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Enerige & Management > Effizienz - Ein Piepmatz für besseres Raumklima
Bild: Wuppertal Institut
EFFIZIENZ:
Ein Piepmatz für besseres Raumklima
Nach ersten Testreihen des Wuppertal Instituts und der EBZ Business School lassen sich mit einem digitalen Messsystem im Spatz-Design bis zu 20 Prozent Energie in Büros einsparen.
 
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat einen Vogel. Einen ganz kleinen: Piaf, wie der Spatz auf französisch heißt, ist Schulzes Zimmergenosse, mit dem in ihrem Büro das Raumklima angezeigt und Energie gespart werden soll.

Piaf ist kein lebendiger Piepmatz, sondern ein digitales Messsystem in Form eines Vogels, das helfen soll, die Luftqualität in Büroräumen zu verbessern – und die Energieeffizienz zu optimieren. Und zwar so: Der Raumklima-Assistent Piaf schlägt immer dann an, wenn die Luft in Räumen zu stickig ist und gelüftet werden soll.

„Wenn der CO2-Gehalt der Luft zu hoch ist, wechselt die Kehle von Piaf die Farbe und wird rot – was zeigt, dass es Zeit ist, zu lüften“, erklärt Carolin Baedeker, Projektleiterin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Leuchtet die in der Brust installierte Lampe des Digital-Vogels bläulich auf, bedeutet das, es wurde genug gelüftet und das Fenster sollte wieder geschlossen werden.

Wer bei dem Klimaspatz „Piaf“ an eine moderne Variante von Kinderspielzeug denkt, übersieht völlig den ernsthaften Hintergrund: Bundesweit gibt es rund 300 000 Bürogebäude, auf die immerhin rund 10 % der Kohlendioxid-Emissionen im Gebäudebestand entfallen. „Deshalb lohnt es sich, in diesem Bereich auf jeden Fall aktiv zu werden, und zwar mit niedrig-investiven Maßnahmen“, erklärt Baedeker. „Außerdem müssen wir beim Thema Energieeffizienz viel mehr die Emotionen der Menschen ansprechen.“ 2016 haben die Wuppertaler Wissenschaftler zusammen mit ihren Partnern von der EBZ Business School mit Sitz in Bochum begonnen, Piaf zu entwickeln und an den Start zu bringen.
 
Carolin Baedeker: "Der minimal-investive Bereich ist für die Energieeffizienz wichtig"
Bild: Wuppertal Institut

Das Design von Piaf ist für die mittlerweile laufende zweite Testphase, zu der auch der Einsatz im Büro von Bundesumweltministerin Schulze zählt, leicht geändert worden. Vorerst, sagt Carolin Baedeker, ist der Einsatz des ungewöhnlichen Raumklima-Assistenten auf die Gebäude des Bau- und Liegenschaftsbetriebes des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB) beschränkt. Das Immobilienportfolio des BLB umfasst in NRW allein rund 3 400 Gebäude: „Da es das Ziel einer klimaneutralen Landesverwaltung gibt, müssen wir weiter forschen und das Assistenzsystem Piaf im Hinblick auf ein digitales Gesamtsystem einer nutzerzentrierten Betriebsführung ausbauen und langfristig in öffentlichen Gebäuden in NRW zur Anwendung bringen“, so Baedeker.

Ihr ist wichtig, dass der „minimal-investive Bereich“ bei der Energieeffizienz von der Politik für das Erreichen der nationalen Klimaziele endlich wahrgenommen wird – was bislang immer noch nicht der Fall ist: „Dabei liegen darin große Potenziale für die Nachhaltigkeit, für reduzierte Energieausgaben sowie für das Wohlbefinden im Büro.“ Ganz ausschließen will die Energiewissenschaftlerin von der Wupper auch einen späteren Verkauf von Piaf an Privathaushalte nicht.

Den Text in voller Länge, liebe Leserinnen und Leser, können Sie in der aktuellen Ausgabe von Energie & Management lesen. Die Ausgabe 12 erscheint am 17. Juni - als Printausgabe oder auf unserem Portal als e-Paper.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 14.06.2019, 11:58 Uhr

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