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Bild: Fotolia.com, Kadmy
EFFIZIENZ:
Böblingen schont Klima und Stadtkasse
Die Stadt Böblingen (Baden-Württemberg) will öffentliche Gebäude mit modernster Steuerungstechnik ausstatten und so Energie sparen.
 
Dabei ist Böblingen eine von fünf Modellkommunen im Klimaschutzprojekt „Smart-Rathaus“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Wie ein Sprecher der Stadt gegenüber E&M erklärte, habe man sich mit 50 anderen Kommunen auf die bundesweite Ausschreibung für das Projekt beworben. Damit knüpfe man nahtlos an andere Klimaschutzaktivitäten an, betonte Oberbürgermeister Stefan Belz: Im Klimaschutzkonzept der Gemeinde seien bereits 45 Maßnahmen für den effizienten Umgang mit Strom und Wärme festgeschrieben. „Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen und ausloten, wie viel Energie sich mit intelligenten Systemen sparen lässt“, sagte Belz. Dabei wolle man auch andere Kommunen an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Konkret geplant ist, das Rathaus, das Albert-Einstein-Gymnasium und eine Kindertagesstätte mit neuester Steuerungstechnik auszustatten. Für das Rathaus wurde schon ein Sanierungsprogramm von 12 Mio. Euro beschlossen. Dabei soll der Fokus auch auf intelligenter Regeltechnik liegen. Die erst 2015 eröffnete Kita weist dagegen bereits einen hohen Automatisierungsgrad auf, teilt die Umwelthilfe mit. Hier werde vor allem die Energieeffizienz verbessert. Im Gymnasium schließlich gebe es nur beschränkte Möglichkeiten zur Sanierung der Gebäudehülle. Hier stehe eine zielgerichtete Anlagensteuerung im Mittelpunkt.

Wie Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH, erläuterte, bemühen sich Kommunen häufig, den Energiebedarf ihrer Gebäude manuell zu senken. Etwa dadurch, dass Heizungsanlagen in Schulen während der Ferien heruntergeregelt werden oder die Beleuchtung mit Bewegungsmeldern und Hauptschaltern gesteuert wird. Das sei aufwendig und fehleranfällig. „Digitale Alternativen erlauben eine viel feinere und ausgefeiltere Regelung.“ Das senke dann nicht nur den Energiebedarf, sondern erhöhe oft sogar den Komfort für die Nutzer. Mit dem Projekt Smart-Rathaus gebe man den Kommunen die passenden Werkzeuge an die Hand, um im digitalen Gebäudemanagement aktiv zu werden, betonte Holzmann.

Das DUH-Projekt läuft bis Ende 2022 und wird von der Hochschule Biberach wissenschaftlich begleitet. Neben Böblingen nehmen die Gemeinde Birkenwerder (Brandenburg), die Stadt Borkum (Niedersachsen), der Flecken Steyerberg (Niedersachsen) und die Stadt Wörth am Rhein (Rheinland-Pfalz) teil.
 

Günter Drewnitzky
© 2018 Energie & Management GmbH
Freitag, 12.10.2018, 16:12 Uhr