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Energie & Management > Aus Der Aktuellen Ausgabe - „Alle fünf Minuten geht eine neue Anlage ans Netz“
Quelle: E&M
Aus Der Aktuellen Ausgabe

„Alle fünf Minuten geht eine neue Anlage ans Netz“

Robert Denda ist neuer CEO der Westenergie. Zur Holding gehören zahlreiche Beteiligungen und der größte deutsche Verteilnetzbetreiber Westnetz. Ein Gespräch über die Energiewende.
E&M: Herr Denda, Sie sind Wirtschaftsinformatiker mit langjähriger Erfahrung im Bereich Smart Grids. Welches Potenzial sehen Sie in der Digitalisierung der Netze bei Westenergie?

Denda: Digitalisierung ist die Voraussetzung für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Netz. Das Netz muss flexibel auf neue Erzeuger und Verbraucher reagieren können. Dafür ist Digitalisierung ein zentraler Baustein. Intelligente Messsysteme, die im Ausland bereits weit verbreitet sind, eröffnen ganz neue Möglichkeiten, um Flexibilitäten im Netz zu nutzen und es effizienter zu betreiben. Deshalb ist es wichtig, den Ausbau auch in Deutschland voranzutreiben.

Robert Denda

Robert Denda ist seit 1. Januar 2026 Vorstandsvorsitzender der Westenergie AG. Der 52-Jährige hat zugleich das Ressort Technik (CTO) übernommen. Geboren in Koblenz, studierte Denda Wirtschaftsinformatik an der Universität Mannheim und promovierte dort im Fach Informatik. Er verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung im Energiesektor. Zuletzt war er CEO der Gridspertise, einer Tochtergesellschaft der Enel-Gruppe mit Fokus auf Smart-Grid-Technologien.
 
 
Robert Denda seit Januar 2026 Vorstandsvorsitzender der Westenergie AG Quelle: Westenergie

E&M: Die Bundesnetzagentur musste einige Unternehmen wegen Verzögerungen beim Smart Meter Rollout abmahnen. Westenergie gehörte sicher nicht dazu?
Denda: Wir liegen im bundesweiten Vergleich weit vorn und werden den Rollout weiter beschleunigen. Bereits rund 35 Prozent des Pflichtrollouts haben wir umgesetzt. Etwa jeder fünfte Smart Meter in Deutschland ist im Netzgebiet unserer Tochter Westnetz installiert.

E&M: Können die Geräte inzwischen nicht nur messen, sondern auch steuern?
Denda: Ja. Technologisch sind die intelligenten Messsysteme dafür ausgelegt. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und können auch Steuerungsaufgaben übernehmen.

E&M: Sie sind sowohl CEO als auch Chief Technology Officer, kurz CTO. Ist diese Doppelfunktion ein Vorteil?

Denda: Absolut. In meiner Doppelrolle kann ich nicht nur entscheiden, wohin wir wollen, sondern auch, wie wir dahin kommen. Sie verbindet strategische Entscheidungen mit technischem Verständnis. Gerade in der aktuellen Phase der Energiewende ist das wichtig und trägt der zunehmenden Dynamik im Energiesektor und dem Bedarf an schnelleren Entscheidungen Rechnung.

E&M: Westnetz will rund 21 Milliarden Euro in die Netze investieren. Trotzdem lässt sich das Netz nicht unbegrenzt ausbauen. Wie erschließen Sie zusätzliche Flexibilitäten?

Denda: Wir haben unsere Investitionen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Unser Netz hat eine Spitzenlast von rund 12.000 MW. Gleichzeitig haben wir bereits 17.000 MW erneuerbare Erzeugungsleistung angeschlossen. Das bedeutet praktisch alle fünf Minuten geht eine neue Anlage an unser Netz, bei unverändert hoher Versorgungsqualität. Grünstromspeicher beispielsweise schließt Westnetz über FCA an. Ein FCA (Flexible Connection Agreement; d. Red.) ist eine Netzanschlussvereinbarung mit flexiblen Betriebsbedingungen. So lassen sich vorhandene Netzkapazitäten effizienter auslasten und mehr Kundenanlagen anschließen, ohne die Systemstabilität zu gefährden oder dass Kundinnen und Kunden auf den Netzausbau warten müssen. 

