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Enerige & Management > Photovoltaik - Stromspeicher für Solaranlagen werden besser
Quelle: Shutterstock / Diyana Dimitrova
PHOTOVOLTAIK:
Stromspeicher für Solaranlagen werden besser
Zum fünften Mal hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen verglichen. Demnach verbessert sich die Effizienz der Batterien.
 
Die Testsieger der Stromspeicher-Inspektion 2022 aus dem Hause RCT Power, Fronius und BYD konnten ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Dies ergab der aktuelle Test der HTW Berlin. Bereits das fünfte Jahr in Folge verglich die "Stromspeicher-Inspektion" die Energieeffizienz von Photovoltaik-Speichersystemen für Privathaushalte. Am diesjährigen Stromspeichertest nahmen 21 Speichersysteme teil. Darunter fanden sich sieben Unternehmen mit neuen Produkten wie Fenecon, Solax und Varta. Marktführer seien weiterhin die Anbieter BYD aus China und Sonnen aus Deutschland.

Die Energieeffizienz der Heimspeichersysteme wurde mit dem sogenannten "System Performance Index" (SPI) bewertet. Diese Effizienzkennzahl macht Photovoltaik-Speichersysteme in zwei Leistungsklassen vergleichbar. In der kleineren Leistungsklasse bis 5 kW setzte sich erneut der Hybridwechselrichter "Fronius Primo GEN24 6.0 Plus" gemeinsam mit der "BYD Battery-Box Premium HVS 7.7" durch. In der 10-kW-Leistungsklasse gewann zum zweiten Mal in Folge der "Power Storage DC 10.0" von RCT Power mit einem SPI von 95,1 %. Auch mehrere Hybridwechselrichter von "KACO", "KOSTAL" und "GoodWe" erreichten demnach hervorragende Bewertungsergebnisse.

Im Rahmen der Stromspeicher-Inspektion wurden seit 2018 bereits mehr als 60 Solarstromspeicher verglichen. Die Testergebnisse zeigten, dass viele Hersteller wichtige Stellschrauben zur Effizienzsteigerung erkannt und ihre Geräte optimiert hätten. Damit sind zunehmend mehr hocheffiziente Photovoltaik-Speichersysteme am Markt erhältlich. Davon profitierten Haushalte, die sich unabhängiger von steigenden Strompreisen machen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Je geringer die Effizienzverluste sind, desto höher sei der durch ein Photovoltaik-Speichersystem erreichbare Autarkiegrad.

Beispielsweise erzielte das effizienteste System einen höheren Autarkiegrad als ein um fast 3 kWh größeres, aber weniger effizientes Gerät. Zur Kaufentscheidung sollten die Kosten pro kWh ermittelt werden. Sie berechnen sich aus dem Preis für den Speicher, der zwischen 1.000 und 1.800 Euro pro kWh-Speicherkapazität liegt und einmalig bis zu 2.000 Euro für die Installation. Dieser Preis muss ins Verhältnis zur praktisch speicherbaren Energiemenge gesetzt werden, die auch von den möglichen Entladezyklen abhängt, die zwischen 5.000 und 10.000 schwanken, je nach Hersteller. So variieren die günstigsten Preise zurzeit zwischen 15 und 30 Ct je gespeicherter kWh, laut der Internetseite Energieheld.de.

Die Studie der HTW bestätigt zudem eine positive Entwicklung des Markts für PV-Speichersysteme. So wurden im Jahr 2021 in Deutschland mehr als 200 000 PV-Anlagen mit einer Leistung bis 20 kW errichtet, mehr als doppelt so viele wie zwei Jahre zuvor. Bereits ein Viertel der Systeme in diesem Marktsegment hatte eine Leistung zwischen 10 kW und 20 kW. Und mehr als die Hälfte der Anlagen werden auch schon mit einem Speicher kombiniert. 2019 war das nur bei einem Drittel der Fall.

Mehr Kapazität ist nur bedingt effizienter
 
Die Sieger des Stromspeicher-Tests 2022 (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: HTW Berlin

Bei der Speicherauswahl solle laut HTW nicht nur auf eine hohe Systemeffizienz, sondern auch auf eine sinnvolle Systemauslegung geachtet werden. Laut der Auslegungshilfe hängt die maximal empfohlene Batteriegröße vor allem von der vorhandenen PV-Generatorleistung und vom jährlichen Stromverbrauch ab.

Hat die PV-Anlage beispielsweise eine Leistung von 10 kW und werden 4.000 kWh/a in einem Haus verbraucht, sollte die nutzbare Speicherkapazität des Batteriespeichers 6 kWh nicht überschreiten. Nur bei einem doppelt so hohen Stromverbrauch mache es Sinn, die nutzbare Speicherkapazität auf bis zu 12 kWh zu erhöhen. Der Grund ist, dass der Autarkiegrad nur noch geringfügig steigt, sodass sich die Kosten nicht rechnen.

Der Einladung zur Teilnahme an der Stromspeicher-Inspektion 2022 folgten 14 Anbieter von Speichersystemen. Die teilnehmenden Unternehmen erhielten vorab die anonymisierten Ergebnisse des Speichervergleichs. Nach der Sichtung der Testergebnisse entschieden sich zwölf Hersteller für die namentliche Erwähnung in der Studie. 14 von 21 Systemen schafften eine "sehr gute" Energieeffizienz.

Die Ergebnisse der aktuellen und vorherigen Stromspeicher-Inspektionen   stehen auf der Internetseite der HTW Berlin bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 23.03.2022, 14:17 Uhr

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