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Energie & Management > Kohle - Weltweiter Kohleverbrauch steigt weiter
Quelle: Fotolia / TwilightArtPictures
Kohle

Weltweiter Kohleverbrauch steigt weiter

Weltweite wurde im letzten Jahr mehr Kohle eingesetzt als jemals zuvor.
Weltweite wurde im letzten Jahr mehr Kohle eingesetzt als jemals zuvor. In diesem Jahr erwartet die IEA einen vergleichbaren Verbrauch. Der Rückgang beim Einsatz von Kohle in Europa und Nordamerika sei mehr als ausgeglichen worden durch das Wachstum in anderen Teilen der Welt, heißt es im jüngsten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) über den Weltkohlemarkt.

Vor allem in Asien hätten Kraftwerke und die Industrie deutlich mehr Kohle verwendet. Insgesamt stieg der Verbrauch an Kohle 2022 weltweit um 3,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Tonnen. In diesem Jahr erwarten die Energieexperten in Paris einen leichten Anstieg, 2024 eine Stagnation auf dem gleichen Niveau. Dabei werden Zuwächse beim Einsatz in der Industrie durch Rückgänge in der Stromerzeugung in etwa ausgeglichen.

Die steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien könne 2024 dazu führen, dass ein Prozent weniger Kohle verstromt werde, heißt es. Die Industrie werde voraussichtlich 1,5 Prozent mehr Kohle eingesetzt. 2022 wurden drei Viertel der Kohle in Südostasien einschließlich China und Indien verbraucht. In der EU stieg der Verbrauch geringfügig, was vor allem auf die höhere Stromerzeugung zurückging. Die europäische Industrie setzte weniger Kohle ein.

In diesem Jahr erwartet die IEA einen deutlichen Rückgang der Stromerzeugung aus Kohle. Die Produktion der Wasser- und Atomkraftwerke in der EU habe sich nach dem Einbruch im Vorjahr wieder stabilsiert und die erneuerbaren Energien expandierten weiter. In den USA werde Kohle zunehmend durch Erdgas ersetzt, nachdem die Preise für Gas wieder gesunken seien. In der ersten Hälfte dieses Jahres ging der Verbrauch in den USA um 24 und in der EU um 16 Prozent zurück. China und Indien alleine glichen das aus und verbrauchten 5 Prozent mehr Kohle.

Das Wachstum der Erzeugung von „sauberer Energie“ in Europa und den USA löse zwar einen „strukturellen Sinkflug“ der Kohle aus, sie bleibe aber die Hauptquelle der CO2-Emissionen in der Energiewirtschaft. In Asien bleibe die Nachfrage auf einem „hartnäckig hohen Niveau“, obwohl viele Länder ihre Stromerzeugung aus Wind und Sonne kräftig ausgebaut hätten. Um den Kohleverbrauch zu senken, müssten noch größere Anstrengungen unternommen werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen und mehr „saubere Energie“ zu nutzen.

Die Anteile am globalen Kohlemarkt verschieben sich dabei dramatisch. Zu Beginn des Jahrhunderts entfielen 35 Prozent der Nachfrage nach Kohle auf die EU und die USA, inzwischen sind es noch 10 Prozent. 70 Prozent der Nachfrage nach Kohle kommt dagegen in diesem Jahr aus China und Indien. Das gilt auch für die Förderung, die mit 400 Millionen Tonnen pro Monat von China angeführt wird, gefolgt von Indien (100 Millionen Tonnen) und Indonesien (50 Millionen Tonnen). Die Kohlepreise sind nach den hohen Schwankungen im letzten Jahr wieder auf das Niveau von 2021 zurückgekehrt. Kesselkohle, für die man 2022 (in Amsterdam) zeitweise mehr als 400 Dollar pro Tonne bezahlen musste, war Anfang dieses Jahres wieder für 146 Dollar zu haben. Nicht zuletzt, weil die russische Kohle, die in der EU nicht mehr verkauft werden darf, zu günstigen Preisen andere Abnehmer gefunden hat.