E&M: Wie finanzieren Sie diese Investitionen?

Denda: Seit Gründung der Westenergie im Oktober 2020 haben wir rund 3,4 Milliarden Euro in die regulierten Strom- und Gasnetze investiert, davon mehr als 1 Milliarde Euro allein im Jahr 2024. Bis 2028 wollen wir 250 Umspannanlagen und rund 10.000 Kilometer Stromleitungen neu bauen oder modernisieren. Dass wir Teil des Eon-Konzerns sind, erleichtert die Finanzierung. Gleichzeitig sind wir als reguliertes Unternehmen auf verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und wettbewerbsfähige Zinssätze angewiesen.

Westenergie AG

Gegründet wurde die Westenergie AG am 1. Oktober 2020. Einziger Gesellschafter ist die Eon. Die Westenergie hält über 1.600 Konzessionsverträge und kommunale Partnerschaften. Sie ist an mehr als 130 Stadtwerken, Netzgesellschaften und Versorgungsunternehmen beteiligt. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz gehört vollständig zur Westenergie. Weitere Gesellschaften der Westenergie AG sind die Westenergie Netzservice GmbH und die Westconnect GmbH. Westenergie wurde bis zum 7. Mai 2025 von Katherina Reiche geleitet, die dann Bundeswirtschaftsministerin wurde.
 

E&M: Zur Energiewende gehört auch die Wärmewende. Wie gehen Sie mit der kommunalen Wärmeplanung um?

Denda: Wir sind Deutschlands größter Gasverteilnetzbetreiber und unterstützen Kommunen bei der Wärmeplanung, beim Ausbau von Fernwärme sowie bei der Elektrifizierung, etwa mit Wärmepumpen. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für Windenergie, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Wärmeversorgung. Unsere Gasnetze können künftig auch klimafreundliche Gase transportieren. Derzeit fehlt allerdings noch die Marktreife dieser Energieträger.

E&M: Wann könnte Wasserstoff im Netzgebiet Erdgas ersetzen?

Denda: Das hängt nicht von uns ab. Gasnetze können Wasserstoff grundsätzlich transportieren. Gleichzeitig müssen wir unsere Kundinnen und Kunden weiterhin zuverlässig mit Erdgas versorgen. Als Verteilnetzbetreiber richten wir uns nach den Bedürfnissen der Nachfrageseite und werden die Gasnetze weiterhin zuverlässig betreiben.

E&M: Werden die hohen Investitionen die Energiepreise dauerhaft steigen lassen?

Denda: Digitalisierung hilft dabei, die Netze effizient und damit kostengünstiger zu betreiben. Gleichzeitig braucht es einen systemischen Blick auf die Energiewende. Netzbetreiber müssen Anschlüsse bereitstellen, wo sie angefragt werden. Deshalb ist auch die Politik gefragt, den Ausbau so zu steuern, dass das Gesamtsystem bezahlbar bleibt. Die Investitionen dienen nicht nur der Versorgungssicherheit. Sie sichern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wenn wir Unternehmen wie Rechenzentrumsbetreiber keine leistungsfähige Strominfrastruktur bieten können, verlieren wir Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Der Ausbau der Energieinfrastruktur ist Voraussetzung für die Digitalisierung des Landes. Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine sehr hohe Versorgungsqualität. Das ist ein wichtiger Standortvorteil, den wir nutzen müssen.

E&M: Neue Rechenzentren sollen ihre Abwärme nutzbar machen. Wie bewerten Sie diese Vorgabe?

