E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Photovoltaik - Tübingen baut noch einen Ohren-Solarpark
PV-Park Traufwiesen im Ohr. Quelle: Stadtwerke Tübingen
Photovoltaik

Tübingen baut noch einen Ohren-Solarpark

Die Bauarbeiten für den größten Solarpark im Landkreis Tübingen (Baden-Württemberg) haben begonnen. Er ist mit einer Leistung von 8,65 MW geplant.
Bis zum Sommer lassen die Stadtwerke Tübingen („swt“) entlang der Bundesstraße B 27 mehr als 15.000 Photovoltaik-Module installieren und realisieren damit ihren neuen PV-Park „Traufwiesen“. Erst vor zwei Jahren hatten die SWT den bis dato größten Freiflächen-Solarpark „Lustnauer Ohren“ in Betrieb genommen. Auch beim neuen Projekt ist ein „Bundesstraßen-Ohr“ der Standort. 

Die Fläche des neuen Solarparks auf den Traufwiesen ist riesig: Auf knapp 8 Hektar erstreckt sich das Areal neben der Bundesstraße B 27. Bislang war Lustnauer Ohren der größte Freiflächen-PV-Park Tübingens – das neue Projekt hat die achtfache Größe. Das gesamte Bebauungsplanverfahren konnte, wie es in einer SWT-Mitteilung heißt, in eineinhalb Jahren durchlaufen werden. Entwickelt wurde Traufwiesen in Eigenregie, die Umsetzung erfolgt jetzt zusammen mit Fachfirmen und Partnern aus der Region.

Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, verwies darauf, dass die größte Solaranlage der Stadt auf einer Fläche entsteht, auf der eigentlich die neue Bundesstraße verlaufen sollte. „Da aber nur der Himmel weiß, wann die kommt, haben wir zugesichert, dass die Solarmodule demontiert werden, wenn die Straßenbauer wirklich anrücken.“ Tübingen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Technischen Daten

15.045 Solarmodule sollen verbaut werden. Sie können als bifaziale Module Sonnenlicht auf beiden Seiten aufnehmen und in Strom umwandeln. 23 Wechselrichter, drei Trafostationen und eine Übergabestation sorgen für die Einspeisung des Sonnenstroms ins Netz: rund 8.800 MWh pro Jahr bei einer Leistung von 8,65 MW. Damit können 1.955 Vier-Personen-Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Der Solarpark erzeugt so viel Strom wie 1.700 PV-Dachanlagen und ermöglicht eine CO2-Einsparung von rund 5.800 Tonnen.

Der erzeugte Ökostrom soll nach Möglichkeit über einen Direktvertrag (Power-Purchase-Agreement, PPA) vermarktet werden. Dadurch kommt das Vorhaben ohne EEG-Förderung aus. Die Errichtung des Solarparks übernimmt die Firma Schoenergie, die Module liefern der ortsansässige Partner Baywa Re Solar Trade und das Tochterunternehmen Solar Energy Systems.

Schnelle Projektumsetzung

Als bemerkenswert gilt die schnelle Umsetzung des Großprojekts. Auch deshalb, weil einige besondere Herausforderungen bei der Planung zu bewältigen waren. Voruntersuchungen und historische Recherchen hatten ergeben, dass die Fläche als „bombardierter Bereich“ einzustufen ist. Bis zuletzt hatte eine Spezialfirma umfangreiche Untersuchungen und Aufgrabungen durchgeführt, bevor es grünes Licht für den Baubeginn gab.

Eine weitere Schwierigkeit: Die Fläche auf dem Bundesstraßen-Ohr tangiert die Pläne des Planfeststellungsverfahrens für den Schindhaubasistunnel. Die Lösung: Durch die Festsetzung eines bedingten Baurechts kann die Anlage in diesem Bereich trotzdem gebaut werden und muss erst zum tatsächlichen Baubeginn an der Anschlussstelle Tübingen-Ost teilweise zurückgebaut werden. Das hat den Vorteil, dass im „Ohr“ schon bald große Mengen Ökostrom erzeugt werden können und nicht erst nach etwaigen Beschlüssen zum Tunnel.

Unter den Modulen sollen Pilze wachsen

Zum ersten Mal kommt auch das Konzept der Agri-Photovoltaik zum Einsatz. Die Firma Kleinblatt möchte einen Pilzgarten unterhalb der PV-Module aufziehen. Die Pilze sollen später lokal vermarktet werden. Begleitet wird das Agri-PV-Projekt durch die Universität Hohenheim.

