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Bild: Fotolia.com, Sergey Nivens
CONTRACTING:
Mehrwärme: Contracting per Mausklick
Die German Contract Wärmedienste GmbH hat erstmals ein Onlineportal gestartet, das Handwerksbetrieben das Contracting für private Heizungsanlagen erleichtern soll.
 
Mit einem explizit auf Fachhandwerker zugeschnittenen Onlineportal will die German Contract Wärmedienste GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Neuss, das private Heizungscontracting erleichtern und forcieren. „In dieser Form ist die Plattform bundesweit bislang einmalig“, betonte Roland Gilges, einer der beiden Geschäftsführer des Contractingunternehmens, bei der ersten öffentlichen Präsentation von „mehrwärme“ (so der Name des Portals).

Im Fokus haben die Mehrwärme-Macher vorerst die Generation „50 plus“, von der viele hierzulande zu den Ein- und Zweifamilienhausbesitzern gehören. Das energetische Manko dieser Häuser ist bekannt: „Derzeit sind von den mehr als 15 Millionen Heizungsanlagen in diesen Gebäudetypen rund ein Drittel älter als 20 Jahre, und müssten aus wirtschaftlichen, aber auch aus klimapolitischen Gründen gegen moderne und effiziente Geräte ausgetauscht werden“, so Gilges. Eigentlich ein großer Markt.

Doch nicht nur beim Kessel-Austausch in den Heizungskellern stockt es seit Jahren, auch das Heizungscontracting steckt bei Privatleuten noch in den Kinderschuhen. „Dabei überwiegen die Vorteile, weshalb wir auch mit der neuen Plattform alles daran setzen, das Heizungscontracting bekannter zu machen“, sagt der langjährige Contracting-Fachmann Gilges.

Die Monatsgebühr für das Portral kostet Handwerker 200 Euro

Derzeit arbeitet das Neusser Unternehmen für seine „analogen“ Aktivitäten im Bundesgebiet mit rund 800 Fachhandwerksunternehmen zusammen. Um mit dem neuen Portal bundesweit vertreten zu sein, müsste German Contract insgesamt an die 2 500 Partnerbetriebe gewinnen. Gilges verspricht den Handwerkern bei dem neuen digitalen Vertriebsinstrument eine Partnerschaft auf Augenhöhe: „Viele Großunternehmen starten eine Online-Plattform und nehmen den Fachhandwerkern vor Ort damit Aufträge und Kunden weg, was wir bewusst nicht machen.“ Schöne Worte. Damit das Mehrwärme-Portal die richtige Schlagzahl gewinnt, bedarf es genügend engagierter Fachbetriebe: „Genau diese Handwerker zu finden, ist für uns die größte Herausforderung in den kommenden Monaten“, so Gilges.

Heizungsbetriebe, die „mehrwärme“ als Vertriebskanal nutzen wollen, zahlen German Contract Wärmedienste (GC) dafür eine monatliche Gebühr von 200 Euro. Außerdem richtet GC Wärmedienste den kooperationswilligen Handwerksbetrieben − falls Bedarf besteht − für einen Pauschalbetrag von 3 500 Euro eine neue Internetseite ein, die auch für mobile Endgeräte geeignet ist. „Da wir für jedes vermittelte Heizungscontracting eine Prämie von 200 Euro zahlen, hat jeder Betrieb, der über das Portal eine Anlage im Monat akquiriert, dieses Geld wieder drin.“

Alexander Stamos, Geschäftsführer des gleichnamigen Heizungsbetriebes mit Sitz in Grevenbroich in der Nähe von Neuss, sieht darin kein Problem: „Jede zweite Heizungsanlage, die wir heute an Privatkunden verkaufen, läuft über Contracting.“ Stamos ist der erste Handwerksbetrieb, der das Mehrwärme-Portal nutzt – und zwar aus Überzeugung: „Für viele meiner Fachhandwerker-Kollegen ist die digitale Welt noch Neuland. Doch wer heute zu den Besten zählt und auch morgen nicht auf der Strecke bleiben will, muss sich auf Dauer mit dem Thema Digitalisierung befassen.“

Für dieses Jahr erhofft sich German Contract Wärmedienst ein zehnprozentiges Plus bei den Vertragsabschlüssen für privates Heizungscontracting. Im vergangenen Jahr konnte der Anbieter über diesen Weg rund 400 Kunden gewinnen. Wesentlich ambitionierter sind die Pläne für 2019: „Dann wollen wir allein über das Portal, dessen Bekanntheitsgrad bis dahin gestiegen ist, zwischen 700 und 800 neue Contractingverträge für private Heizungsanlagen gewinnen“, beschreibt Geschäftsführer Gilges die Erwartungen.
 

Ralf Köpke
© 2018 Energie & Management GmbH
Freitag, 26.01.2018, 17:07 Uhr

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