Denda: Das ist grundsätzlich sinnvoll, denn Rechenzentren erzeugen erhebliche Mengen Wärme. Wo sich diese wirtschaftlich nutzen lässt, sollte das auch geschehen. Allerdings schränkt die Vorgabe die Standortwahl teilweise ein.

E&M: Wie bewerten Sie die jüngsten energiepolitischen Gesetze der Bundesregierung?

Denda: Insgesamt gehen sie in die richtige Richtung. Wichtig sind für uns Planungssicherheit und eine bessere Priorisierung beim Netzausbau. Derzeit gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst beantragt, wird zuerst bearbeitet. Dadurch stehen nicht immer die reifsten Projekte oben auf der Liste. Allein in unserem Netzgebiet mit einer Spitzenlast von 12.000 MW liegen Anschlussanfragen von mehr als 80.000 MW vor − vor allem für Rechenzentren und Batteriespeicher. Eine Priorisierung würde helfen, diese Projekte schneller und volkswirtschaftlich sinnvoller umzusetzen.

E&M: Was wünschen Sie sich darüber hinaus von der Politik?

Denda: Entscheidend ist ein verlässlicher regulatorischer Rahmen. Die Investitionen in die Verteilnetze sind deutlich höher als in der Vergangenheit. Gerade hier findet die Energiewende statt: Hier werden erneuerbare Energien angeschlossen, Batteriespeicher integriert und neue Verbraucher wie Rechenzentren versorgt. Damit diese Investitionen finanziert werden können, brauchen wir langfristig stabile Rahmenbedingungen und angemessene Zinssätze.

E&M: Ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 aus Ihrer Sicht erreichbar?

Denda: Wir müssen den eingeschlagenen Weg konsequent und möglichst schneller fortsetzen. Ob das Ziel exakt 2045 oder wenige Jahre später erreicht wird, kann heute niemand seriös vorhersagen. Entscheidend ist, dass wir die Transformation weiter beschleunigen. Je schneller wir vorankommen, desto besser.

Freitag, 14.08.2026, 08:36 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Aus Der Aktuellen Ausgabe - „Alle fünf Minuten geht eine neue Anlage ans Netz“
Quelle: E&M
Aus Der Aktuellen Ausgabe
„Alle fünf Minuten geht eine neue Anlage ans Netz“
Robert Denda ist neuer CEO der Westenergie. Zur Holding gehören zahlreiche Beteiligungen und der größte deutsche Verteilnetzbetreiber Westnetz. Ein Gespräch über die Energiewende.
E&M: Herr Denda, Sie sind Wirtschaftsinformatiker mit langjähriger Erfahrung im Bereich Smart Grids. Welches Potenzial sehen Sie in der Digitalisierung der Netze bei Westenergie?

Denda: Digitalisierung ist die Voraussetzung für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Netz. Das Netz muss flexibel auf neue Erzeuger und Verbraucher reagieren können. Dafür ist Digitalisierung ein zentraler Baustein. Intelligente Messsysteme, die im Ausland bereits weit verbreitet sind, eröffnen ganz neue Möglichkeiten, um Flexibilitäten im Netz zu nutzen und es effizienter zu betreiben. Deshalb ist es wichtig, den Ausbau auch in Deutschland voranzutreiben.

Robert Denda

Robert Denda ist seit 1. Januar 2026 Vorstandsvorsitzender der Westenergie AG. Der 52-Jährige hat zugleich das Ressort Technik (CTO) übernommen. Geboren in Koblenz, studierte Denda Wirtschaftsinformatik an der Universität Mannheim und promovierte dort im Fach Informatik. Er verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung im Energiesektor. Zuletzt war er CEO der Gridspertise, einer Tochtergesellschaft der Enel-Gruppe mit Fokus auf Smart-Grid-Technologien.
 
