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Bild: E&M
WINDKRAFT OFFSHORE:
Schwimmende Windturbinen im Extremtest
Schwimmende statt fest im Meeresboden verankerte Offshore-Windturbinen können höhere Erträge bringen. Ein von der EU gefördertes Projekt soll die Grenzen der Technologie ausreizen. 
 
Am britischen Forschungsinstitut European Marine Energy Centre (Emec) startet in diesen Tagen das Projekt Aflowt (Accelerating Market Uptake of Floating Offshore Wind Technology). Dabei soll nach einer umfangreichen Vorbereitung ab 2022 eine italienische Saipem-Windturbine vor der Westküste Irlands unter extremen Witterungsbedingungen getestet werden. 

Schwimmende Windturbinen sind aus zwei Gründen interessant: Zum einen können sie in größerem Abstand von der Küste bei Wassertiefen bis zu 150 Metern installiert werden. Dort weht der Wind stärker und gleichmäßiger als an den klassischen Offshore-Standorten mit fester Verankerung am Meeresboden in maximal rund 50 Metern Tiefe. 

Zum anderen können die "floating turbines" in Küstennähe zusammengebaut und einfach an ihren Bestimmungsort geschleppt werden, wogegen bei der klassischen Vorgehensweise die Turbinen vor Ort mit teuren Spezialschiffen installiert werden müssen. 

Das Projekt setzt dabei auf die Hywind-Technologie des norwegischen Energiekonzerns Equinor: Dabei sitzt die Windturbine auf einem einzigen Stahlzylinder, der sich größtenteils unterhalb der Wasseroberfläche befindet und mit drei Stahlseilen am Meeresboden verankert ist. Um exzessive Bewegungen der Windturbine und damit ein mögliches Reißen der Seile zu verhindern, regelt ein Steuerungssystem die Position der Turbine über den Anstellwinkel der Rotorblätter ständig nach.

Das ist auch notwendig, denn an den küstenfernen Standorten sind häufig auch die Witterungsbedingungen extremer. Im Hywind-Scotland-Windpark von Equinor vor der schottischen Küste wurden Anfang Dezember 2017 während des Sturms Caroline Windböen mit mehr als 160 km/h und Wellen mit mehr als acht Metern Höhe verzeichnet. Die Turbinen wurden dabei stillgelegt, blieben aber unbeschädigt.

Im Projekt Aflowt, das die EU mit rund 14 Mio. Euro unterstützt, soll nun unter anderem eine noch bessere Bewegungssteuerung für schwimmende Windturbinen entwickelt werden. Federführend dabei ist das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES), der deutsche Projektpartner bei Aflowt.

 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 25.03.2019, 12:44 Uhr

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