Donnerstag, 22.02.2024, 15:52 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Photovoltaik - Tübingen baut noch einen Ohren-Solarpark
PV-Park Traufwiesen im Ohr. Quelle: Stadtwerke Tübingen
Photovoltaik
Tübingen baut noch einen Ohren-Solarpark
Die Bauarbeiten für den größten Solarpark im Landkreis Tübingen (Baden-Württemberg) haben begonnen. Er ist mit einer Leistung von 8,65 MW geplant.
Bis zum Sommer lassen die Stadtwerke Tübingen („swt“) entlang der Bundesstraße B 27 mehr als 15.000 Photovoltaik-Module installieren und realisieren damit ihren neuen PV-Park „Traufwiesen“. Erst vor zwei Jahren hatten die SWT den bis dato größten Freiflächen-Solarpark „Lustnauer Ohren“ in Betrieb genommen. Auch beim neuen Projekt ist ein „Bundesstraßen-Ohr“ der Standort. 

Die Fläche des neuen Solarparks auf den Traufwiesen ist riesig: Auf knapp 8 Hektar erstreckt sich das Areal neben der Bundesstraße B 27. Bislang war Lustnauer Ohren der größte Freiflächen-PV-Park Tübingens – das neue Projekt hat die achtfache Größe. Das gesamte Bebauungsplanverfahren konnte, wie es in einer SWT-Mitteilung heißt, in eineinhalb Jahren durchlaufen werden. Entwickelt wurde Traufwiesen in Eigenregie, die Umsetzung erfolgt jetzt zusammen mit Fachfirmen und Partnern aus der Region.

Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, verwies darauf, dass die größte Solaranlage der Stadt auf einer Fläche entsteht, auf der eigentlich die neue Bundesstraße verlaufen sollte. „Da aber nur der Himmel weiß, wann die kommt, haben wir zugesichert, dass die Solarmodule demontiert werden, wenn die Straßenbauer wirklich anrücken.“ Tübingen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden.

Technischen Daten

15.045 Solarmodule sollen verbaut werden. Sie können als bifaziale Module Sonnenlicht auf beiden Seiten aufnehmen und in Strom umwandeln. 23 Wechselrichter, drei Trafostationen und eine Übergabestation sorgen für die Einspeisung des Sonnenstroms ins Netz: rund 8.800 MWh pro Jahr bei einer Leistung von 8,65 MW. Damit können 1.955 Vier-Personen-Haushalte mit Ökostrom versorgt werden. Der Solarpark erzeugt so viel Strom wie 1.700 PV-Dachanlagen und ermöglicht eine CO2-Einsparung von rund 5.800 Tonnen.

Der erzeugte Ökostrom soll nach Möglichkeit über einen Direktvertrag (Power-Purchase-Agreement, PPA) vermarktet werden. Dadurch kommt das Vorhaben ohne EEG-Förderung aus. Die Errichtung des Solarparks übernimmt die Firma Schoenergie, die Module liefern der ortsansässige Partner Baywa Re Solar Trade und das Tochterunternehmen Solar Energy Systems.

Schnelle Projektumsetzung

Als bemerkenswert gilt die schnelle Umsetzung des Großprojekts. Auch deshalb, weil einige besondere Herausforderungen bei der Planung zu bewältigen waren. Voruntersuchungen und historische Recherchen hatten ergeben, dass die Fläche als „bombardierter Bereich“ einzustufen ist. Bis zuletzt hatte eine Spezialfirma umfangreiche Untersuchungen und Aufgrabungen durchgeführt, bevor es grünes Licht für den Baubeginn gab.

Eine weitere Schwierigkeit: Die Fläche auf dem Bundesstraßen-Ohr tangiert die Pläne des Planfeststellungsverfahrens für den Schindhaubasistunnel. Die Lösung: Durch die Festsetzung eines bedingten Baurechts kann die Anlage in diesem Bereich trotzdem gebaut werden und muss erst zum tatsächlichen Baubeginn an der Anschlussstelle Tübingen-Ost teilweise zurückgebaut werden. Das hat den Vorteil, dass im „Ohr“ schon bald große Mengen Ökostrom erzeugt werden können und nicht erst nach etwaigen Beschlüssen zum Tunnel.

Unter den Modulen sollen Pilze wachsen

Zum ersten Mal kommt auch das Konzept der Agri-Photovoltaik zum Einsatz. Die Firma Kleinblatt möchte einen Pilzgarten unterhalb der PV-Module aufziehen. Die Pilze sollen später lokal vermarktet werden. Begleitet wird das Agri-PV-Projekt durch die Universität Hohenheim.

Donnerstag, 22.02.2024, 15:52 Uhr
Gnter Drewnitzky

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.