 
Robert Denda seit Januar 2026 Vorstandsvorsitzender der Westenergie AG Quelle: Westenergie

E&M: Die Bundesnetzagentur musste einige Unternehmen wegen Verzögerungen beim Smart Meter Rollout abmahnen. Westenergie gehörte sicher nicht dazu?
Denda: Wir liegen im bundesweiten Vergleich weit vorn und werden den Rollout weiter beschleunigen. Bereits rund 35 Prozent des Pflichtrollouts haben wir umgesetzt. Etwa jeder fünfte Smart Meter in Deutschland ist im Netzgebiet unserer Tochter Westnetz installiert.

E&M: Können die Geräte inzwischen nicht nur messen, sondern auch steuern?
Denda: Ja. Technologisch sind die intelligenten Messsysteme dafür ausgelegt. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und können auch Steuerungsaufgaben übernehmen.

E&M: Sie sind sowohl CEO als auch Chief Technology Officer, kurz CTO. Ist diese Doppelfunktion ein Vorteil?

Denda: Absolut. In meiner Doppelrolle kann ich nicht nur entscheiden, wohin wir wollen, sondern auch, wie wir dahin kommen. Sie verbindet strategische Entscheidungen mit technischem Verständnis. Gerade in der aktuellen Phase der Energiewende ist das wichtig und trägt der zunehmenden Dynamik im Energiesektor und dem Bedarf an schnelleren Entscheidungen Rechnung.

E&M: Westnetz will rund 21 Milliarden Euro in die Netze investieren. Trotzdem lässt sich das Netz nicht unbegrenzt ausbauen. Wie erschließen Sie zusätzliche Flexibilitäten?

Denda: Wir haben unsere Investitionen in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Unser Netz hat eine Spitzenlast von rund 12.000 MW. Gleichzeitig haben wir bereits 17.000 MW erneuerbare Erzeugungsleistung angeschlossen. Das bedeutet praktisch alle fünf Minuten geht eine neue Anlage an unser Netz, bei unverändert hoher Versorgungsqualität. Grünstromspeicher beispielsweise schließt Westnetz über FCA an. Ein FCA (Flexible Connection Agreement; d. Red.) ist eine Netzanschlussvereinbarung mit flexiblen Betriebsbedingungen. So lassen sich vorhandene Netzkapazitäten effizienter auslasten und mehr Kundenanlagen anschließen, ohne die Systemstabilität zu gefährden oder dass Kundinnen und Kunden auf den Netzausbau warten müssen. 

E&M: Wie finanzieren Sie diese Investitionen?

Denda: Seit Gründung der Westenergie im Oktober 2020 haben wir rund 3,4 Milliarden Euro in die regulierten Strom- und Gasnetze investiert, davon mehr als 1 Milliarde Euro allein im Jahr 2024. Bis 2028 wollen wir 250 Umspannanlagen und rund 10.000 Kilometer Stromleitungen neu bauen oder modernisieren. Dass wir Teil des Eon-Konzerns sind, erleichtert die Finanzierung. Gleichzeitig sind wir als reguliertes Unternehmen auf verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen und wettbewerbsfähige Zinssätze angewiesen.

Westenergie AG

Gegründet wurde die Westenergie AG am 1. Oktober 2020. Einziger Gesellschafter ist die Eon. Die Westenergie hält über 1.600 Konzessionsverträge und kommunale Partnerschaften. Sie ist an mehr als 130 Stadtwerken, Netzgesellschaften und Versorgungsunternehmen beteiligt. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz gehört vollständig zur Westenergie. Weitere Gesellschaften der Westenergie AG sind die Westenergie Netzservice GmbH und die Westconnect GmbH. Westenergie wurde bis zum 7. Mai 2025 von Katherina Reiche geleitet, die dann Bundeswirtschaftsministerin wurde.
 

E&M: Zur Energiewende gehört auch die Wärmewende. Wie gehen Sie mit der kommunalen Wärmeplanung um?

