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Energie & Management > Klimaschutz - Wie die Lausitz den Strukturwandel meistern kann
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
Klimaschutz

Wie die Lausitz den Strukturwandel meistern kann

Um Energieversorgungssicherheit, Klimaschutz und Infrastruktur-Entwicklung in Deutschland und der Lausitz ging es bei der Gründungsveranstaltung des Fraunhofer IEG in Cottbus.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte bei der offiziellen Gründungsfeier der Forschungseinrichtung, die wegen der Corona-Pandemie verschoben worden war, das Fraunhofer Institut für Energieinfrastruktur und Geothermie habe mit Cottbus genau den richtigen Standort. Die Ansiedlung sei ein großer Schritt nach vorne bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen Energieregion Lausitz.

„Das Braunkohlerevier Lausitz steht vor dem größten Umbruch seit der Wiedervereinigung. Um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, gilt es, die vorhandenen Kompetenzen weiterzuentwickeln, strategisch zu ergänzen und über neue regionale Wertschöpfungsketten eine zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen“, betonte Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit ihrer Ausrichtung auf die ganzheitliche und integrierte Energiesystemplanung sowie die Sektorkopplung leiste Fraunhofer IEG an den Standorten Cottbus und Zittau einen wertvollen Beitrag für die Energiewende und den Strukturwandel im Lausitzer Revier.

Modellregion der Energiewende

„Die Lausitz ist eine Region der Energie und eine Region mit Energie“, betonte der gebürtige Cottbuser und Lausitz-Rückkehrer Prof. Mario Ragwitz, einer der beiden Leiter des Fraunhofer IEG. Man forsche am Standort Cottbus beispielsweise an Hochtemperaturwärmepumpen und Wärmenetzen der nächsten Generation sowie an innovativen Modellen zur Planung von Energieinfrastrukturen auf der Ebene der Transport- und Verteilnetze.

Um die nachhaltige Transformation der Wirtschaft zu begleiten und die Lausitz zur Modellregion für die Energiewende zu machen, vernetzt sich das Fraunhofer IEG mit Partnern wie der BTU Cottbus und dem Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), mit Anlagenbauern, Energieversorgern wie der Envia-M und der Leag sowie den Stadtwerken der Region. Darüber hinaus berät es die Politik bei der Weichenstellung für die nachhaltige Energiezukunft.

Wärmenetze und Wasserstoffinfrastruktur

Projekte der Fraunhofer-Einrichtung beschäftigen sich konkret mit Sektorenkopplung, grünen Wärmenetze, Geothermie-Versorgung oder Wasserstoffinfrastrukturen. Als Keimzellen sollen sie in den Strukturwandelregionen zu neuen Geschäftsmodellen führen sowie hochqualifizierte Fachkräfte halten und anlocken.

Kurz nach der Anregung durch die Kohlekommission im Jahr 2019 hat das Fraunhofer IEG seine Arbeit begonnen und mittlerweile tragen fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sieben Standorten aktiv mit ihrer anwendungsorientierten Forschung zur Energiewende und zu einem erfolgreichen Strukturwandel in den Kohleregionen bei. Für kommende Baumaßnahmen und die Erstausstattung der noch einzurichtenden Labore des Fraunhofer IEG in der Lausitz haben betroffene Länder und der Bund rund 43,5 Millionen Euro aus den Kohleausstiegsmitteln vorgesehen, davon etwa 33,5 Millionen Euro in Cottbus und rund 10 Millionen Euro in Zittau. Basierend auf diesen Mitteln will sich das IEG auch als aktiver Partner in den Lausitz Science Park einbringen.

Zu den profilgebenden Innovationsprojekten des Fraunhofer IEG gehören unter anderem:
  • H2-Startnetz Brandenburg: Die Machbarkeitsstudie zum Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Transportnetzes für Wasserstoff in Brandenburg
  • Transformationsstudie Lausitz: Pfadentwicklung zur Dekarbonisierung der kommunalen Wärmebereitstellung in der Region Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser
  • IntegrH2ate: Nutzbarmachung der Wärme und Sauerstoff von PEM-Elektrolysesystemen für Industriestandorte durch theoretische und experimentelle Untersuchungen
  • OptiDrill: Entwicklung eines Bohrberatungssystems, das smarte Sensoren und Methoden des maschinellen Lernens zur Optimierung von Geothermie-Bohrungen nutzt
  • FernWP: Entwicklung von Großwärmepumpen als Ersatz der Kohleverbrennung zur Versorgung von kommunaler Fernwärme und industrieller Prozesswärme
Im Rahmen einer „Fokusreise Strukturwandel“ vom 1. bis 7. November 2022 demonstrieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der regional verankerten Institute Lösungsansätze, die geeignet sind, einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft in vom Strukturwandel betroffenen Regionen zu leisten.

