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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Zwölf Maßnahmen für mehr Windstrom vorgelegt
Quelle: Fotolia / psdesign1
WINDKRAFT ONSHORE:
Zwölf Maßnahmen für mehr Windstrom vorgelegt
Mit zwölf Maßnahmen könnte mehr Strom aus Windkraft an Land erzeugt und genutzt werden, schlägt die Deutsche Energieagentur (Dena) vor. Sie sollten ins neue Gesetz aufgenommen werden.
 
Ein wichtiger Beschleuniger für Windstrom soll das vom Bundeskabinett vorgelegte Wind-an-Land-Gesetz sein. Die Deutsche Energieagentur (Dena) schlägt zwölf Maßnahmen zur Ergänzung vor, die Aufnahme ins Gesetz finden sollten. Bis 2030 sollen laut Bundesregierung mindestens 80 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen. Dazu muss das Ausbautempo in ganz Deutschland deutlich steigen, um die installierte Windkraftleistung zu verdoppeln. Die Dena-Vorschläge seien kurzfristig umsetzbar.

Mit den bisherigen Abläufen und Fristen zur Realisierung neuer Projekte ist das Ausbauziel des Bundes nicht zu schaffen, mahnt die Dena. Bis zur schlüsselfertigen Übergabe von Windparks vergehen aktuell im Schnitt sieben bis acht Jahre. Das Wind-an-Land-Gesetz soll die Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich vereinfachen und sieht vor, dass alle Bundesländer zwei Prozent ihrer Flächen für Windkraft bereitstellen. Zudem soll die Schutzgüterabwägung im Artenschutz neu geordnet werden.

Schnell umsetzbare Maßnahmen nötig

Philipp Heilmaier, Leiter des Bereichs Zukunft der Energieversorgung der Dena, mahnte: „Bis diese wirklich grundlegenden Neuerungen greifen, braucht es aber eine gewisse Zeit.“ Deshalb sollte alles versucht werden, um mit weiteren, kurzfristigen Maßnahmen, den Windenergieausbau zu beschleunigen. „Unser Impulspapier zeigt, wie das gelingen kann“, warb Heilmeier. Das Dokument „12plus – Zwölf ergänzende Maßnahmen für das Wind-an-Land-Gesetz“, beschreibt Ansätze, die sich mit einem vergleichsweise geringen administrativen Aufwand umsetzen ließen. 

Zu den Vorschlägen zählt etwa die Verschlankung von Genehmigungen beim aufwändigen Transport von Windkraftanlagen oder die Beseitigung von Engpässen in der Wertschöpfungskette über den gezielten Aufbau von Infrastruktur (wie Spezialkräne) über Sonderförderprogramme. Zudem schlägt die Dena eine Optimierung von Genehmigungs- und Umsetzungsprozessen vor. Eine typenvariantenscharfe Genehmigung gebe mehr Freiheit bei der Umsetzung von Windparks als die heutige typenscharfe. Das Zeitfenster für die Baufeldfreimachung solle ausgeweitet werden und eine Vollständigkeitsfiktion der Antragsunterlagen gelten. 

Leihkräfte bei Personalmangel

Gegen den Personalmangel bei Behörden und Gerichten könnten Leihkräfte eingestellt werden, so die Dena weiter. Die Ausschreibung und Stromvermarktung sollten angepasst werden und Direktvermarktungsmodelle ermöglichen. Ein Einspeisemanagement solle auf Energienutzung optimiert werden und eine nachträgliche Leistungssteigerung von Turbinen durch Software-Updates möglich sein. Gegen den Mangel an geeigneten Flächen könne ein Sonderaufschlag für Konversionsflächen helfen. Angesichts der momentan steigenden Preise sollten zudem die Rohstoffpreise bei Ausschreibungsteilnahme indexiert werden und resiliente Wertschöpfungsketten geschaffen werden, so der Vorschlag.

„Zusammen betrachtet, erzielen die zwölf Maßnahmen eine Prozessbeschleunigung von mehreren Monaten“, sagte Heilmeier. Insbesondere hinsichtlich des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und der daraus folgenden Energiemarktkrise sei das noch dringlicher geworden. „Der zügige Ausbau von Windenergie hilft uns, die Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern schneller zu reduzieren und so die Energiesicherheit Deutschlands zu verbessern“, appellierte der Dena-Bereichsleiter. 

Das Impulspapier „12 Maßnahmen für Wind an Land“ der Dena  steht im Internet bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 20.06.2022, 12:47 Uhr

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