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Enerige & Management > Stromspeicher - Neuer Zeitplan für Zellfertigung in Münster
Bild: sdecoret / Fotolia
STROMSPEICHER:
Neuer Zeitplan für Zellfertigung in Münster
Die Bundesregierung hat auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion den Zeitplan für die Forschungsförderung von Batteriezellen in Münster erläutert.
 
Die Bundesregierung hat Anfang 2019 das Dachkonzept „Forschungsfabrik Batterie“ vorgestellt. Es soll dazu beitragen, insbesondere den technologischen Rückstand bei der Fertigung von Batteriezellen gegenüber den Herstellern aus China, Japan und Südkorea aufzuholen. Das dafür gestartete Teilprojekt „Forschungsfertigung Batteriezelle“, das auf die Entwicklung einer Massenfertigung ausgerichtet ist, wurde von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) nach heftigen politischen Auseinandersetzungen nach Münster vergeben, wo bereits das MEET (Münster Electrochemical Energy Technology) der Universität ansässig ist. Insgesamt stellt das Bundesforschungsministerium (BMBF) Fördermittel zur Verfügung. Das Land Nordrhein-Westfalen hat zusätzlich 200 Mio. Euro zugesagt.

Der Aufbau der Fertigungslinie solle im Februar 2020 beginnen und Ende 2022 abgeschlossen sein, hieß es vor zwei Jahren von Seiten der Fraunhofer-Gesellschaft, die maßgeblich am Projekt beteiligt ist. Nun hat sich die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen nach dem Aufbau der Fertigung erkundigt und nach möglichen Verzögerungen gefragt.

Die Grünen beziehen sich in ihrer Anfrage auf Prof. Fritz Klocke, der seit Anfang 2020 die Forschungsfertigung Batteriezelle FFB in Münster als Institutsteil des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT leitet. Dieser habe in einem Schreiben unter anderem an NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart und BMBF-Staatssekretär Wolf-Dieter Lukas darauf hingewiesen, dass sich der ursprüngliche Terminplan um drei Jahre verschieben werde.
 
Musterlinie ist ein zentrales Element der Forschungsfertigung
 
Hierzu schreiben die Beamten des BMBF, die Forschungsfertigung befinde sich auf einem „guten Weg und im Zeitplan“. Medienberichte über einen Brief von Klocke spiegelten nicht den Sachstand wider. Der aktuelle Planungsstand werde von der Fraunhofer-Gesellschaft und den anderen Projektbeteiligten „in vollem Konsens getragen“.

Noch im Juni dieses Jahres erfolge die Inbetriebnahme einer Beschichtungsanlage mit Reinraumtechnik. Im Dezember 2021 werde das Vergabeverfahren für den ersten Bauabschnitt abgeschlossen. Die Ausschreibung und die Vergabe für den zweiten Bauabschnitt sollen ebenfalls im vierten Quartal dieses Jahres noch stattfinden und der Bau beider Bauabschnitte im zweiten Quartal 2022 beginnen. Die Fertigstellung der Gebäudehülle des ersten Bauabschnitts und die Einbringung der Anlagen sind für das dritte Quartal 2022 geplant. Die Anlagen des ersten Bauabschnitts sollen bis September 2023 fertig aufgebaut und voll betriebsbereit sein, die des zweiten Bauabschnitts im zweiten Quartal 2025. Der Beginn des Regelbetriebs werde dann im vierten Quartal 2025 oder im ersten Quartal 2026 liegen.

Es habe tatsächlich eine Anpassung der Bauplanungen gegeben. Diese spiegelten aber in erster Linie die Ergebnisse einer Reihe von Industriegesprächen wider. So sei es beispielsweise zu einer Erweiterung der Nutzfläche und des Leistungsangebots gekommen. Damit habe man auf den starken Wandel von Forschung und Entwicklung zur Batterietechnologie und auch des industriellen Umfelds reagiert. Dafür sei insbesondere die große Zahl von Ankündigungen verschiedener Unternehmen und Konsortien, in Deutschland und Europa Produktionsstätten für Batteriezellen aufzubauen. Deshalb sei die Entscheidung getroffen worden, alle Ausbaustufen der Forschungsfertigung zusammenzufassen und ihre Fertigstellung in der Summe um ein Jahr vorzuziehen.

Im Aufbau einer Pilot- und Musterlinie in Ausbaustufe 1 sieht das BMBF ein zentrales Element der Forschungsfertigung. Mit den Ankündigungen von Gigafactories habe sich die Dringlichkeit der Hochskalierung einer Zellproduktion in den kommenden Jahren auf der Grundlage der gegenwärtigen Technik relativiert. Stattdessen sei das Ziel in den Vordergrund getreten, „zum frühestmöglichen Zeitpunkt der deutschen Wirtschaft ein vollumfängliches Leistungsangebot darstellen zu können, um Innovationssprünge auf der Grundlage veränderter Zellchemien, wie Lithium-Metall oder Festkörper-Ansätzen, in einer zweiten Welle von Investitionsentscheidungen zu ermöglichen und zu begleiten. Diesem Ziel entspricht die aktuelle Projektplanung der FFB“, schreibt das BMBF.
 
 
 

Fritz Wilhelm
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