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Bild: E&M
CONTRACTING-AWARD:
Siegreiches Wärme- und Kältenetzwerk
Ein Energieverbund für die Versorgung mit Wärme, Kälte, Kühlwasser und Strom, den die EnBW-Tochter Sales & Solutions GmbH installiert hat, ist Gewinner des Contracting Awards 2018.
 
Verliehen wurde der Preis am 17. April im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der Effizienz-Fachmesse En+Eff. Diese veranstaltet der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW), der zusammen mit E&M den Preis alle zwei Jahre auslobt. Gesucht sind jeweils besonders gelungene Beispiele für Energiedienstleistungen.
 
In diesem Jahr hatten sich mit ihren Projekten insgesamt neun Teilnehmer beworben, aus denen eine Jury drei Preisträger auswählte.
 
Zum Sieger gekürt wurde die EnBW-Tochter Sales & Solutions GmbH, die in der Gemeinde Waldbronn bei Karlsruhe einen Energieverbund zwischen kommunalen Nutzern und zwei Industriebetrieben installiert hat. Aus einer Energiezentrale werden Wärme, Kälte, Kühlwasser und Strom geliefert.

„Ein perfektes Beispiel, wie man erfolgreiche Contracting-Projekte, auch fernab der großen Metropolen, erfolgreich umsetzen kann“, sagte Moderator Andreas Graf, der durch den Abend führte. Die Jury habe insbesondere die enge Verzahnung der beteiligten Unternehmen und der Kommune überzeugt, die auch Synergieeffekte ermögliche.
 
Der Preisträger, die EnBW-Tochter Sales & Solutions GmbH, wurde mit einer Bronzeskulptur des Bildhauers Robert Harbauer prämiert: Andreas Fritz, Wolfgang Frenzel und Markus Ott nahmen den Preis entgegen, überreicht wurde dieser von AGFW-Präsident Udo Wichert, AGFW-Vorstandsmitglied Norbert Breidenbach sowie E&M-Redakteur und Jurymitglied Armin Müller (v.l.)
Bild: Heidi Roider

Installiert sind dazu eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage, Pufferspeicher, Kessel und Kältemaschinen. Kunden sind die Agilent Technologies Deutschland GmbH, die in den Bereichen Biowissenschaften, Diagnostik und Chemie tätig ist, und die Taller GmbH, die Kühlwasser für die Fertigung von Kabelteilen bereitstellt. Die kommunalen Kunden in dem Contractingprojekt sind eine Eishalle und das Freibad in Waldbronn.
 
Durch den Energieverbund zwischen den Partnern kann jetzt die Primärenergie besser ausgenutzt werden. Beispielsweise betreibt man mit überschüssigem Strom aus dem BHKW die Tiefkälteerzeugungsanlagen für die Eishalle. Außerdem können Wärmepumpen die Abwärme von Kältemaschinen so aufbereiten, dass damit im Sommer das Freibad und im Winter das Kunden- und Technologiezentrum von Agilent geheizt werden können. Alle Beteiligten profitieren so von den günstigen Erzeugungskosten für Kälte, Wärme und Strom.
 
Der zweite Preis des Conracting Awards geht an die Zeag
 
Das Projekt des Heilbronner Energieversorgers Zeag Energie AG wurde von der Jury auf den zweiten Platz gewählt. Zeag errichtet für das Gelände des ehemaligen Südbahnhofs in Heilbronn, auf dem seit 2015 Wohnungen, Kindertagesstätten, Pflegeheime und Arztpraxen gebaut werden, eine neue Energieversorgung.
 
Sie besteht aus zwei Blockheizkraftwerken und Gaskesseln, die in ein Fernwärmenetz einspeisen. Ergänzt wird sie von mehreren Pufferspeichern, die zusammen ein Volumen von 50 000 l haben. Den Strom aus den BHKW und aus PV-Anlagen auf den Gebäuden bietet der Contractor den Bewohnern des neuen Stadtviertels über ein Mieterstrommodell an.
 
Gefallen hat der Jury an dem Konzept, dass es nicht nur die Wärme- und Stromversorgung abdeckt, sondern auch ein Glasfasernetz einschließt, über das die Bewohner IT- und TV-Angebote bekommen und über das die Zählerdaten übertragen werden.
 
Das neue Stadtviertel bekommt auch Ladestationen für Elektroautos und eine Straßenbeleuchtung mit Leuchtdioden, die zugleich aus Gründen der Sicherheit über Signalleuchten, Kameras und Lautsprecher verfügen.

Vorbildliche Projektzusammenarbeit 

Besonders bemerkenswert an dem dritten Preisträger fand die Jury die Verbindung von Abwärmenutzung und Fernwärme. Gewonnen hat den dritten Preis beim Contracting-Award die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) zusammen mit der Vattenfall Europe Wärme AG.
 
Die beiden Partner haben ein Projekt realisiert, bei dem die vier Porzellanbrennöfen der KPM mit einer Wärmerückgewinnungsanlage verbunden wurden. Aus dem Abgas können noch Temperaturen von rund 140 °C ausgekoppelt und über einen Wärmetauscher dem Fernwärmenetz zugeführt werden. Gewonnen werden so nach bisherigen Abschätzungen jährlich rund 0,22 Mio. kWh, die CO2-frei erzeugt werden.

Für die Jury war bei diesem Projekt die Zusammenarbeit der beiden Partner KPM und Vattenfall vorbildhaft. Hier werde deutlich, dass Abwärme in einem großen Umfang für Wärmenetze nutzbar gemacht werden könne.
 
Die Preisträger des Contracting Awards 2018 in Frankfurt bei der Verleihung Bild: E&M

 
 

Armin Müller
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Mittwoch, 18.04.2018, 10:03 Uhr

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