Denda: Wir sind Deutschlands größter Gasverteilnetzbetreiber und unterstützen Kommunen bei der Wärmeplanung, beim Ausbau von Fernwärme sowie bei der Elektrifizierung, etwa mit Wärmepumpen. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für Windenergie, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und Wärmeversorgung. Unsere Gasnetze können künftig auch klimafreundliche Gase transportieren. Derzeit fehlt allerdings noch die Marktreife dieser Energieträger.

E&M: Wann könnte Wasserstoff im Netzgebiet Erdgas ersetzen?

Denda: Das hängt nicht von uns ab. Gasnetze können Wasserstoff grundsätzlich transportieren. Gleichzeitig müssen wir unsere Kundinnen und Kunden weiterhin zuverlässig mit Erdgas versorgen. Als Verteilnetzbetreiber richten wir uns nach den Bedürfnissen der Nachfrageseite und werden die Gasnetze weiterhin zuverlässig betreiben.

E&M: Werden die hohen Investitionen die Energiepreise dauerhaft steigen lassen?

Denda: Digitalisierung hilft dabei, die Netze effizient und damit kostengünstiger zu betreiben. Gleichzeitig braucht es einen systemischen Blick auf die Energiewende. Netzbetreiber müssen Anschlüsse bereitstellen, wo sie angefragt werden. Deshalb ist auch die Politik gefragt, den Ausbau so zu steuern, dass das Gesamtsystem bezahlbar bleibt. Die Investitionen dienen nicht nur der Versorgungssicherheit. Sie sichern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wenn wir Unternehmen wie Rechenzentrumsbetreiber keine leistungsfähige Strominfrastruktur bieten können, verlieren wir Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Der Ausbau der Energieinfrastruktur ist Voraussetzung für die Digitalisierung des Landes. Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine sehr hohe Versorgungsqualität. Das ist ein wichtiger Standortvorteil, den wir nutzen müssen.

E&M: Neue Rechenzentren sollen ihre Abwärme nutzbar machen. Wie bewerten Sie diese Vorgabe?

Denda: Das ist grundsätzlich sinnvoll, denn Rechenzentren erzeugen erhebliche Mengen Wärme. Wo sich diese wirtschaftlich nutzen lässt, sollte das auch geschehen. Allerdings schränkt die Vorgabe die Standortwahl teilweise ein.

E&M: Wie bewerten Sie die jüngsten energiepolitischen Gesetze der Bundesregierung?

Denda: Insgesamt gehen sie in die richtige Richtung. Wichtig sind für uns Planungssicherheit und eine bessere Priorisierung beim Netzausbau. Derzeit gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst beantragt, wird zuerst bearbeitet. Dadurch stehen nicht immer die reifsten Projekte oben auf der Liste. Allein in unserem Netzgebiet mit einer Spitzenlast von 12.000 MW liegen Anschlussanfragen von mehr als 80.000 MW vor − vor allem für Rechenzentren und Batteriespeicher. Eine Priorisierung würde helfen, diese Projekte schneller und volkswirtschaftlich sinnvoller umzusetzen.

E&M: Was wünschen Sie sich darüber hinaus von der Politik?

Denda: Entscheidend ist ein verlässlicher regulatorischer Rahmen. Die Investitionen in die Verteilnetze sind deutlich höher als in der Vergangenheit. Gerade hier findet die Energiewende statt: Hier werden erneuerbare Energien angeschlossen, Batteriespeicher integriert und neue Verbraucher wie Rechenzentren versorgt. Damit diese Investitionen finanziert werden können, brauchen wir langfristig stabile Rahmenbedingungen und angemessene Zinssätze.

E&M: Ist das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 aus Ihrer Sicht erreichbar?

Denda: Wir müssen den eingeschlagenen Weg konsequent und möglichst schneller fortsetzen. Ob das Ziel exakt 2045 oder wenige Jahre später erreicht wird, kann heute niemand seriös vorhersagen. Entscheidend ist, dass wir die Transformation weiter beschleunigen. Je schneller wir vorankommen, desto besser.

Freitag, 14.08.2026, 08:36 Uhr
Susanne Harmsen

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