK:
Monitoring-Bericht zur Energiewende vorgelegt
Mit dem Monitoring-Bericht liefert die Bundesregierung aktuelle Daten und Fakten zur Energiewende. Bei den Klimaschutz- und Effizienzzielen sowie beim Netzausbau muss mehr getan werden.
 
Das Bundeskabinett hat am 14. Dezember den von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgelegten fünften Monitoring-Bericht zur Energiewende beschlossen. Eine Kommission aus unabhängigen Energie-Experten begleitet den Monitoring-Prozess. Die Kommission sieht weiterhin einen „erheblichen Handlungsbedarf“, um die Energiewendeziele zu erreichen. So gebe es zwar einen positiven Trend bei den erneuerbaren Energien, aber eine „unbefriedigende Entwicklung bei der Energieeffizienz“. Insbesondere das Klimaschutzziel dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit verfehlt werden. Und die anderen Energiewendeziele zur Energieproduktivität, zum Endenergieverbrauch sowie zum Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehr und vor allem zur Reduktion der Treibhausgasemissionen werden laut der Kommission ebenfalls voraussichtlich verfehlt.

Bundeswirtschaftsminister Gabriel betonte hingegen das Positive: „Bei der Energiewende haben wir in den vergangenen Jahren Vieles erreicht.“ Mit dem EEG 2017 und dem neuen Strommarkgesetz habe die Regierung die nächste Phase der Energiewende eingeleitet. Gabriel: „Damit schaffen wir die richtigen Rahmenbedingungen für einen weiteren dynamischen Ausbau der Erneuerbaren und haben gleichzeitig die Kosten im Blick. Gerade bei der Energieeffizienz sind allerdings weitere Fortschritte notwendig. Mit zahlreichen neuen Förderprogrammen sind wir jedoch auch hier auf dem richtigen Weg.“

Einzelne Ergebnisse für das Jahr 2015 sind Folgende:
Der Primärenergieverbrauch ist nach dem historisch niedrigsten Stand des Vorjahres leicht um 0,9 % gestiegen und lag bei 13 293 Petajoule. Zu dieser Entwicklung trugen das Wachstum der Wirtschaft und die kühlere Witterung bei.

Im Jahr 2015 betrug die aus erneuerbaren Energien bereitgestellte Bruttoendenergie 377,5 Mrd. kWh und lag damit bei 14,9 % des gesamten Bruttoendenergieverbrauchs. Das sind 1,3 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Zielmarke bis 2020 beträgt 18 %. Seit 2000 hat sich der Anteil über die drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr insgesamt verdreifacht. Wird nur der Stromverbrauch betrachtet, liegt der EE-Anteil bei 31,6 %. Dieser soll bis 2020 auf insgesamt 35 % steigen.

Beim Endenergieverbrauch im Verkehr sind mit einem Anstieg von 1,3 % gegenüber 2005 weitere Anstrengungen erforderlich. Ziel ist es, den Endenergieverbrauch um 10 % bis 2020 gegenüber 2005 zu senken.

Im vergangenen Jahr sanken die Strompreise für Haushaltskunden leicht um durchschnittlich 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Für Industriekunden, die nicht unter Entlastungsregelungen fallen, gingen die Strompreise 2015 um 2,1 % zurück.

Die gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland sind seit 1990 um rund 27 % beziehungsweise 340 Mio. t CO2 gesunken. Nach den Schätzungen des Bundesumweltamtes wurden im Jahr 2015 Treibhausgase im Umfang von rund 908 Mio. t CO2 emittiert. Das sind 0,7 % mehr als im Vorjahr. Von den Gesamtemissionen entfallen auf die Energiewirtschaft mit etwa 39 % die meisten Treibhausgase, gefolgt von der Industrie mit 20 % und dem Verkehrssektor mit 18 %.

Der „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ zeigt nicht die erwünschte Wirkung. Demnach könnten die Einsparungen bis 2020 zwischen 47 und 58 Mio. t CO2 liegen und damit geringer ausfallen als die erhofften 60 Mio. t CO2.

Auch der geplante Netzausbau hinkt hinterher. Das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) umfasst aktuell 22 Vorhaben, die bereits 2009 als dringlich eingestuft worden sind. Die Gesamtlänge der Leitungen beträgt 1 800 km. Ende des dritten Quartals 2016 waren rund 900 km genehmigt und rund 650 km realisiert. Ursprünglich war geplant, dass fast alle EnLAG-Leitungen 2015 fertig sein sollten.

Der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert über die EnLAG-Vorhaben hinaus einen weiteren Netzausbau. Der Bundesbedarfsplan umfasst derzeit insgesamt weitere 43 bundesweite Vorhaben. Die Gesamtlänge dieser Leitungen liegt aktuell bei etwa 6 100 km. Im Netzentwicklungsplan sind davon etwa 3 050 km als Netzverstärkung kategorisiert. Von den Vorhaben waren Ende des dritten Quartals 2016 gerade einmal rund 400 km genehmigt und 80 km umgesetzt.

Der fünfte Monitoring-Bericht   ist als PDF verfügbar.
 

Heidi Roider
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Mittwoch, 14.12.2016, 16:56 Uhr

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