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Enerige & Management > Wasserstoff - Hessens Entwurf einer Wasserstoffstrategie
Quelle: iStock / Frank Harms
WASSERSTOFF:
Hessens Entwurf einer Wasserstoffstrategie
Als wichtig, aber nicht als Patentlösung sieht das hessische Energieministerium den Wasserstoff an. Am 28. Oktober präsentierte es den Entwurf seiner Wasserstoffstrategie für Hessen.
 
Keine Frage, Wasserstoff soll bei der klimafreundlichen Energieversorgung des Landes Hessens eine wichtige Rolle spielen. Den Bedarf an Wasserstoff stellte Wirtschafts- und Energiestaatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) bei der Vorstellung des Entwurfs der hessischen Wasserstoffstrategie keineswegs infrage. Im Gegenteil: "Wir brauchen ihn als Speichermedium für Wind- und Solarstrom, wir brauchen ihn in bestimmten industriellen Prozessen, und wir brauchen ihn im Flugverkehr“, betonte Deutschendorf.

Jedoch relativierte der Staatssekretär die Bedeutung des Wundermittels Wasserstoff. Dieser allein sei für die Energiewende keine Patentlösung. "Wasserstoff ist nur dann komplett klima- und umweltfreundlich, wenn er aus regenerativen Energien gewonnen wird", stellte Deutschendorf klar. Zum anderen sei die Erzeugung von Wasserstoff sehr aufwendig. "Das Angebot wird also auf absehbare Zeit begrenzt bleiben. Wir müssen seine Anwendung daher vor allem auf die Bereiche konzentrieren, für die es keine andere, effizientere Technologie gibt."
 
Der Wasserstoffstrategie-Entwurf des Landes Hessen − zum Download bitte auf das Dokument klicken
Quelle: Hessisches Energieministerium, LEA Hessen

Zeitgleich müsse der konsequente Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgen. "Wer H wie Wasserstoff sagt, der muss auch A wie Ausbau der erneuerbaren Energien sagen", betonte Deutschendorf. 

Akzentsetzung beim synthetischen Kraftstoff

Die Expertise des Bundeslandes Hessen in Sachen Wasserstoff- uind Brennstoffzellentechnologie sei über viele Jahre gewachsen. "In Hessen befassen sich viele Unternehmen und Hochschulen mit dem Thema. Mit Unterstützung des Landes wurden maßgebliche Beiträge zur Entwicklung dieser Technologie geleistet, etwa die weltweit ersten Brennstoffzellen zur Energieversorgung in einem Rechenzentrum und in einem Krankenhaus. Von 2023 werden Brennstoffzellen-Züge auf den nicht-elektrifizierten Gleisen des Taunusnetzes die bisherigen Dieselloks ersetzen – in dieser Dimension einzigartig auf der Welt", zählte Deutschendorf auf. 

Der vorgestellte Strategie-Entwurf beschreibt, wie Hessen diese Ansätze künftig weiterentwickeln und damit zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft beitragen wird. Den besonderen Akzent, den Hessen in diesem Bereich setzten kann, umschreibt Deutschendorf: "Als Standort von Deutschlands größtem Flughafen haben wir natürlich besonderes Interesse daran, dass der Flugverkehr CO2-neutral wird. Wir werden deshalb weiter an einer Pilotanlage für synthetischen Treibstoff arbeiten, der als Grundlage erhebliche Mengen Wasserstoff braucht." 

Unter anderem will sich Hessen für Pilotprojekte zur dezentralen Erzeugung von Wasserstoff und zur Entwicklung der Speicher- und Transportinfrastruktur einsetzen. Zudem ist die Beschaffung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen im Öffentlichen Personennahverkehr vorgesehen. Zur engen Koordinierung und Steuerung der Vorhaben sieht der Entwurf den Aufbau einer Landesstelle Wasserstoff vor. 

An der Ausarbeitung der Wasserstoffstrategie mitgewirkt haben ein Fachbeirat mit Vertretern aus Industrie und Wissenschaft. Der Entwurf geht nun zur weiteren Beteiligung an die Branchenverbände und Vertreter der Energie- und Wasserstoffwirtschaft.
 

Davina Spohn
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Freitag, 29.10.2021, 12:21 Uhr

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