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Bild: Fotolia.com, alphaspirit
STUDIEN:
IEA sieht Windkraft und Solarenergie auf der Überholspur
Noch vor 2030 wird Windenergie die wichtigste Energiequelle in Europa sein. Das geht aus dem „World Energy Outlook 2018“ der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor.
 
Sahen die Experten im vergangenen Jahr die Windkraft erst nach 2030 auf der Überholspur, so prognostizieren sie jetzt, dass sie sich schon ab 2027 vor Kohle, Gas und Kernkraft platzieren kann.

Weltweit sieht die Studie allerdings die Photovoltaik auf dem Marsch an die Spitze. Bis zum Jahr 2040 soll sie alle anderen Energieträger außer Gas überholt haben: Die Windkraft noch vor 2025, Wasserkraft bis 2030 und die Kohle bis 2040. In dieser Aussage stimmen alle vier Szenarien, die die IEA bei ihrem Blick in die Zukunft betrachtet, überein. Eines geht etwa von gleichbleibendem Energieverbrauch aus, ein anderes von einem Anwachsen um rund 25 % wegen der wachsenden Bevölkerungszahlen weltweit und Einkommenszuwächsen.
In der Studie weisen die Wissenschaftler ausdrücklich auf die hohe Verantwortung der Politik hin, was die gesamte Entwicklung auf dem Energiesektor angeht. „Mehr als 70 Prozent der globalen Energie-Investitionen werden von den Regierungen beeinflusst“, erklärt Fatih Birol, Exekutivdirektor der IEA.

Nicht sehr positiv fällt der Bericht im Hinblick auf die CO2-Belastung aus und die aktuelle Nachfrage nach fossilen Energiequellen. Während sich der CO2-Ausstoß drei Jahre lang auf gleichbleibendem Niveau bewegt habe, war 2017 wieder ein Anstieg von 2 % zu verzeichnen. „Alle bisherigen Zahlen lassen erkennen, dass wir 2018 einen Rekord beim energiebedingten CO2-Ausstoß erreichen“, sagt Tim Gould, einer der Hauptautoren des Berichts. Das sei genau das Gegenteil von dem, was nötig wäre, um etwas gegen den Klimawandel zu tun. Zwar seien klimafreundliche Energieträger auf dem Vormarsch und vergrößern ihren Anteil an der Stromproduktion, da sie immer billiger werden. Bis 2040 rechnet Gould aber nicht mit einem rückläufigen globalen Ölverbrauch. Auch wenn der Erdölbedarf durch den Autoverkehr schon Mitte des kommenden Jahrzehnts zurückgehen dürfte, werde der positive Effekt durch LKW-, Flug- und Schiffsverkehr sowie die chemische Industrie kompensiert.

Kohlekraftwerke dürften laut IEA-Studie bald ihren Zenit überschritten haben. Nach 2020 müsse man kaum noch mit neuen Anlagen rechnen. Aktuell seien aber noch viele im Bau, was den CO2-Ausstoß besonders forciere.

Auch mit den weltweiten Investitionen auf dem Energiesektor befasst sich die Studie. Erneuerbare Energien machen danach mehr als die Hälfte des Geldes aus, das seit 2010 für Stromerzeugungsanlagen ausgegeben wurde. Besonders beim Solarstrom machten gesunkene Kosten Investitionen attraktiv. Danach wurden die niedrigsten Kapitalkosten in Deutschland verzeichnet (1 090 US-Dollar/kW), gefolgt von Indien (1 125 US-Dollar/kW) und China (1 130 US-Dollar/kW).

Bei der Speicherung von Energie steht die Pumpspeicherkraft noch an erster Stelle. Die mit dieser Technik erzeugte Leistung wird mit 153 GW beziffert. Der Markt für dezentrale Batteriespeichertechnik hole allerdings schnell auf. Mittlerweile können damit 4 GW bereitgehalten werden, was einer Verdreifachung in drei Jahren entspricht.
 

Günter Drewnitzky
© 2018 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 14.11.2018, 15:11 Uhr

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