 

Freitag, 28.07.2023, 09:13 Uhr
Tom Weingrtner
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Weltweiter Kohleverbrauch steigt weiter
Weltweite wurde im letzten Jahr mehr Kohle eingesetzt als jemals zuvor.
Weltweite wurde im letzten Jahr mehr Kohle eingesetzt als jemals zuvor. In diesem Jahr erwartet die IEA einen vergleichbaren Verbrauch. Der Rückgang beim Einsatz von Kohle in Europa und Nordamerika sei mehr als ausgeglichen worden durch das Wachstum in anderen Teilen der Welt, heißt es im jüngsten Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) über den Weltkohlemarkt.

Vor allem in Asien hätten Kraftwerke und die Industrie deutlich mehr Kohle verwendet. Insgesamt stieg der Verbrauch an Kohle 2022 weltweit um 3,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Tonnen. In diesem Jahr erwarten die Energieexperten in Paris einen leichten Anstieg, 2024 eine Stagnation auf dem gleichen Niveau. Dabei werden Zuwächse beim Einsatz in der Industrie durch Rückgänge in der Stromerzeugung in etwa ausgeglichen.

Die steigende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien könne 2024 dazu führen, dass ein Prozent weniger Kohle verstromt werde, heißt es. Die Industrie werde voraussichtlich 1,5 Prozent mehr Kohle eingesetzt. 2022 wurden drei Viertel der Kohle in Südostasien einschließlich China und Indien verbraucht. In der EU stieg der Verbrauch geringfügig, was vor allem auf die höhere Stromerzeugung zurückging. Die europäische Industrie setzte weniger Kohle ein.

In diesem Jahr erwartet die IEA einen deutlichen Rückgang der Stromerzeugung aus Kohle. Die Produktion der Wasser- und Atomkraftwerke in der EU habe sich nach dem Einbruch im Vorjahr wieder stabilsiert und die erneuerbaren Energien expandierten weiter. In den USA werde Kohle zunehmend durch Erdgas ersetzt, nachdem die Preise für Gas wieder gesunken seien. In der ersten Hälfte dieses Jahres ging der Verbrauch in den USA um 24 und in der EU um 16 Prozent zurück. China und Indien alleine glichen das aus und verbrauchten 5 Prozent mehr Kohle.

Das Wachstum der Erzeugung von „sauberer Energie“ in Europa und den USA löse zwar einen „strukturellen Sinkflug“ der Kohle aus, sie bleibe aber die Hauptquelle der CO2-Emissionen in der Energiewirtschaft. In Asien bleibe die Nachfrage auf einem „hartnäckig hohen Niveau“, obwohl viele Länder ihre Stromerzeugung aus Wind und Sonne kräftig ausgebaut hätten. Um den Kohleverbrauch zu senken, müssten noch größere Anstrengungen unternommen werden, um die Energieeffizienz zu erhöhen und mehr „saubere Energie“ zu nutzen.

Die Anteile am globalen Kohlemarkt verschieben sich dabei dramatisch. Zu Beginn des Jahrhunderts entfielen 35 Prozent der Nachfrage nach Kohle auf die EU und die USA, inzwischen sind es noch 10 Prozent. 70 Prozent der Nachfrage nach Kohle kommt dagegen in diesem Jahr aus China und Indien. Das gilt auch für die Förderung, die mit 400 Millionen Tonnen pro Monat von China angeführt wird, gefolgt von Indien (100 Millionen Tonnen) und Indonesien (50 Millionen Tonnen). Die Kohlepreise sind nach den hohen Schwankungen im letzten Jahr wieder auf das Niveau von 2021 zurückgekehrt. Kesselkohle, für die man 2022 (in Amsterdam) zeitweise mehr als 400 Dollar pro Tonne bezahlen musste, war Anfang dieses Jahres wieder für 146 Dollar zu haben. Nicht zuletzt, weil die russische Kohle, die in der EU nicht mehr verkauft werden darf, zu günstigen Preisen andere Abnehmer gefunden hat.



 

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Tom Weingrtner

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