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Quelle: Shutterstock
STROMNETZ:
Amprion gibt Okay für neue Technik
Der Übertragungsnetzbetreiber hat keine Bedenken gegen den Einsatz der innovativen Technik "SmartValve". Sie soll Leitungen im Stromnetz gleichmäßiger und besser auslasten.
 
Eineinhalb Jahre haben die Techniker von Amprion "SmartValve" getestet. Im August 2020 wurde mit dem Pilotversuch begonnen. Der Übertragungsnetzbetreiber aus Dortmund erhofft sich durch die neue Technik, das Netz besser steuern zu können. Der Einsatz von Kraftwerken zur Überbrückung von Engpässen soll damit reduziert werden. Das Fazit: Es gibt "keine technischen Vorbehalte gegen den Einsatz von Smart Valve."

Die Erwartungen an die neue Technik waren hoch, wurden aber erfüllt. „Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass Smart Valve eine innovative Technik ist, die Potenzial hat, das Netz effizienter zu nutzen und den Bedarf an Redispatch in der Zukunft zu senken“, sagte Hendrik Neumann, technischer Geschäftsführer von Amprion. Die Kosten für Redispatch – also das Zu- und Abschalten von Kraftwerken mit dem Ziel, die Netze vor Überlastung zu schützen – seien in Deutschland im Rahmen der Energiewende in den Milliarden-Euro-Bereich gestiegen. Sie kommen zustande, weil die Anlagenbetreiber für diese Eingriffe entschädigt werden müssen.

Mit Smart Valve soll das besser werden. Es handelte sich dabei um einen modularen statisch-synchronen Serien-Kompensator (mSSSC) des US-Unternehmens Smart Wires. Zur Veranschaulichung: Ein Smart Valve ist rund 5 Meter lang und breit und etwa zwei Meter hoch. Das Gerät soll eine Ergänzung zu den üblichen "großen und schwere Phasenschiebertransformatoren (PST)" sein. Modularer Aufbau möglich

Die Technik soll die Leitungen im Netz gleichmäßiger und besser auslasten und so zur Systemstabilität beitragen. "Der Smart Valve kann durch gezielte Lastflussänderungen (Bremsen oder Ziehen) die Leitungen optimal auslasten", heißt es dazu aus Dortmund. So lasse sich der teure Einsatz von Kraftwerken zur Überbrückung von Netzengpässen minimieren.

Die Smart Valves sind einzelne Module, die zu größeren Anlagen je nach Bedarf zusammengesetzt werden können. Wegen des modularen Aufbaus kann der Kompensator an verschiedene Standorte transportiert und dort eingesetzt werden, wenn sich das Lastflussverhalten ändert.

"Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Abschluss der technischen Voruntersuchungen", so Susanne Nies, Deutschland-Geschäftsführerin von Smart Wires. Es spreche für die Technik, dass es keine Vorbehalte vonseiten des Netzbetreibers gebe. Im Gegensatz zu herkömmlichen statisch-synchronen Serien-Kompensatoren (SSSC), kann Smart Valve den Leistungsfluss auf einer Schaltung erhöhen oder verringern. Im Unterschied zu üblichen SSSC ist Smart Valve transformatorlos und verwendet einen integrierten, schnell reagierenden Bypass zum Schutz vor Systemfehlern.

Die Technik wird nicht nur in Deutschland erprobt. Seit 2020 wurden Projekte in den USA, Australien, England und Österreich durchgeführt. Smart Valve sei schnell zu installieren, einfach zu verlagern oder zu skalieren und vollständig steuerbar. "Die Technik bietet die Anpassungsfähigkeit, die Netzbetreiber angesichts der Herausforderungen, denen sie heute gegenüberstehen, benötigen", heißt es von Smart Wire.
 

Stefan Sagmeister
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