Mittwoch, 2.11.2022, 15:59 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Klimaschutz - Wie die Lausitz den Strukturwandel meistern kann
Quelle: Shutterstock / 24Novembers
Klimaschutz
Wie die Lausitz den Strukturwandel meistern kann
Um Energieversorgungssicherheit, Klimaschutz und Infrastruktur-Entwicklung in Deutschland und der Lausitz ging es bei der Gründungsveranstaltung des Fraunhofer IEG in Cottbus.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte bei der offiziellen Gründungsfeier der Forschungseinrichtung, die wegen der Corona-Pandemie verschoben worden war, das Fraunhofer Institut für Energieinfrastruktur und Geothermie habe mit Cottbus genau den richtigen Standort. Die Ansiedlung sei ein großer Schritt nach vorne bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen Energieregion Lausitz.

„Das Braunkohlerevier Lausitz steht vor dem größten Umbruch seit der Wiedervereinigung. Um den Strukturwandel erfolgreich zu gestalten, gilt es, die vorhandenen Kompetenzen weiterzuentwickeln, strategisch zu ergänzen und über neue regionale Wertschöpfungsketten eine zukunftsfähige Wirtschaft aufzubauen“, betonte Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Mit ihrer Ausrichtung auf die ganzheitliche und integrierte Energiesystemplanung sowie die Sektorkopplung leiste Fraunhofer IEG an den Standorten Cottbus und Zittau einen wertvollen Beitrag für die Energiewende und den Strukturwandel im Lausitzer Revier.

Modellregion der Energiewende

„Die Lausitz ist eine Region der Energie und eine Region mit Energie“, betonte der gebürtige Cottbuser und Lausitz-Rückkehrer Prof. Mario Ragwitz, einer der beiden Leiter des Fraunhofer IEG. Man forsche am Standort Cottbus beispielsweise an Hochtemperaturwärmepumpen und Wärmenetzen der nächsten Generation sowie an innovativen Modellen zur Planung von Energieinfrastrukturen auf der Ebene der Transport- und Verteilnetze.

Um die nachhaltige Transformation der Wirtschaft zu begleiten und die Lausitz zur Modellregion für die Energiewende zu machen, vernetzt sich das Fraunhofer IEG mit Partnern wie der BTU Cottbus und dem Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI), mit Anlagenbauern, Energieversorgern wie der Envia-M und der Leag sowie den Stadtwerken der Region. Darüber hinaus berät es die Politik bei der Weichenstellung für die nachhaltige Energiezukunft.

Wärmenetze und Wasserstoffinfrastruktur

Projekte der Fraunhofer-Einrichtung beschäftigen sich konkret mit Sektorenkopplung, grünen Wärmenetze, Geothermie-Versorgung oder Wasserstoffinfrastrukturen. Als Keimzellen sollen sie in den Strukturwandelregionen zu neuen Geschäftsmodellen führen sowie hochqualifizierte Fachkräfte halten und anlocken.

Kurz nach der Anregung durch die Kohlekommission im Jahr 2019 hat das Fraunhofer IEG seine Arbeit begonnen und mittlerweile tragen fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sieben Standorten aktiv mit ihrer anwendungsorientierten Forschung zur Energiewende und zu einem erfolgreichen Strukturwandel in den Kohleregionen bei. Für kommende Baumaßnahmen und die Erstausstattung der noch einzurichtenden Labore des Fraunhofer IEG in der Lausitz haben betroffene Länder und der Bund rund 43,5 Millionen Euro aus den Kohleausstiegsmitteln vorgesehen, davon etwa 33,5 Millionen Euro in Cottbus und rund 10 Millionen Euro in Zittau. Basierend auf diesen Mitteln will sich das IEG auch als aktiver Partner in den Lausitz Science Park einbringen.

Zu den profilgebenden Innovationsprojekten des Fraunhofer IEG gehören unter anderem:
  • H2-Startnetz Brandenburg: Die Machbarkeitsstudie zum Auf- und Ausbau eines leistungsfähigen Transportnetzes für Wasserstoff in Brandenburg
  • Transformationsstudie Lausitz: Pfadentwicklung zur Dekarbonisierung der kommunalen Wärmebereitstellung in der Region Spremberg, Hoyerswerda und Weißwasser
  • IntegrH2ate: Nutzbarmachung der Wärme und Sauerstoff von PEM-Elektrolysesystemen für Industriestandorte durch theoretische und experimentelle Untersuchungen
  • OptiDrill: Entwicklung eines Bohrberatungssystems, das smarte Sensoren und Methoden des maschinellen Lernens zur Optimierung von Geothermie-Bohrungen nutzt
  • FernWP: Entwicklung von Großwärmepumpen als Ersatz der Kohleverbrennung zur Versorgung von kommunaler Fernwärme und industrieller Prozesswärme
Im Rahmen einer „Fokusreise Strukturwandel“ vom 1. bis 7. November 2022 demonstrieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der regional verankerten Institute Lösungsansätze, die geeignet sind, einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft in vom Strukturwandel betroffenen Regionen zu leisten.

Mittwoch, 2.11.2022, 15:59 Uhr
Gnter Drewnitzky

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